Darum geht's
Flowerwale zu Beginn der 80er Jahre. Eben noch waren die Platts eine ganz normale Familie mit ganz normalen Problemen in einem kleinen Vorort. Doch durch ein kosmisches Ereignis, das niemand so recht erklären kann, wird die Gemeinde schlagartig in die Urzeit mit längst vergessenen Pflanzen und hungrigen Dinosauriern zurückversetzt.
Eine Flucht ist unmöglich. Dafür sorgen ein Abgrund und dichter Dschungel. Um zu überleben, müssen die Platts Eheprobleme und Teenagersorgen vergessen und als Familie zusammenhalten.
Darum geht's wirklich
Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell ("It follows") verneigt sich hier mit einem Augenzwinkern vor dem Blockbuster-Survival-Kino der 80er- und 90er-Jahre – wie Spielbergs "Jurassic Park".
Die spielen mit
Anne Hathaway und Ewan McGregor spielen die Eltern Platt, Maisy Stella und Christian Convey ihre beiden Kinder.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
Die Eheprobleme der Platts und auch Teenagersorgen sind schnell vergessen, als plötzlich Dinosaurier durch ihren Vorgarten trampeln und Flugsaurier die Nachbarin in den Himmel tragen. Es geht ums nackte Überleben: Fenster werden zugenagelt, in fremden Häusern Schutz gesucht.
Doch wenn eine Bedrohung aus dem Weg geräumt ist, wartet schon die nächste. Warum das alles in Flowerwale passiert – darüber sollte man nicht zu lange nachdenken, Logik zählt nicht zu den Stärken des Films. Wie die Platts müssen auch die Zuschauer schlicht mit dem Wahnsinn leben.
Hier wird die biedere Hausfrau im Handumdrehen zur eiskalten Schützin und auch ihr feiger Ehemann wächst plötzlich über sich hinaus, sodass die beiden die Liebe füreinander wiederentdecken.
Die Botschaft des Survivalkrachers ist ironisch dick aufgetragen: Auch wenn die Erde untergeht – das Wichtigste ist die Familie. Durch die Bedrohung von außen wachsen die Platts wieder zusammen. Anne Hathaways bebende Lippen und Ewan McGregors fragendes Gesicht werden in Erinnerung bleiben.
In "The End of Oak Street" treffen 80er-Jahre-Nostalgie, Vorstadtidylle und erstaunlich gut animierte Dinosaurier aufeinander, sorgen für Schockmomente und Lacher. Allerdings wiederholen sich irgendwann die Szenen, in denen unvermittelt ein Urviech auftaucht und Menschen vor ihm flüchten.
Da hätte ein Twist, eine frische Idee, gut getan. So überzeugend die Saurier animiert sind, so künstlich wirkt Familienhund Starbuck – und auch bei Ewan McGregors Haarpracht wurde nachgeholfen.
Wer Lust auf Dinosaurierkino und 80er-Jahre-Feeling hat, Spaß haben und nicht viel nachdenken möchte, ist hier richtig. Wer durchdachtes Popcorn-Kino sehen möchte, sollte besser Jurassic Park nochmal anschauen.
Die Bewertung auf einen Blick
Drei von fünf Sternen
Survival / Sci-Fi USA 2026
Regie: David Robert Mitchell
Länge: 99 Minuten
Ab 12 Jahren
Kinostart: 13.08.2026
Sendung: WDR 2 Das Morgenmagazin, 13.08.2026, ab 5:05 Uhr