Thomas Berglund, Trainer der Kölner Haie.

Thomas Berglund, Trainer der Kölner Haie.

Bildquelle: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Andreas Dick

Haie-Trainer Berglund "Ich musste einfach etwas dreckig spielen"

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Vom Luleå-Urgestein zum neuen Chef an der Kölner Bande: Thomas Berglund bringt 33 Jahre schwedische Eishockey-Erfahrung, einen klaren Führungsstil und jede Menge Leidenschaft an den Rhein. Es ist die erste Auslandsstation des 57-Jährigen, der in seiner Heimat fast Legendenstatus besitzt. Auch wenn er das nicht allzu gerne hört.

Von Burkhard Hupe

Berglunds Spitzname: "Bulan." Als Jugendlicher legte Thomas Berglund einst einen kapitalen Sturz mit dem Fahrrad hin. Und weil dieser Sturz erstens glimpflich ausging und zweitens "Bulan" im Schwedischen schlicht "Beule" bedeutet, verschwand die Beule, und der Spitzname blieb.

"Meine Familie nennt mich aber Thomas, und die Spieler hier in Köln auch – wahrscheinlich kennen sie die Geschichte noch nicht." Was sich mit diesen Zeilen ändern könnte.

Schwedische Trainerlegende trainiert jetzt Kölner Haie

NRW-Sport 17.09.2026 57 Sek. Verfügbar bis 16.09.2028 WDR Online

Kölns neuer Trainer: 33 Eishockey-Jahre bei Luleå HF

Nun aber zu weitaus Wichtigerem. Es gibt Menschen, die einen Verein lange begleiten. Und es gibt Menschen, die mit einem Verein nahezu verschmelzen.

Thomas Berglund gehört zur zweiten Kategorie. 33 Jahre verbrachte der Schwede bei Luleå HF, je eine Hälfte als Spieler, die andere als Trainer. Er hat als Spieler und als Trainer den Meistertitel geholt, die einzigen in der Geschichte des Klubs aus dem hohen Norden Schwedens.

Haie-Trainer Berglund: "Schläger nicht nur zum Tor schießen benutzt"

Berglund war ein kleiner, intensiver Mittelstürmer harter Prägung. In den 80er und 90er Jahren galt auch in den schwedischen Eishallen ein einfaches Prinzip: Wer sich nicht wehrt, der verliert.

Thomas Berglund (links), Trainer der Kölner Haie, im Gespräch mit Dominik Bokk.

Thomas Berglund (links) im Gespräch mit Dominik Bokk.

Bildquelle: IMAGO/Jan Huebner

"Ich musste deshalb manchmal ein bisschen dreckig spielen und habe den Schläger nicht nur zum Tor schießen benutzt", erklärt Thomas Berglund und schiebt fein lächelnd hinterher: "Die Schiedsrichter und ich waren aber auch nicht immer einer Meinung." Fast 1.100 Strafminuten in rund 700 Erstligaspielen dokumentierten diese Meinungsverschiedenheiten.

Der Wechsel vom Spieler zum Trainer gelang bei Berglund erstaunlich nahtlos. Er stand zunächst bei Piteå HC hinter der Bande, kehrte anschließend zu Luleå zurück und arbeitete dort mit der U20-Mannschaft sowie später als Co-Trainer.

2014 übernahm er bei Brynäs IF erstmals eine Mannschaft in der schwedischen SHL als Cheftrainer. Drei Jahre später ging es zurück nach Luleå – und dort begann die erfolgreichste Phase seiner Trainerkarriere.

Mehrfach Trainer des Jahres

Berglund gewann mit Luleå nicht nur die schwedische Meisterschaft, sondern erreichte mit dem kleinen Verein gleich zweimal das Finale der Champions Hockey League. Für seine Arbeit wurde er deshalb mehrfach als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Der Wechsel nach Köln war geprägt von einer gewissen Zwangsläufigkeit. Berglund beschreibt die Trennung diplomatisch: "Nach so vielen Jahren waren wir am Ende des gemeinsamen Weges angekommen."

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Bildquelle: IMAGO/Jan Huebner

23 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028

Nun also die Haie in Köln, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2028. Berglund weiß um die Sehnsüchte der kölschen Eishockeyseele. Er weiß vom seit fast 25 Jahren währenden Phantomschmerz, wenn im Frühjahr stets ein anderer Verein die Meistertrophäe nach oben streckt.

"Ein großer Klub, eine großartige Atmosphäre. Hoffentlich können wir die Mannschaft noch ein bisschen verbessern." "Ein bisschen" würde schon reichen, denn viel hat ja in den vergangenen Jahren nicht gefehlt zum großen Glück.

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Bildquelle: IMAGO / Beautiful Sports

35 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028

Erstmals Trainer in einem anderen Land

Nun also lebt Berglund zum ersten Mal in einem anderen Land. Einem Land, "in dem das Eishockey eine richtigen Aufwärtstrend erlebt". Und er lebt in einer Stadt, in der viermal so viele Menschen wohnen wie in seiner Heimat, der Provinz Norrbottens Län, obwohl diese Region so groß ist wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Die Familie, seine Frau und drei Söhne, bleibt in Schweden. Wie das wird und wie sich das anfühlen wird, kann er nur ahnen. Zur Arbeit fährt er mit dem Fahrrad, "das geht schneller als mit dem Auto". Eine neue Beule gab es bislang nicht. Auch sportlich nicht. Im Gegenteil.

Der Einstand auf der europäischen Bühne verlief vielversprechend. Vier Siege in vier Spielen der Champions Hockey League, darunter auch gegen Frölunda Göteborg, jene Mannschaft also, gegen die er im Frühsommer noch das Endspiel um die Champions League verloren hatte.

Unsere Quellen:

  • Autorengespräch mit Thomas Berglund

Sendung: WDR.de, "Schwedische Trainerlegende trainiert jetzt Kölner Haie", 17.09.2026, 17:23 Uhr

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