Porträt-Aufnahme von Kompalla in schwarz-weiß.

Josef "Jupp" Kompalla ist tot Krefelder Schiedsrichter-Legende stirbt mit 90 Jahren

Stand:

Die deutsche Eishockeyszene verliert eine große Persönlichkeit. Der ehemalige Schiedrichter Josef Kompalla aus Krefeld ist tot. Er hat viele internationale Spiele geleitet.

Auch der Eishockey-Weltverband in Toronto führt eine Hall of Fame, mit aktuell 250 Mitgliedern, darunter die Größten, die der Eishockey-Sport hervorgebracht hat: Wayne Gretzky, Jaromir Jagr, die sowjetische "KLM"-Sturmreihe mit Vladimir Krutov, Igor Larionov und Sergei Makarov. 

Der deutsche Eishockeybund (DEB) stellt immerhin 13 Mitglieder in der Hall of Fame, darunter auch Schiedsrichter Jupp Kompalla, der laut DEB-Mitteilung nun am Sonntag im Alter von 90 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Kompalla ist einer von überhaupt nur sechs Referees, die in der Ruhmeshalle des Welt-Eishockeys verewigt sind, auch dies verdeutlicht den Stellenwert, den er über Jahrzehnte in diesem Sport hatte, dessen Wurzeln ganz woanders liegen: im fernen Kanada, Skandinavien, der früheren UdSSR. 

Von Kattowitz nach Krefeld

Der Oberschlesier Kompalla stammt aus Kattowitz, dort spielte er in der Junioren-Mannschaft von Gwardia, bevor er mit Gornik Kattowitz drei polnische Meistertitel gewann. Nachdem die Familie Ende der 1950er Jahre ins Rheinland übergesiedelt war, war Kompalla elf Jahre lang für Preussen Krefeld aktiv und hatte auch zwei Einsätze für die deutsche B-Nationalmannschaft.  

Krefelder Schiedsichter-Legende stirbt mit 90 Jahren

WDR 12.07.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 11.07.2028 WDR Online

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Er galt als beinharter Verteidiger, zum Schiedsrichter kam er eher durch Zufall: Weil bei einem Oberliga-Lehrgang noch Plätze frei waren, habe er sich "breitschlagen lassen", erzählte Kompalla einmal im "kicker". "Dabei hatte ich jede Menge Strafzeiten."

Sprachkenntnisse als Vorteil

Für seine Karriere als Schiedsrichter erwies es sich als Segen, dass er alle Tricks auf dem Eis kannte. "Wer Eishockey-Schiedsrichter sein will, der muss Eishockey gespielt haben", hatte Kompalla immer wieder betont.

Josef Kompalla in seinem "Arbeitszimmer" im Jahr 2011, das mehr einem Museum ähnelt.

Josef Kompalla in seinem "Arbeitszimmer" im Jahr 2011, das mehr einem Museum ähnelt.

Als langjähriger Spieler wurde er auch international von den Eishockey-Cracks respektiert. Neben seinem Umgang ("Man darf kein Diktator sein") kamen ihm dabei auch seine Sprachkenntnisse zugute: außer Deutsch und Polnisch sprach Kompalla auch Russisch, Tschechisch und Englisch – damit alle Sprachen der großen Eishockey-Nationen. 

Auch die Fans zollten Respekt

Kompalla war bei 15 Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen im Einsatz, 1976 in Innsbruck, 1980 in Lake Placid und 1984 in Sarajevo. Insgesamt leitete er 157 Länderspiele und 1.820 Spiele auf nationaler Ebene, in der Bundesliga und Oberliga, von 1969 bis 1992. Auch bei den Fans genoss der bekannteste und beste deutsche Schiedsrichter Respekt: Der Gesang "Wir wollen Kompalla" war über Jahre in deutschen Eishockey-Hallen zu hören, wenn einer seiner Kollegen eine unpopuläre Entscheidung getroffen hatte.   

1994 ein letztes Comeback

Nachdem Kompalla die Altersgrenze von 50 Jahren erreicht hatte, gab er 1994 noch einmal ein letztes Comeback in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), er sprang für den kurzfristig ausgefallenen Kollegen beim Spiel Düsseldorf gegen Rosenheim ein. 

Nicole Kompalla-Doucet und Vater Josef Kompalla im Jahr 1983.

Nicole Kompalla-Doucet und Vater Josef Kompalla im Jahr 1983.

Dem Deutschen Eishockey-Bund blieb er auch nach seiner Karriere als Mitglied der Schiedsrichter-Kommission erhalten, er wurde auch in die Kommission des Weltverbands IIHF berufen – und 2002 schließlich in die Hall of Fame. Seine Liebe zum Eishockey hatte Kompalla da längst vererbt, seine Tochter Nicole Kompalla-Doucet wurde ebenfalls Schiedsrichterin und trainierte in Krefeld Jugendteams. Mit der Familie Kompalla trauert das gesamte deutsche Eishockey.

"Die deutsche Eishockey-Familie verliert mit Jupp einen ihrer ganz Großen." Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga

Unsere Quellen:

  • Mitteilung des Deutschen Eishockeybunds
  • Deutsche Presse Agentur
  • WDR-Sport-Redaktion

Sendung: WDR.de, Eishockey-Schiedsrichter Kompalla aus Krefeld ist tot, 12.07.2026, 23.45 Uhr

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