Das Zellgift Alkohol kann beim ungeborenen Kind Organ- und vor allem Gehirnschäden verursachen. Vielen Betroffenen sieht man ihre Einschränkungen jedoch nicht an. Oft gelten sie als faul, unverschämt und aufsässig. Viele bekommen Fehldiagnosen wie ADHS, Autismus oder psychische Störungen. Entsprechende Medikamente oder Therapien schaden dann zusätzlich.
Als Tim Puffler mit 32 Jahren die Diagnose FAS (Fetales Alkoholsyndrom, die schwerste Form von FASD) bekommt, ist es für ihn eine Erleichterung: "Endlich wusste ich, dass es nicht mein Fehler war, was bis dahin so alles schief gelaufen ist."
Die Schäden, die der Alkohol im Mutterleib anrichtet, sind irreparabel. Aber Tim will sein Schicksal zumindest nutzen, um aufzuklären. Mit seiner Adoptivmutter Monika Reidegeld hat er ein Buch über sein Leben geschrieben. Daraus lesen die beiden in Schulen oder bei Vereinen, um Jugendliche über die fatalen Folgen von selbst kleinsten Mengen Alkohol in der Schwangerschaft aufzuklären.
Autorin: Claudia Maschner
Redaktion: Lars Schweinhage
Sendung: WDR 5, Neugier genügt, 09.09.2026, 10:04 Uhr