Darum geht's
David lebt in Trennung und vermisst seinen kleinen Sohn. Seine Arbeit im Zoo hat er satt, ihm droht die Entlassung. Sein Chef gibt David eine letzte Chance: Er soll ein geheimnisvolles Paket in Südamerika abholen, auf der Reise darf ihn seine Familie begleiten. Noch auf der Reise schlüpft das Marsupilami-Baby und sorgt für reichlich Chaos. Denn auch andere Jäger des putzigen Wesens sind alarmiert.
Darum geht's wirklich
Bereits 1952 erschuf André Franquin die freche Comicfigur mit den Riesenaugen und dem überlangen Schwanz, die an eine Mischung aus Affe und Kätzchen erinnert – knallgelb mit schwarzen Punkten. Jetzt ist das Marsupilami in seinem zweiten Realfilm-Abenteuer zu sehen.
Die spielen mit
Der in Frankreich beliebte Comedian Philippe Lacheau ist hier als Hauptdarsteller aktiv: Er spielt den chaotischen Vater David. Lacheau ist auch Drehbuchautor, Regisseur und Produzent und hat viele Rollen mit seiner in Frankreich äußerst beliebten Comedy-Truppe "La Bande à Fifi" besetzt. Jean Reno ("Léon, der Profi", "Da Vinci Code") ist als fieser Chef mal wieder in einer Nebenrolle zu sehen.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
Können sich über sechs Millionen Franzosen irren? So viele haben bereits eine Kinokarte für "Marsupilami" gekauft und die Komödie in Frankreich zum bislang erfolgreichsten Film des Jahres gemacht. Die Comicfigur des lustigen gelben Wesens ist dort bekannt und beliebt, genauso wie die Schauspieltruppe "La Bande à Fifi", die eine Vielzahl von Rollen übernommen hat.
Wer bei einer niedlichen, tierischen Hauptfigur in familiären Umfeld einen echten Familienfilm erwartet, liegt allerdings falsch. Regisseur und Hauptdarsteller Philippe Lacheau setzt neben derben Holzhammer-Slapstick (Türen, die wiederholt in Gesichter geschlagen werden oder vor Toiletten ganz verloren gehen) stark auf sexualisierten Wortwitz. Welcher Sechsjährige versteht Viagra-Späße?
Die Geschichte ist temporeich erzählt und sprüht vor Gags, die allerdings von unterschiedlicher Qualität sind. Weniger wäre da mehr gewesen.
Über rührselige Momente, die für Familienkino typisch sind, macht sich Lacheau mit Anlauf lustig. Wer auf derben Humor, atemlose Comic-Action und ein konservatives Frauen- und Familienbild steht, ist hier richtig. Gelungen ist das titelgebende Marsupilami, das zum Knuddeln einlädt und gleichzeitig gewitzt daherkommt. Es ist ohne computergenerierte Effekte entstanden, sondern "nur" durch Animatronik zum Leben erwacht. Es dauert allerdings eine halbe Stunde, also ein Drittel des Films, bis es zum ersten Mal auftaucht und eine weitere, bis es seine Fähigkeiten richtig einsetzt darf.
Die Bewertung auf einen Blick
Drei von fünf Sternen
Komödie, Frankreich 2026
Länge: 99 min
Ab 6 Jahren freigegeben
Kinostart: 20. August 2026
Sendung: WDR 2 Morgenmagazin, 20.08.2026, ab 05.05 Uhr