EU will Hunde und Katzen besser schützen | WDR aktuell
01:53 Min.. Verfügbar bis 26.11.2027.
Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten wollen Haustiere besser schützen. Sie haben sich in Straßburg unter anderem darauf geeinigt, dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen durch einen Mikrochip identifizierbar sein müssen. Fragen und Antworten.
Was sollen Züchter nach Plan der EU bald beachten müssen?
Züchter sollen beachten müssen, dass die Tiere es gut haben, dass jeder weiß, woher die Tiere kommen und ob sie gesund oder krank sind. Um das zu gewährleisten, soll es einen einheitlichen EU-Chip und EU-Dokumente für jeden Hund und für jede Katze geben: eine Art Tier-Personalausweis. Darin soll alles dokumentiert werden.
Welche Mindeststandards und Regelungen sind geplant?
Mindeststandards für Züchter soll es zum Beispiel geben, wenn es um die Unterbringung der Tiere geht - aber auch bei der Ernährung, Bewegungsmöglichkeiten und zur Frage: Wie viele soziale Kontakte muss ich den Tieren bieten, damit sie gesund aufwachsen. Künftig müssen Züchter laut der luxemburgischen Grünen-Abgeordnete Tilly Metz außerdem sicherstellen, dass Katzen und Hunde erst ab einem bestimmten Alter zur Zucht eingesetzt werden.
Was bedeutet das für Tierhalter - ab wann gilt die Chippflicht?
Für die Chip-Pflicht soll es mehrjährige Übergangsfristen geben. Für Hunde greift sie nach Angaben des Parlaments nach 10 und für Katzen nach 15 Jahren. Die Einigung muss noch formell von Parlament und EU-Staaten bestätigt werden.
Was gilt bei Mikrochips für Hunde und Katzen bisher in Deutschland und in NRW?
Chips für Hunde sind in Deutschland Ländersache. In NRW dürfen derzeit zum Beispiel große Hunde nur gehalten werden, wenn sie mit einem Mikrochip gekennzeichnet sind. Bei Katzen gibt es auch Verordnungen von Städten zu Mikrochips. In Düsseldorf etwa gilt: "Freigänger-Katzen müssen eindeutig und dauerhaft, entweder durch Mikrochip oder durch Tätowierung gekennzeichnet werden und im Melderegister des Amtes für Verbraucherschutz eintragen sein." Auch wer innerhalb der EU mit Hund oder Katze eine Grenze passieren will, muss das Tier vorher chippen lassen, erklärt der Deutsche Tierschutzbund.
Warum macht die EU das?
Illegaler Welpenhandel
Die neuen Regeln sollen es Kriminellen erschweren, rechtswidrig gehaltene oder eingeführte Tiere weiterzuverkaufen. Die EU will mit dem Gesetz aber auch Tierheime entlasten. Sie sind voll - und zwar überall in Europa. Viele der Tiere in Tierheimen sind Tiere, mit denen die Halter nicht zurechtkommen und die unter schlimmen Bedingungen gezüchtet wurden und verkauft wurden, um schnelles Geld zu machen. Es geht um die fragwürdigen Geschäfte der "Hundemafia", vor allem mit Welpen, die dann schnell wieder abgegeben werden. Das soll gestoppt werden.
Fälle gibt es auch in NRW immer wieder. Erst vor wenigen Tagen haben die Kreisveterinärämter Minden-Lübbecke und Gütersloh 75 Hunde sichergestellt. Die meisten sind noch junge Tiere. Es besteht der Verdacht auf illegalen Welpenhandel.
Was plant die EU noch zum Tierschutz?
Die EU will auch schmerzhafte Verstümmelungen wie das Amputieren von Ohren- oder Schwanzteilen und sogenannte Qualzuchten einschränken. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes können bestimmte angezüchtete Merkmale zu einem Leben mit Schmerzen und Schäden führen. Der Großteil kurzköpfiger Hunde etwa leide unter Atemnot.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Hundegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen
- Pressemeldung Deutscher Tierschutzbund: Mikrochip und Registrierung schützen Haustiere auch im Urlaub
- Stadt Düsseldorf: Verordnung zum Schutz freilebender Katzen
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 26.11.2025, 12:45 Uhr