Tankanzeige bei einer Tankstelle

Studie: Der Tankrabatt wurde größtenteils weitergegeben.

Tankrabatt-Check Wie hoch war die Entlastung für Verbraucher wirklich?

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Trotz Tankrabatt blieben die Spritpreise hoch. Das Kartellamt hat untersucht, inwieweit die Rabatte von Händlern wirklich weitergegeben wurden.

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Andrea Groß

Die Auswertung des Bundeskartellamts zeigt, dass die Energiesteuersenkung - besser bekannt als Tankrabatt - an die Verbraucher weitergegeben wurde. Wenn auch nicht in vollem Umfang. Beim Diesel hätten die Händler den Rabatt zu mehr als 80 Prozent weitergereicht, bei Benzin seien es etwas weniger als 80 Prozent gewesen, so die Behörde.

Großhändler bei Tankrabatt großzügiger als Tankstellenbetreiber

Der Tankrabatt trat Anfang Mai in Kraft und endete Ende Juni. Um gut 16 Cent war der Sprit in der Zeit an Tankstellen in Deutschland billiger. In der Zeit zählten die Spritpreise in Deutschland sogar zu den niedrigsten in der gesamten EU. Dass der Rabatt nicht in vollem Umfang weitergegeben wurde, liegt nach den Berechnungen der Wettbewerbshüter eher an den Tankstellen als an den Großhändlern.

"Schätzungsweise vergrößerten die Tankstellen ihre durchschnittliche Bruttomarge in der Zeit des Tankrabatts bei Diesel um knapp 3,3 Cent pro Liter und bei E5 um knapp 1,9 Cent im Vergleich zum ersten Quartal 2026", heißt es in dem Bericht. Um dramatische Preissprünge zu vermeiden, hatte die Bundesregierung im Frühjahr zusätzlich die sogenannte 12-Uhr-Regelung eingeführt.

Verstöße gegen 12-Uhr-Regelung werden geahndet

Nach der neuen Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur um 12 Uhr und damit einmal am Tag erhöhen. Die Wettbewerbshüter sagen, dass nur zwei Prozent der Tankstellen gegen diese Regelung verstoßen hätten. Nach dem Bericht waren in der Anfangsphase meistens offenbar technische Probleme mit den Kassensystemen der Grund dafür.

"Rund um den 1. Juli sind die Preise an der Zapfsäule um circa 17-19 Cent gestiegen. Einen Teil dürften dazu auch die jüngsten Preissteigerungen im Großhandel bedingt durch Angebots- und Nachfrageeffekte beigetragen haben." Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagt, die Ahndung solcher Verstöße sei Angelegenheit der Landesbehörden. Einige von ihnen hätten auch schon Ermittlungen aufgenommen. Er sagt weiterhin, dass die Spritpreise nicht nur wegen des Tankrabatts vergleichsweise günstig gewesen seien, sondern zeitweise auch wegen gesunkener Rohölpreise. Im Juni ruhten die Kampfhandlungen zwischen Iran und den USA in der Straße von Hormus.

Spritpreise zogen Anfang Juli wieder ordentlich an

Nach dem Auslaufen des Tankrabatts sei der Anstieg der Diesel- und Benzinpreise erwartbar gewesen, so Behördenchef Mundt. Ein Sprecher des ADAC weist darauf hin, dass zusätzlich noch der Konflikt zwischen Iran und den USA wieder aufgeflammt ist. Auch deswegen hätten die Spritpreise erneut zugelegt. In NRW lag der Preis für einen Liter Diesel bei 2,17 Euro und für Benzin sogar bei 2,20 Euro im Durchschnitt (Stand: 10. Juli, 17 Uhr).

Tankrabatt ist angekommen

WDR 10.07.2026 04:10 Min. Verfügbar bis 09.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

Sendung: WDR 5, Das Wirtschaftsmagazin, 10.07.2026, 13:35 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 10.07.2026

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