Eine Nahaufnahme von Tropfengras.

Service Garten Ziergräser im Sommer

Wenn Stauden in der Sommerhitze eine Blühpause einlegen und Rasenflächen austrocknen, laufen Ziergräser zur Höchstform auf. Anja Koenzen gibt Tipps.

Ziergräser sorgen für Leichtigkeit und Sommergefühle im Garten und auf dem Balkon. Gleichzeitig gelten viele Arten als robust, pflegeleicht und trockenheitsverträglich. Wer geschickt kombiniert, profitiert zudem weit über den Sommer hinaus, denn zahlreiche Gräser bleiben bis in den Winter attraktiv, einige sogar wintergrün.

Gerade in Zeiten heißer und trockener Sommer gewinnen Ziergräser an Bedeutung. Ihre feinen Strukturen sorgen für einen spannenden Kontrast zu großblättrigen Stauden und immergrünen Gehölzen. Schon ein leichter Wind reicht aus, um ihre Halme und Blütenstände in Bewegung zu versetzen – ein Effekt, den kaum eine andere Pflanzengruppe so eindrucksvoll erzeugt.

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Blatt-Farbtönen, von stahlblau über beige und frischem grün bis hin zu dunkelgrün – und für nahezu jeden Platz gibt es ein geeignetes Gras. Hier einige Sortenempfehlungen für Sonne und Schatten:

Amerikanischer Strandhafer für sonnige Plätze

Ein wunderschön bogig überhängendes Gras mit Urlaubsfeeling ist der Strandhafer mit seinem grau-blauem Laub. Da er trockenheitsverträglich ist, kann er auch gut im Topf gehalten werden.

Amerikanischer Strandhafer mitten im Sand eines Strandes.

Amerikanischer Strandhafer fühlt sich in der Sonne pudelwohl.

Im Gegensatz zu dem an den Küsten Europas heimischen Strandhafer (Ammophila arenaria), der aufgrund seiner Ausbreitungswut gern zur Dünenbefestigung gepflanzt wird, ist der Amerikanische Strandhafer (Ammophila breviligulata) ein brav horstig wachsendes Gras, das nicht wie die europäische Schwester schnell das Beet dominiert.

Amerikanischer Strandhafer wird einen guten Meter hoch und blüht von August bis Oktober. Er braucht einen sonnigen Standort und einen durchlässigen Boden – bei schwereren Böden empfiehlt es sich, Sand einzumischen. Dieser sollte nicht zu kalkhaltig sein.

Hält man den Strandhafer im Topf, sollte dieser ausreichend groß sein (ca. 30 Liter). Wie bei den meisten anderen Gräser ist Schneckenfraß kein Problem. Das Gras ist nicht wintergrün und kann im ausklingenden Winter/zeitigem Frühjahr eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten werden.

Prärie-Tropfengras (Sporobolus heterolepis)

Die Blütenstände dieses Grases duften! Und zwar leicht süßlich, oft an Koriander oder Popcorn erinnernd. Es bildet dichte, halbkugelige Horste mit schmalen, frischgrünen Blättern und entwickelt ab Hochsommer zarte, locker über dem Laub schwebende Blütenrispen.

Sporobolus heterolepis liebt sonnige Standorte und gut durchlässige Böden. Ist er einmal eingewachsen, kommt es mit seinen tiefen Wurzeln auch mit längeren Trockenphasen gut zurecht.

Besonders schön wirkt es wie alle sonnenliebenden Gräser zusammen mit Sonnenhut (Echinacea), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Blauraute (Perovskia), Katzenminze (Nepeta) oder Verbene (Verbena bonariensis).

Herbstkopfgras (Sesleria autumnalis)

Ein Geheimtipp ist das Herbstkopfgras (Sesleria autumnalis). Es zählt zu den wertvollsten Strukturpflanzen für sonnige bis halbschattige Bereiche. Seine frischgrünen, feinen Blätter bleiben in milden Wintern oft grün und sorgen dadurch auch in der kalten Jahreszeit für ein gepflegtes Gartenbild. Bereits im Spätsommer entwickeln sich dichte, helle Blütenköpfchen, die bis weit in den Herbst hinein attraktiv bleiben.

Das Herbstkopfgras wächst kompakt, verträgt Trockenheit erstaunlich gut und eignet sich ausgezeichnet als flächige Pflanzung, Beeteinfassung oder als Begleiter für Rosen, Herbst-Anemonen, Purpurglöckchen und Storchschnabel. Auch im Kübel überzeugt es durch seinen ruhigen, eleganten Wuchs mit frischem Grün.

Neuseeland-Segge (Carex comans)

Ebenfalls wintergrün präsentiert sich vielerorts die Neuseeland-Segge (Carex comans), deren überhängende Halme in Bronze- oder Kupfertönen besonders moderne Pflanzungen bereichern. Sorten wie 'Bronze Form' oder 'Frosted Curls' setzen sowohl im Beet als auch in Balkonkästen elegante Akzente.

Drei Pflanzen der Sorte "Neuseeland-Segge" mit bronzefarbenen Blättern in einem grünen Garten.

Die Halme der Neuseeland-Segge fallen durch ihre besondere Bronzefärbung auf.

Da Neuseeland-Seggen etwas gleichmäßigere Bodenfeuchtigkeit bevorzugen als viele klassische Präriegräser, harmonieren sie gut mit Purpurglöckchen, Funkien oder Herbst-Alpenveilchen in halbschattigen Bereichen.

Eine weitere Segge wirkt vor allem in Gefäßen sehr elegant: die Segge Carex oshimensis 'Evereste' ist grün-weiß panaschiert und wächst ca. 30 cm hoch. Ihr Habitus ist leicht bogig überhängend und sie fühlt ich vor allem im Halbschatten und Schatten wohl. Pflanzt man sie einzeln in Gefäße, bringen diese aufgrund des Weißanteils Licht in den Schatten und sehen das ganze Jahr über gut aus.

Pflege

Anstatt im Herbst die Halme von nicht-wintergrünen Gräsern sofort zurückzuschneiden, lässt man sie besser über den Winter stehen: Raureif, Schnee oder tief stehende Wintersonne verwandeln Blütenstände und Halme zu dekorativen Gartenbildern. Gleichzeitig schützen die vertrockneten Halme das Herz der Pflanze vor Frost und bieten zahlreichen Insekten wertvolle Überwinterungsquartiere. Erst im zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb, werden die Horste bodennah zurückgeschnitten.

Autor: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten – Ziergräser im Sommer

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 24.07.2026 05:39 Min. Verfügbar bis 24.07.2027 WDR 5


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