Alarm im Forst: Käfer bedroht bergischen Wald
Bildquelle: WDR/ H. Bellmann/F. HeckerWDR. 3 Min. 8 Sek.. Verfügbar bis 27.05.2028.
Der Eichenprachtkäfer hat zahlreiche mehr als 100 Jahre alte Bäume rund um Leichlingen und Langenfeld befallen. Die Folgen sind schon überall zu sehen: Kronen werden welk, die Bäume sterben ab. Uralte Bestände werden derzeit ausgedünnt.
"Wir dachten, die Eichen schaffen den Klimawandel. Wir dachten immer die Eiche ist der typische deutsche Baum, ein Rückgrat unseres Waldes. Das ist leider nicht der Fall – der Eichenprachtkäfer dünnt unsere Bestände aus“, sagt Norbert Geisthöffer. Er ist Waldschutzberater bei Wald und Holz NRW und Spezialist für Schädlinge.
Die vergangenen trockenen Sommer haben die Eichen geschwächt und anfällig gemacht - auch wenn es vermeintlich viel geregnet hat. Die Eichenprachtkäfer fressen sich unter die Borke und unterbrechen so den Saftstrom, also die lebenswichtigen Adern des Baumes, der die Blätter versorgt.
Ist er der neue Borkenkäfer?
Der Eichenprachtkäfer kommt da vor, wo im Bergischen Land verstärkt Eichen stehen. Das ist vor allem im Rheinisch-Bergischen und im niederbergischen der Fall. Im Oberbergischen ist bis jetzt nur ein vereinzelter Befall festzustellen.
Die Folgen des Befalls: Trockene Baumkronen
Bildquelle: WDR/ Gaby van den BoomDass der Eichenprachtkäfer sich ähnlich schnell vermehrt wie der Borkenkäfer vor ein paar Jahren ist nach Einschätzung von Norbert Geisthoff nicht zu befürchten. Denn der vermehrt sich deutlich schwächer als es der Fichtenborkenkäfer.
Chancen für Eindämmung stehen gut
Förster und Waldschutzberater versuchen, den Schaden möglichst gering zu halten. Heißt für sie: befallene Bäume zu fällen. Die Chancen die Ausbreitung einzudämmen sind gut, denn anders als der Borkenkäfer entwickelt sich der Eichenprachtkäfer viel langsamer.
Waldschutzberater Norbert Geisthoff kontrolliert Eichen
Bildquelle: WDR/ Gaby van den Boom"Wir haben nach dem Befall rund ein Jahr Zeit, den befallenen Baum aus dem Wald zu bringen – ihn also zu fällen und das Holz zu verkaufen. Das Holz ist dann auch nach wie vor nutzbar.“, sagt Förster Ralf Herrmann. Er arbeitet eng mit den Waldbesitzern zusammen.
Baum der Zukunft ?
Wetterextreme wie Stürme oder Dürrephasen werden häufiger - damit steigt auch der Stress für die Bäume und die Erholzeiten für die Wälder sinken. Mit am schlimmsten betroffen ist die Buche, eine prägende Baumart in unseren Wäldern.
Auf der Suche nach Schädlingen
Bildquelle: WDR/ Gaby van den BoomSie hat eine dünne Rinde und ist deshalb anfällig für Sonnenbrand. Die Buche kann die Spiralröffnungen ihrer Blätter - anders als die Eiche - nicht schließen. Das heißt, die Buche verdunstet alles Wasser im Boden. Ist das verbraucht, kommt es zu Embolien in den Zweigen und dort dringen dann Pilze ein.
Die Eichen sind mit ihrer dicken Rinde weniger anfällig für Sonnenbrand. Sie gehen auch sorgsamer mit Wasser um. Deshalb seien sie trotz des Eichenprachtkäfers ein Hoffnungsträger, finden die Förster.
Unsere Quellen:
- Regionalforstamt Bergisches Land
- Waldschutzberater Wald und Holz NRW
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 27.05.2026, 19:30 Uhr