Blick auf ein Glasfaserkabel, dahinter ein Haus

An der Tür überrumpelt Was Verbraucher zu Glasfaser-Verträgen wissen müssen

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Wer einen Glasfaseranschluss angeboten bekommt, sollte nicht vorschnell unterschreiben. Warum Vertreter oft Druck machen und worauf Sie beim Vertragsabschluss achten sollten - die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine Situation, die viele kennen: Es klingelt an der Haustür - und vor einem steht ein Berater und wirbt für einen Glasfaseranschluss. Oft sind das Menschen, die über Subunternehmen zum Beispiel von der Telekom oder von Vodafone kommen.

Diese Mitarbeiter bekommen für jeden neuen Vertrag eine Provision. Die Verbraucherzentralen sprechen von "Drückerkolonnen", die vermehrt unterwegs sind. Die Mission: möglichst viele Vertragsabschlüsse, direkt vor Ort. Wie Kundinnen und Kunden in solchen Situationen reagieren können, welche Tricks Firmen nutzen und was Verbraucherschützer raten.

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Mit welchen Tricks versuchen die, neue Verträge an der Haustür sofort abzuschließen?

Oft wird mit Zeitdruck und Verunsicherung gearbeitet. Davor warnen auch die Verbraucherzentralen. Ein Klassiker: "Sie müssen jetzt handeln, weil DSL oder das Kupfernetz bald abgeschaltet wird." Das stimmt pauschal so nicht. Glasfaser soll langfristig Kupfer ersetzen, aber: morgen oder bald klappt das Internet nicht mehr, das stimmt so nicht.

Glasfaserausbau - Drückerkolonnen locken Kunden

WDR 5 Westblick - aktuell 22.07.2026 04:26 Min. Verfügbar bis 22.07.2027 WDR 5

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Noch ein Klassiker, um Verbraucher rumzukriegen: "Wenn Sie heute nicht unterschreiben, wird es später teurer." Das kann zwar in einigen Fällen tatsächlich zutreffen, aber Verbraucherschützer raten hier: Unterlagen geben lassen und in Ruhe alles prüfen. Oder Vertreter sagen, sie kämen im Auftrag des bisherigen Anbieters. Oder sie müssten den Anschluss checken. Tatsächlich kann es aber um einen Neuvertrag oder einen Anbieterwechsel gehen.

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Warum drängen die auf Verträge, obwohl Glasfaser oft erst Jahre später kommt? 

Weil die Unternehmen möglichst früh Kunden gewinnen wollen oder ihre alten Kunden möglichst sicher fürs Unternehmen in die neue Technik mitnehmen möchten. Glasfaserausbau kostet richtig Geld. Die Branche investiert Milliarden in den Ausbau der Netze. Telekom oder Vodafone etwa arbeiten dazu mit externen Vertriebspartnern zusammen, die Verträge direkt an der Haustür verkaufen. Je mehr Menschen vor dem Ausbau zusagen, desto besser kann ein Anbieter kalkulieren.

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Kann ich auch später noch einsteigen?

Ja. Verbraucherschützer raten ausdrücklich davon ab, sich an der Haustür zu einer sofortigen Unterschrift drängen zu lassen. Wer sich für Glasfaser interessiert, sollte sich Informationsmaterial geben lassen und Angebote in Ruhe prüfen. Die Entscheidung muss also nicht direkt an der Haustür fallen.

Für Mieter ist Folgendes wichtig: Bitte genau nachfragen, bis wohin der Glasfaseranschluss verlegt werden soll. "Am Gebäude" oder "bis in den Keller" heißt nicht automatisch Glasfaser bis in die Wohnung. Entscheidend ist, welche Technik tatsächlich in der Wohnung ankommt und wer für die weitere Verkabelung zuständig ist.

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Was passiert, wenn ich einen Vertrag abgeschlossen habe, aber der Anschluss sich verzögert?

Dass zwischen Vertragsabschluss und dem Anschluss der Leitung mehrere Monate vergehen, kann beim Glasfaserausbau passieren. Wichtig ist: sämtliche Unterlagen und Dokumente sorgfältig aufbewahren.

Nach Ablauf der Widerrufsfrist führt eine Verzögerung beim Ausbau allerdings nicht automatisch dazu, dass man vom Vertrag zurücktreten kann. Das hängt von den konkreten Vertragsbedingungen und dem Einzelfall ab. Bei Problemen können aber die Verbraucherzentralen beraten.

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Wenn ich an der Tür unterschrieben habe: Kann ich wieder aus dem Vertrag raus?

Ja, also nicht in Panik geraten: Wer unterschrieben hat, kann solche Haustürgeschäfte normalerweise innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Und wenn der Vertreter über das Widerrufsrecht gar nicht oder falsch informiert hat, kann dafür auch länger Zeit sein. Im Zweifel helfen die Verbraucherzentralen weiter. 

Auch interessant: Die Telekom zum Beispiel fordert Betroffene ausdrücklich dazu auf, unseriöse Vertreter zu melden. Nach Angaben der Telekom kann das bis hin zu Kündigungen oder anderen personellen Konsequenzen für die betreffenden Vertreter oder Vertriebspartner führen.

Unsere Quellen:

  • Deutsche Glasfaser
  • Deutsche Telekom
  • Tagesschau

Sendung: WDR 5, Westblick, 22.07.2026, 17:05 Uhr

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