Diese Photovoltaikanlage hilft Landwirten
Bildquelle: imageBROKER / newspixx vario imagesWDR. 1 Min. 38 Sek.. Verfügbar bis 04.09.2028.
Schutz vor Hitze und Trockenheit : Diese Photovoltaikanlage hilft Landwirten
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Viele Landwirte haben in diesem Jahr mit Hitze und Trockenheit auf den Feldern zu kämpfen. Ihre Pflanzen sind auf freier Fläche der prallen Sonne ausgesetzt. Eine spezielle Photovoltaikanlage soll dafür sorgen, dass Strom erzeugt und gleichzeitig die Sonne abgeschirmt wird.
In den vergangenen Sommer-Monaten gab es nur wenige Tage, an denen das Thermometer unter 20 Grad lag, die Sonne hat regelrecht auf die Erde gebrannt. Für die Felder alles andere als angenehm. Die Weizenernte in diesem Jahr sei nicht gut gewesen, heißt es von der Kreisbauernschaft Heinsberg. Bei den Rüben sieht es nicht besser aus.
Die Hitze macht der Ernte zu schaffen
Bildquelle: ddp/Sven Simon/Frank HoermannAber wie können die Landwirte ihre Felder besser vor Hitze, Trockenheit und der Sonne schützen? Seit einigen Jahren werden hierzulande sogenannte Agri-PV-Anlagen gebaut.
Dabei werden höhere Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich genutzten Feldern aufgestellt, darunter befinden sich weiterhin Felder oder Weideflächen. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium beansprucht die Stromerzeugung mit Agri-PV maximal 15 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche, sodass mindestens 85 Prozent weiterhin vom Bauern genutzt werden können.
Kleine Traktoren können die Felder unter den Anlagen bewirtschaften, aber auch autonome Landmaschinen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Hückelhoven: Agri-PV-Anlage wird gerade gebaut
Bekommt eine Agri-PV-Anlage: Landwirt Max Spies von Büllesheim
Bildquelle: WDR / Benedikt HerfsIn Hückelhoven entsteht eine solche Anlage. Landwirt Max Spies von Büllesheim lässt sie auf zwei Feldern in Ratheim und Brachelen bauen - die Gesamtfläche: 20 Hektar, also rund 28 Fußballfelder. Unter der Photovoltaikanlage soll zunächst Futter für Pferde angebaut werden. Was in den Folgejahren kommt, sei noch unklar, so Spies von Büllesheim.
Die Anlagen werden derzeit gebaut, im Frühjahr 2027 sollen sie fertig sein. Vorteil bei ihnen: Es wird noch ein Batteriespeicher angeschlossen, der den erzeugten Strom zunächst speichert und auch zeitverzögert ins Netz speisen kann.
Verband: Politik soll Agri-PV mehr beachten
Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW setzt sich momentan dafür ein, dass die Bundespolitik dem Ausbau von Agri-Photovoltaik größere Bedeutung schenkt. In Nordrhein-Westfalen hinke man anderen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg hinterher, obwohl es hierzulande eine starke Landwirtschaft und gleichzeitig einen hohen Energiebedarf gebe.
Darunter grasen normalerweise Schafe: eine PV-Anlage in Heinsberg
Bildquelle: WDR / Benedikt HerfsAuch den Landwirten werde es häufig zu kompliziert gemacht, sich für Agri-PV zu entscheiden.
"Wir dürfen Agri-PV nicht durch neue Vorgaben und langwierige Genehmigungsverfahren so kompliziert machen, dass Landwirte schon deshalb darauf verzichten, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen." Max Spies von Büllesheim, Landwirt
Laut Kreisbauernschaft Heinsberg bringe Agri-PV außerdem Hindernisse bei der Bewirtschaftung der Ackerflächen. Diese müssten von der Politik mehr berücksichtigt werden.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräch mit Christian Vossler vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW
- Gespräch mit Hückelhovener Landwirt Max Spies von Büllesheim
- Pressemitteilung der Kreisbauernschaft Heinsberg
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
- Sun Farming Projekt GmbH
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 03.09.2026, 18:08 Uhr
