Mit Schulungen und Prämien will NRW den Kampf gegen die invasive Asiatische Hornisse aufnehmen. Geschulten Imkerinnen und Imkern werden für eine fachgerechte Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse 150 bis 300 Euro gezahlt, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Prämien können auch von Imkern in Anspruch genommen werden, die dafür einen professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen.
Auch für die benötigte Ausrüstung können Imker einen finanziellen Zuschuss erhalten. Pauschal 250 Euro gibt es zum Beispiel für Schutzanzüge inklusive Helm und Visier. Absaugvorrichtungen oder Lanzen für den direkten Umgang mit Hornissen-Nestern werden mit einer Pauschale von 2.000 Euro unterstützt.
Invasive Insekten fühlen sich in NRW wohl
Vor sechs Jahren wurde die Asiatische Hornisse das erste Mal in NRW entdeckt - inzwischen hat sie sich stark verbreitet. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima wurden im vergangenen Jahr mehr als 7.300 Exemplare gemeldet: Das sind rund fünfmal so viele wie 2024.
Besonders häufig wurde die aus Südostasien stammende Vespa velutina im Rheinland und Ruhrgebiet gesichtet. Sie lauert Honig- und Wildbienen auf und tötet sie im Flug, um sich von ihnen zu ernähren.
Gefahr durch Asiatische Hornisse: Land NRW startet Förderprogram
Bildquelle: WDR / picture-alliance/ dpa / Maxppp David BecusWDR. 03.05.2026. 00:50 Min.. Verfügbar bis 02.05.2028. WDR Online.
Pflanzen, Schmetterlinge und Vögel leiden unter Asiatischer Hornisse
Wenn die Asiatische Hornisse heimische Bienen tötet, sind indirekt auch viele Pflanzenarten und andere Tiere betroffen. Gibt es weniger Bestäuber, wachsen auch weniger Blütenpflanzen - was sich wiederum negativ auf Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten auswirkt, die auf diese Pflanzen angewiesen sind.
Außerdem konkurriert die Asiatische Hornisse um dieselben Nahrungsquellen und Nistplätze wie die heimischen Arten - und ist dabei ziemlich erfolgreich. Weil sie keine natürlichen Feinde hat, breitet sich die Hornisse schnell aus.
Viele Imker in NRW sehen schon längst ihre Bienenvölker bedroht. "Sie ernähren sich zu 65 Prozent von unseren Honigbienen", sagte Ulf Bergmann vom Kreis-Imkerverein Unna-Hamm im vergangenen Sommer dem WDR.
Wo baut die Hornisse ihr Nest? Bürger sollen Nester melden
Die gut zwei Zentimeter großen Insekten bauen ihre Nester im Frühling häufig in Sträuchern, unter Dachüberständen oder in Geräteschuppen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Nester oder Sichtungen der Asiatischen Hornisse den Städten zu melden, um deren Ausbreitung besser nachverfolgen zu können. Man erkennt die Insekten an ihrer schwarzen Brust, den schwarz-gelben Beinen sowie dem hauptsächlich dunklen Hinterleib mit gelben Banden.
Wie gefährlich ist die Hornisse für den Menschen?
Für Menschen ist die Asiatische Hornisse kein großes Problem - wenn man nicht allergisch ist. Ihr Stich ist nicht gefährlicher als der einer heimischen Hornisse oder Wespe. Die Tiere sind in der Regel nicht aggressiv, solange ihr Nest nicht bedroht wird.
Nester der Hornissen sollten nur von Fachleuten entfernt werden
Inzwischen gilt die Hornisse in Deutschland als weit verbreitet. Die Behörden sind deshalb nicht mehr dazu verpflichtet, alle ihre Nester zu entfernen. Das passiert nur noch im Einzelfall. Empfohlen bleibt die Beseitigung durch Fachleute aber weiterhin. Zuständig sind die Grundstückseigentümer, betont etwa die Stadt Bottrop.
Immer wieder muss dafür auch extra die Feuerwehr anrücken, wie zum Beispiel vor einigen Monaten in Ennepetal. Dort hing ein Nest in einem Baum an einer Grundschule in etwa zehn Metern Höhe. Es war so groß wie zwei Medizinbälle. Aufgrund des schwierigen Geländes kam selbst die Feuerwehr nicht an das Nest heran. Sie brauchte Hilfe eines speziellen Steigers von einem örtlichen Dachdecker.
Unsere Quellen:
- Landwirtschaftsministerium NRW
- Nachrichtenagentur dpa
- Landesamt für Natur, Umwelt und Klima
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 03.05.2026, 13 Uhr
Erstveröffentlichung am 03.05.2026.
Kommentare zum Thema
Die Überschrift "NRW zahlt Prämien für Nester der Asiatischen Hornisse" liest sich im ersten Moment gut. In vielen Artikeln wird vergessen, auf die zwingend festgelegten Bedingungen der LWK hinzuweisen. Kein Imker/in kann ohne erfüllte Vorgabe Prämien einfordern. Wie bei jeder Förderung gibt es klare Bedingungen sowie eine Grenze des Fördertopfes bei 150 000 Euro. Er soll die Sensibilisierung auf das Thema „Umgang mit der Asiatische Hornisse“, Management der Art, Schulungen, Wissensbildung anschieben. Wichtigster Punkt: der Schutz der Nicht-Zielarten ist zwingend, Fachwissen ist dazu notwendig. Dazu werden Schulungen angeboten. Uns erreichen Fragen wie: können Sie nicht mal auf meinem Dachboden schauen, es gibt ja Geld dafür / jetzt verdienen die Imker/innen sich eine goldenen Nase. Zudem kommen Bilder von unbestimmten abgerissenen Nestern zu uns mit der Frage: gibt es Geld dafür ? ! Nein, was für ein Unfug ! Sehen, Melden, Artansprache, korrekte Arbeistweise. Geld für Fachkunde.
Bei mir holt eine Asiatische Hornisse sich täglich Baumaterialien aus totem, abgetrockneten Baumstamm, so, wie dies auch unsere heimischen Hornisse und die Wespen tun. Wo die AH hinfliegt, kann ich nicht feststellen, aber bestimmt nicht so weit.
Wir als Schädlingsbekämpfer haben eine Ausbildung, geprüfte und zugelassene Mittel und die passenden Geräte um die Nester bis zu 35 m Höhe zu 100% zu bekämpfen. Ob absaugen, Wasserdampf oder mit anderen wilden Methoden die Nester zu entfernen wird es immer überlebende Tiere geben. Es kann nicht sein Hobbyimker mit einigen Schulungsstunden auf die Jagd zu schicken. Diese können dann vieleicht eine Asiatische Hornisse erkennen, haben aber zu Recht nicht den Zugriff auf wirksame Insektizide. Denn diese dürfen nur Fachleute einsetzen. Nest erkennen und in die Meldeportale bringen. Dann bekämpfen die Schädlingsbekämpfer fachlich richtig und nachhaltig.
Gibt kein Geld so also Hobby Imker killer Modus rein