Brombeeren

Service Garten Brombeeren – Performer auch bei Hitze

Während Erdbeeren ihre Ernte längst beendet haben und viele Himbeeren unter Trockenstress leiden, laufen Brombeeren dieses Jahr oft zur Höchstform auf. Sie sind tief wurzelnd und erstaunlich anpassungsfähig.

Brombeeren kommen mit Trockenheit meist deutlich besser zurecht als viele andere Beerenarten. Dank ihres kräftigen Wurzelsystems erschließen sie sich Wasserreserven aus tieferen Bodenschichten. Extreme Hitze von deutlich über 35 Grad Celsius kann allerdings auch ihnen zusetzen: An vollsonnigen Südwänden sind vereinzelt Sonnenbrand an den Früchten oder ein etwas geringerer Saftgehalt zu beobachten. Insgesamt profitieren Brombeeren jedoch von warmen Sommern, denn Zuckerbildung und Aroma entwickeln sich bei reichlich Sonnenschein besonders intensiv.

Gesunde Früchte

Brombeeren gehören zu den nährstoffreichsten heimischen Beerenfrüchten und gelten zu Recht als echtes Superfood aus dem eigenen Garten. Sie liefern nur rund 40 bis 45 Kilokalorien pro 100 Gramm, enthalten dafür aber reichlich gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Vitamin C und Vitamin K sowie Mangan, das unter anderem für den Energiestoffwechsel und den Erhalt gesunder Knochen benötigt wird. Hinzu kommen Ballaststoffe, die die Verdauung fördern und lange sättigen.

Besonders die zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe machen Brombeeren als Früchte so wertvoll. Brombeeren enthalten Anthocyane – also die dunkelvioletten bis schwarzen Farbstoffe, die den Früchten ihre intensive Farbe verleihen. Diese natürlichen Antioxidantien können die Körperzellen vor oxidativem Stress schützen und sollen entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Ergänzt werden sie durch weitere Polyphenole und Flavonoide, die ebenfalls als gesundheitsfördernd gelten.

Auch für die Darmgesundheit sind Brombeeren wertvoll. Sie haben recht viel Ballaststoffe und tragen zu einer gesunden Verdauung bei. Da sie gleichzeitig wenig Zucker enthalten, sind sie auch für eine bewusste, kalorienarme Ernährung gut geeignet. Am gesündesten schmecken Brombeeren frisch vom Strauch. Dann ist der Gehalt an hitzeempfindlichem Vitamin C besonders hoch. Daher lohnt sich der Eigenanbau.

Empfehlenswerte Sorten

Für Garten und Balkon gibt es zahlreiche Züchtungen, die mit den stacheligen Wildformen kaum noch vergleichbar sind. Besonders beliebt sind dornenlose Sorten, die das Pflücken erheblich erleichtern. Zu den bewährten Klassikern zählt "Navaho", deren aufrecht wachsender Wuchs wenig Platz beansprucht und aromatische, mittelgroße Früchte hervorbringt. Ebenfalls seit vielen Jahren geschätzt wird "Loch Ness", die hohe Erträge mit großen, festen Früchten verbindet und sich durch ihre lange Erntezeit auszeichnet. Wer besonders süße Brombeeren bevorzugt, findet in "Triple Crown" eine ausgezeichnete Sorte mit kräftigem Wuchs und ausgezeichnetem Geschmack. Auch "Loch Tay" überzeugt durch frühe Reife und aromatische Früchte, während neuere Sorten zunehmend auf eine verbesserte Hitzetoleranz, Krankheitsresistenz und längere Erntefenster gezüchtet werden.

Brombeeren auf Balkon und Terrasse

Neben den klassischen Gartenbrombeeren gewinnen kompakter wachsende Sorten für Terrasse und Balkon an Bedeutung. Sie gedeihen in großen Kübeln, benötigen lediglich eine Rankhilfe und liefern auch auf kleinem Raum beachtliche Erträge. Damit eröffnen sie selbst Stadtgärten und Innenhöfen die Möglichkeit einer eigenen Beerenernte.

Wer ausreichend Platz hat, kann daher durchaus zwei oder drei unterschiedlich reifende Sorten kombinieren. So verlängert sich die Erntezeit oft bis in den September hinein – und der sommerliche Beerengenuss hält deutlich länger an.

Der ideale Standort für Brombeeren ist sonnig bis leicht halbschattig. Je mehr Sonne die Pflanzen erhalten, desto süßer reifen die Früchte aus. Gleichzeitig sollte der Boden humos, locker und gut durchlässig sein. Staunässe vertragen Brombeeren deutlich schlechter als zeitweilige Trockenheit. Vor der Pflanzung lohnt es sich deshalb, den Boden mit reichlich reifem Kompost oder gut verrottetem organischem Material zu verbessern. Schwere Lehmböden profitieren zusätzlich von etwas Sand oder feinem Splitt, damit überschüssiges Wasser rascher abfließen kann.

Perfekte Pflanzzeit

Gepflanzt werden Brombeeren vorzugsweise im Herbst zwischen Oktober und November. Dann ist der Boden noch warm, sodass sich bis zum Winter bereits neue Wurzeln bilden können. Ebenso gut gelingt die Pflanzung im zeitigen Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist. Containerpflanzen lassen sich grundsätzlich während der gesamten Vegetationsperiode setzen, sofern anschließend regelmäßig gewässert wird. Zwischen den Pflanzen sollte – je nach Wuchsstärke der Sorte – ein Abstand von etwa eineinhalb bis zwei Metern eingehalten werden. Ein stabiles Drahtspalier erleichtert später die Pflege erheblich und sorgt für gut belichtete Triebe.

Pflege

Bei ausgepflanzten Brombeeren sollte man in den ersten beiden Jahren regelmäßig wässern, bis sich die Wurzeln tief in den Boden geschlagen haben. Später reicht meist das natürliche Niederschlagsangebot aus, lediglich in langen Trockenphasen sollte durchdringend gegossen werden. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder gehäckseltem Strauchschnitt hält den Boden gleichmäßig feucht und unterdrückt gleichzeitig unerwünschten Beikrautwuchs. Im Frühjahr genügt eine Gabe reifen Komposts oder eines organischen Beerendüngers, um die Pflanzen für die kommende Saison zu versorgen. Pflanzen im Topf müssen regelmäßig gewässert werden und bekommen ebenfalls etwas Kompost oder Beerendünger im Frühjahr.

Rückschnitt

Besonders wichtig ist der jährliche Rückschnitt. Brombeeren tragen ihre Früchte an den im Vorjahr gebildeten Ruten. Direkt nach der Ernte werden deshalb sämtliche abgeernteten Triebe bodennah entfernt. Die jungen, diesjährigen Ruten bleiben stehen und werden locker am Spalier befestigt. So entsteht eine übersichtliche Pflanze, deren Früchte im nächsten Jahr reichlich Licht und Luft erhalten. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Pilzkrankheiten.

Vermehrung

Wer seine Lieblingssorte vermehren möchte, hat es bei Brombeeren besonders leicht. Die einfachste Methode ist das Absenken einzelner Ruten. Hierbei wird die Triebspitze im Spätsommer leicht in die Erde gedrückt und mit einem Haken fixiert. Bis zum Herbst oder spätestens zum folgenden Frühjahr bilden sich an dieser Stelle neue Wurzeln. Anschließend kann die junge Pflanze von der Mutterpflanze getrennt und an ihren endgültigen Standort umgesetzt werden. Auch Wurzelausläufer lassen sich – sofern die Sorte sie bildet – im Frühjahr abstechen und verpflanzen.

Autorin: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten: Brombeeren – Performer auch bei Hitze

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 31.07.2026 07:26 Min. Verfügbar bis 31.07.2027 WDR 5


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