Besonders typisch für den Sommer sind die Kräuter des Mittelmeerraums. Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano stammen aus Regionen mit heißen, trockenen Sommern und kargen Böden. Genau diese Bedingungen sollte man ihnen auch im Garten bieten.
Ein sonniger Standort und gut durchlässige Erde sind wichtiger als häufiges Gießen. Zu viel Wasser schadet den Pflanzen oft mehr als eine kurze Trockenphase. Ihre ätherischen Öle, die für den intensiven Duft verantwortlich sind, bilden sich gerade unter viel Sonne besonders reichlich aus.
Basilikum mag er gerne warm.
Italien: Basilikum
Jedes Land hat seine eigenen Kräuterlieblinge und verbindet mit ihnen eine ganz eigene Küchenkultur. In Italien darf Basilikum nicht fehlen. Es steht wie kaum ein anderes Kraut für den Sommer und ist untrennbar mit Tomaten, Mozzarella und Pesto verbunden. Basilikum liebt Wärme, reagiert jedoch empfindlich auf Kälte und Zugluft. Wer regelmäßig die Triebspitzen erntet, fördert einen buschigen Wuchs und verhindert die schnelle Blütenbildung.
Frankreich: Kräuter der Provence
In Frankreich prägen Kräuter der Provence das Bild. Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut, Oregano und Lavendel wachsen dort oft wild an steinigen Hängen. Die berühmten "Herbes de Provence" spiegeln die Landschaft Südfrankreichs wider und verleihen Gemüse, Lamm oder Ratatouille ihren unverwechselbaren Charakter. Lavendel spielt dabei eine Doppelrolle: Er würzt sparsam eingesetzt Speisen und dient zugleich als Duft- und Heilpflanze.
Diese Kräuter haben zwar die gleichen Standortansprüche und können daher auch in einen Topf gepflanzt werden – allerdings gibt Rosmarin über seine Wurzeln Stoffe in den Boden ab, die andere Gewächse am Wachstum hemmen können – daher Rosmarin besser einzeln pflanzen.
Griechenland: Oregano und Minze
Griechenland setzt auf Oregano, der dort vielerorts wild wächst und deutlich aromatischer schmeckt als viele Kulturformen. Zusammen mit Zitronensaft und Olivenöl verleiht er gegrilltem Fisch, Lamm oder Bauernsalat seinen typischen Geschmack. Auch Minze besitzt in der griechischen Küche einen hohen Stellenwert. Sie sorgt für Frische in Salaten, Joghurtspeisen und Sommergetränken.
Mitteleuropa: Schnittlauch, Petersilie & Dill
In Mitteleuropa dominieren dagegen Schnittlauch, Petersilie, Dill und Kerbel. Sie passen hervorragend zu Kartoffeln, Gurken, Quark oder Fisch und gehören seit Generationen zu den klassischen Bauerngärten. Dill ist besonders eng mit der skandinavischen Küche verbunden. In Schweden und Dänemark verfeinert er junge Kartoffeln, eingelegten Lachs und Gurken. Kaum ein Mittsommerfest kommt dort ohne den charakteristischen Duft des Dills aus.
Vorderer Orient: Minze, Koriander und Petersilie
Im Vorderen Orient und in Nordafrika wiederum gehört Minze beinahe zum Alltag. Frischer Minztee gilt als Zeichen der Gastfreundschaft und wird Gästen traditionell angeboten. Daneben spielen Koriander und Petersilie eine wichtige Rolle. Sie werden nicht nur sparsam zum Würzen verwendet, sondern oft in großen Mengen verarbeitet – etwa in Taboulé oder anderen Kräutersalaten, bei denen die Kräuter selbst die Hauptzutat bilden.
Minze kühlt als heißen Tagen.
Erfrischende Kräuter für heiße Tage
Minze
Auf Platz eins der Frischekräuter steht die Minze. Ihr Inhaltsstoff Menthol erzeugt auf der Haut und im Mund einen kühlenden Effekt. Deshalb ist Minze die klassische Zutat für Eistees, Limonaden, Cocktails oder sommerliche Obstsalate. Auch Pfefferminze im Blumentopf neben der Terrasse verströmt ihren erfrischenden Duft schon bei der kleinsten Berührung.
Minzen haben "lange Beine" schrieb der Gartenschriftsteller Jürgen Dahl und verwies damit auf die Ausbreitungswut dieser Pflanzenart. Am besten hält man Minzen im Topf oder pflanzt sie mit einer Wurzelsperre in das Kräuterbeet. Auch im Balkonkasten machen die duftenden Kräuter eine gute Figur, zumal die Sorten sehr unterschiedliche Blattfarben ausbilden: die Schokominze ist tendenziell sehr dunkel, die Erdbeerminze zart-grün, die Apfelminze hat wunderbar behaarte weiche Blätter
Zitronenmelisse
Ebenfalls beliebt ist die Zitronenmelisse. Ihr feines Zitronenaroma macht sie zum idealen Begleiter für Wasser, Tee oder Desserts. Schon im Mittelalter galt sie als beruhigende Heilpflanze. Im Sommer sorgt sie für eine angenehme Frische, ohne so intensiv zu sein wie Minze. Zitronenmelisse ist ein Kraut für Menschen ohne grünen Daumen. Sie wächst sowohl sonnig als auch im Schatten und ist absolut anspruchslos. Zudem vermehrt sie sich bereitwillig, wird jedoch nicht zur Last, denn die Sämlinge kann man an ungewollten Stellen leicht entfernen.
Zitronenverbene
Zitronenverbene gehört zu den aromatischsten Sommerkräutern überhaupt. Ihr intensiver Zitrusduft verfeinert Getränke, Sorbets oder Fischgerichte. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, liebt sonnige Standorte und kann in wintermilden Regionen Deutschlands ausgepflanzt werden. In höheren Lagen sollte sie im Topf frostfrei überwintert werden.
Basilikum
Auch Basilikum wirkt erstaunlich frisch – besonders in Kombination mit Tomaten oder Früchten. Neben dem klassischen Basilikum gibt es auch weitere Sorten wie das Zitronen-, Thai- oder Zimtbasilikum, die sommerlichen Speisen eine ganz neue Note verleihen.
Weniger bekannt, aber ebenso aromatisch, sind Ananas- und Honigmelonensalbei. Deren Blätter duften fruchtig, die leuchtend roten Blüten sind essbar und machen sich hervorragend in Sommergetränken oder Salaten.
Autor: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz
Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.