An der Tankstelle, beim Heizen und im Supermarkt: Hohe Rohölpreise treffen Verbraucher an vielen Stellen.
Bildquelle: Jan Woitas / dpaWer Diesel tankt, muss in letzter Zeit sehr tief in die Tasche greifen. Die Preise lagen pro Liter in den vergangenen Tagen zwischen 2,30 Euro und 2,34 Euro. So hoch wie seit Monaten nicht mehr. Nur im Frühjahr kostete der Liter noch einmal rund 10 Cent mehr.
Ein Grund dafür ist die erneute Eskalation im Persischen Golf zwischen den USA und dem Iran. Das hatte zur Folge, dass der Rohölpreis pro Fass (159 Liter) kurzzeitig die 100-Dollar-Marke überschritten hat. Einige Analysten gehen davon aus, dass der Rohölpreis weiter steigen wird. Verbraucher würden das dann nicht nur an der Tankstelle merken.
Hohe Rohölpreise gelten als Inflationstreiber
Die steigenden Rohölpreise machen sich auch im Supermarkt bemerkbar.
Bildquelle: Marcus Brandt / picture alliance / dpaWeil Erdöl sehr wichtig für die globale Wirtschaft ist, gelten hohe Rohölpreise als Inflationstreiber. Die Inflation liegt im Euroraum momentan etwas höher als drei Prozent. In Deutschland ist sie knapp darunter. Damit die Inflation nicht weiter steigt, hat die EZB am Donnerstag, 10.09., den Leitzins angehoben. Wie effektiv die Maßnahme sein wird, ist noch unklar.
Rohöl ist nicht nur in verarbeiteter Form als Treibstoff elementar, sondern wird auch in vielen Produktionszweigen genutzt, zum Beispiel in der chemischen Industrie. Ein Industriezweig, der besonders wichtig für NRW ist.
Heizsaison startet mit hohen Preisen
Auch Produkte für Endverbraucher sind betroffen: Heizöl etwa ist 50 Prozent teurer als im vergangenen Herbst.
Verbraucher zahlen aber nicht nur bei der Wärme drauf. Auch an der Supermarktkasse wurde es für Kunden teurer. Das liegt aber nicht allein an den steigenen Preisen für Rohöl. Auch Dürre und Niedrigwasser sind in diesem Jahr Preistreiber. So kamen einige Gemüsesorten nur schlecht mit der Trockenheit zurecht. Der Preis für Eisbergsalat lag zuletzt rund 33 Prozent über dem des Vorjahres.
Keine Entlasstung in Sicht
Ob und wann die Preise wieder sinken, hängt von der weiteren politischen Entwicklung ab. Solange die Straße von Hormus blockiert ist, können Verbraucher nicht mit einer dauerhaften Entlasstung rechnen. Momentan zeichnet sich kein Ende des Konflikts zwischen dem Iran und den USA ab.
Nachrichtenagenturen melden unter Berufung auf Insider, dass die EZB in naher Zukunft den Leitzins nochmals anheben könnte. Zumindest wäre das eine gute Nachricht für Sparer. Denn diese könnten dann höhere Zinsen auf ihr Geld bekommen.
Unsere Quellen:
- Reuters
- Statistisches Bundesamt
- Europäische Zentralbank: Geldpolitische Beschlüsse
Sendung: WDR5, Das Wirtschaftsmagazin, 11.09.2026, 13:36 Uhr