Eine Frau hält eine Menge Klamotten in ihrem Arm

Wohin mit den alten Shirts, Pullis und Jacken?

Bildquelle: picture alliance / Roland Weihrauch

Aussortierte Kleidung Spende, Müll, Verkauf - hier gehören Altkleider hin

Stand:

Deutsche kaufen 60 Kleidungsstücke pro Jahr - einige landen im Restmüll. Wo ihr Altkleider gut loswerdet. Fragen und Antworten.

Die Deutschen kaufen zunehmend Secondhand-Kleidung. Gut für die Umwelt ist das aber nicht automatisch. Die Textil-Abfälle in NRW liegen verglichen mit früheren Jahren weiterhin auf hohem Niveau. Am Dienstag, 25. August, ist "Tag der gebrauchten Kleidung".

Anlass, um mal genauer hinzuschauen: Wie viel Alktkleider-Müll gibt es überhaupt in NRW? Und wie entsorgt ihr eure Altkleider am besten?

Wie viel Kleidung wird in NRW weggeschmissen?

Die neuesten Zahlen zu Textil-Müll in Nordrhein-Westfalen veröffentlichte das Statistische Landesamt IT.NRW im Mai. Sie stammen von 2024. In dem Jahr haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetriebe in NRW 36.145 Tonnen Textilien eingesammelt. Die Menge des Textilabfalls stieg damit zum zweiten Mal in Folge. 

Etwa 64 Prozent der Textilabfälle werden in Deutschland über öffentliche Container entsorgt, teilt die Verbraucherzentrale NRW mit. Insgesamt werden demnach 74 Prozent oder etwa eine Million Tonnen Textilien aussortiert und in eine Altkleidersammlung gegeben. Das entspricht rund zwei Milliarden Kleidungsstücken. 

Viele Textilien werden auch über den Restmüll entsorgt. Laut Verbraucherzentrale sind es deutschlandweit jährlich 374.000 Tonnen. Allein in Köln landen pro Jahr mehr als 6.000 Tonnen an Altkleidern und Schuhen im Restmüll, teilen die dortigen Abfallwirtschaftsbetriebe, kurz AWB, mit.

Wohin also mit gebrauchter Kleidung?

Ob nicht mehr benötigte Textilien als Secondhand Kleidung verkauft, in einer Kleiderkammer abgegeben oder über einen Altkleider-Container entsorgt werden, bleibt jedem selbst überlassen. Altkleider-Spenden sollten sauber, intakt und noch gut tragbar sein. 

Über den Restmüll sollten Textilien nur entsorgt werden, wenn die örtlichen Entsorgungsbetriebe keine Sammlung von zerschlissener Kleidung anbieten, heißt es vom Bundesumweltministerium. 

Solche Sammlungen für zerschlissene Kleidung gibt es aber eher selten. Daher teilt der Verband kommunaler Unternehmen mit: Stark zerschlissene, verdreckte oder anderweitig kontaminierte Textilien sollten weiterhin über die Restmülltonne entsorgt werden.

Wo stehen die Altkleider-Container?

Rote und weiße Altkleidercontainer vor Bäumen

Altkleider-Container des DRK

Bildquelle: WDR / Helmut Metzmacher

Altkleidercontainer werden unter anderem von den jeweiligen kommunalen Entsorgungsbetrieben aufgestellt. Oder ihr findet sie in deren Wertstoff-Centern. Darüber hinaus gibt es auch Altkleider-Container von Organisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, Malteser und Kolpingwerk und von Gewerbetreibenden. 

Die genauen Orte findet ihr auf den Websites der Entsorger und Organisationen. Einen guten Überblick über die Standorte vieler Altkleider-Container - aber nicht aller - bietet auch FairWertung, ein Zusammenschluss gemeinnütziger Altkleidersammler über die Seite altkleiderspenden.de.

Anders als früher muss man nach den Altkleider-Containern heutzutage schon suchen. Denn deren Zahl ist zuletzt deutlich zurückgegangen.

"Aufgrund schlechter Sammelqualitäten durch Fast-Fashion-Mode, gestiegener Energie- und Transportkosten und eines internationalen Marktes, der von Massenware überschwemmt ist, sind die erzielbaren Marktpreise deutlich gesunken, weswegen insbesondere gewerbliche Sammlungen durch den Abzug von Containern reduziert oder ganz eingestellt werden", teilt der kommunale Bonner Entsorger Bonn Orange mit.

Kann man Altkleider auch abholen lassen?

Zum Teil ja. In manchen Städten in NRW, wie zum Beispiel in Dortmund oder Oberhausen, bieten die Entsorgungsbetriebe inzwischen sogar einen Abholservice von Altkleidern an: Dazu bucht man online oder telefonisch einen Termin und lässt seine aussortierte Kleidung dann an dem entsprechenden Tag abholen. In Münster gibt es ein ähnliches Konzept, das von den Maltesern organisiert wird. In Essen hingegen wurde der Abholservice wieder eingestellt, aufgrund von mangelndem Zuspruchs, wie die Stadt Essen dem WDR mitteilte.

Wo gibt es Kleiderkammern und ähnliche Sammelstellen?

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt nach eigenen Angaben deutschlandweit 800 Kleiderläden und damit die meisten in Deutschland. In NRW gibt es unter anderem welche in Recklinghausen, Olpe, Bonn und Herne. Auch Organisationen wie Diakonie, Caritas, AWO, und einzelne Kirchengemeinden betreiben mancherorts solche Läden. Häufig kann man direkt dort Altkleider abgeben.

Darüber hinaus nehmen auch Secondhand-Läden wie Oxfam und Humana Altkleider-Spenden entgegen. Weitere Informationen dazu gibt es auf deren Websites. 

Wo kann man Secondhand-Kleidung gut verkaufen?

Eure nicht mehr benötigte Kleidung könnt ihr auch selbst verkaufen - nicht nur auf Flohmärkten, sondern auch bei unzähligen Online-Anbietern. Beliebt sind zum Beispiel Vinted, Momox Fashion, Depop und Kleinanzeigen.

Wie entwickelt sich der Markt für Secondhand-Kleidung?

Schon jetzt wird mit Secondhand-Kleidung in Deutschland ein Zehntel des gesamten Umsatzes im Bekleidungsmarkt erwirtschaftet. Nach einer Prognose von Statista Market Insights steigt der Umsatzanteil auch in den kommenden Jahren an.

Wie sinnvoll ist Secondhand-Kleidung?

Secondhand-Kleidung kann nicht nur deutlich günstiger sein als Neuware. Sie kann auch dabei helfen, die Umwelt und das Klima zu schonen. 

Das Problem ist allerdings, dass allein mit der Nutzung von Secondhand-Kleidung der Umwelt nur bedingt geholfen ist. Durch den anhaltenden Trend zu sogenannter Fast Fashion und Ultra Fast Fashion werde weltweit einfach viel zu viel Kleidung hergestellt, transportiert und entsorgt, kritisieren Organisationen wie Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe.

Deren Empfehlung, um die Produktionsmengen der Bekleidungsindustrie und den Textil-Müll zu reduzieren: Nicht nur Altkleider spenden und Secondhand kaufen, sondern auch weniger Kleidung kaufen, die dafür länger hält und nachhaltiger ist. Das Ziel: Kleidungsstücke länger im Kreislauf halten.   

Durch langlebiges Design, Wiederverwendung, Reparatur, Weiterverarbeitung und Recycling könnten laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nicht nur Abfälle vermieden werden. Zugleich würde dadurch auch der Energie- und Ressourcenverbrauch gesenkt.

Secondhand-Kleidung

WDR 24.08.2026 1 Min. 37 Sek. Verfügbar bis 24.08.2028

Hinweis der Redaktion, 25.8.2026, 12 Uhr:

In einer vorherigen Version haben wir auch die Stadt Essen erwähnt bei den Städten, die einen Abholservice für Altkleider anbieten. Dieser Service wurde aber aufgrund von mangelndem Zuspruchs wieder eingestellt. Wir haben die entsprechende Stelle im Beitrag korrigiert.

Unsere Quellen:

  • Statistisches Landesamt: Information und Technik Nordrhein-Westfalen
  • Verbraucherzentrale NRW
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Statista Market Insights
  • Entsorgungsbetriebe aus Bonn, Köln, Oberhausen, Essen, Dortmund und Oberhausen
  • Malteser Refash

Folgen von Fast Fashion: Wohin mit dem Müll?

Bildquelle: imago stock&people

Europamagazin 19.07.2026 5 Min. 20 Sek. UT Verfügbar bis 19.07.2076 Das Erste Von Olga Chládková

Sendung: WDR.de, Secondhand-Kleidung, 25.08.2026, 5:07 Uhr

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