Er sieht ein bisschen aus wie verschimmelter Knoblauch: An manchen Maispflanzen wachsen auffällige, große Beulen. Dahinter steckt der Maisbeulenbrand. Eine Pilzerkrankung, die in diesem Sommer regional häufiger zu beobachten ist.
Vor allem Hitze und Trockenheit machen es dem Pilz leichter. Denn dadurch können sich gestresste Maispflanzen schlechter gegen den Befall wehren. Besonders an Feldrändern tritt der Pilz häufiger auf. Auch auf leicht sandigeren Böden kommt er verstärkt vor - unter anderem in Teilen vom Münsterland.
In Mexiko eine Delikatesse
Doch was in Deutschland als Pilzbefall gilt, wird in Teilen Mexikos sogar gezielt angebaut und gegessen. Dort ist der Maisbeulenbrand unter dem Namen "Cuitlacoche" bekannt und gilt als Delikatesse. Teilweise wird er ähnlich hochpreisig gehandelt wie hierzulande Trüffel.
Daher kommt auch die Bezeichnung "mexikanischer Trüffel". In Deutschland ist der Maisbeulenbrand allerdings kein klassischer Speisepilz, der üblicherweise gesammelt oder im Handel angeboten wird.
Starker Befall führt zu geringerer Qualität
Erst bei einem stärkeren Befall kann auch die Futterqualität des Maises sinken. Dazu kommt es vor allem dann, wenn die Pflanzen zuvor bereits durch extreme Hitze und Trockenheit geschwächt wurden. Genau das war diesen Sommer der Fall.
Manchmal sieht der Pilz auch harmlos aus
Bildquelle: WDR/ Paula GoebelSieht schlimm aus, ist aber kein großes Problem
Doch für die Landwirtschaft ist er normalerweise kein großes Problem. "Wir haben in der Landwirtschaft viele Probleme und große Probleme, aber der Maisbeulenbrand ist ausnahmsweise keins davon", sagt Timo Westerink, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer NRW für den Kreis Steinfurt.
Ein bisschen Maisbeulenbrand findet sich laut Westerink eigentlich fast jedes Jahr. Ganz ohne Folgen bleibt der Befall für die betroffene Pflanze allerdings nicht. Sie muss Energie aufwenden, um sich gegen den Pilz zu wehren. Diese Energie fehlt dann teilweise für Wachstum und Ertrag.
Die Pflanze hat ein richtiges Immunsystem und der Pilz greift das an. Da findet ein richtiger Kampf zwischen Pilz und Pflanze statt. Timo Westerink, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer NRW
"Die Pflanzen sind geschwächt. Dann können die sich eben schlechter gegen so einen Pilz wehren und der Pilz hat es ein bisschen leichter, die Pflanze zu infizieren.", so Westerink. Bisher sei aber noch alles im normalen Bereich. Kein Grund zur Sorge also.
Unsere Quellen:
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Gespräch mit Timo Westerink, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer NRW
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 02.09.2026, 12:30 Uhr
