30 Jahre eBay | WDR aktuell
Bildquelle: IMAGO/imageBROKER/Md Mamun Miah02:18 Min.. Verfügbar bis 03.09.2027.
30 Jahre Ebay : Wie sich die Online-Plattform verändert hat
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"3,2,1 - meins!": Mit diesem Slogan und zum Teil skurrilen Angeboten wie dem ehemaligen VW Golf des früheren Papsts Benedikt XVI. prägte Ebay das Online-Shopping. Jetzt wird die Plattform 30 Jahre alt - und hat mit dem Internet-Auktionshaus von früher nicht mehr besonders viel zu tun.
Wer heute auf ebay.de geht, findet eine Auswahl aus Werkzeug, Laptops, Turnschuhen und vielen weiteren Produkten. Doch die Geschichte der Online-Plattform begann mit Elektroschrott - genauer gesagt: einem defekten Laserpointer. Der damals 28-jährige Pierre Omidyar hatte vor genau 30 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien das Online-Auktionshaus "AuctionWeb" entwickelt und dort das kaputte Teil angeboten.
"3,2,1 - meins!": vom kaputten Laserpointer zum Milliarden-Geschäft
Zu seiner Überraschung war 1995 tatsächlich jemand bereit, das Gerät zu ersteigern - für mehr als 14 Dollar. Damit war Ebay geboren, obwohl die Plattform erst zwei Jahre später, also im Jahr 1997, auch offiziell so hieß.
Über die Jahre wurde aus dem Start-up ein Milliardengeschäft. 30 Jahre nach der Gründung ist Ebay heute in 190 Ländern aktiv und hat eigenen Angaben zufolge rund 134 Millionen aktive Nutzer, die vergangenes Jahr Waren im Wert von umgerechnet etwa 64 Milliarden Euro gehandelt haben.
Papst-Golf für fast 190.000 Euro versteigert.
Bildquelle: WDR / dpa / Lux, PatrickDer Fokus der Plattform lag zunächst vor allem auf dem Auktionsgeschäft durch Privatmenschen. Es gab fast nichts, das nicht auf Ebay angeboten wurde - unter anderem der ehemalige VW Golf des früheren Papsts Benedikt XVI. Der kam für 190.000 Euro unter den Online-Hammer. Ein gutes Geschäft für Benjamin Halbe aus Olpe. Ursprünglich erstanden hatte er den Wagen für weniger als 10.000 Euro.
Neben dem klassischen Auktions-Geschäft kam "Ebay Kleinanzeigen" dazu - eine Art Online-Flohmarkt per Web und App. Die Sparte war äußerst beliebt, wurde allerdings 2021 verkauft und hat mittlerweile den Begriff "Ebay" aus dem Namen gestrichen.
Ebay kauft Paypal - den Bezahldienst der Tech-Milliardäre Peter Thiel und Elon Musk
Ebay machte auch Paypal groß. Das Online-Auktionshaus kaufte den Bezahldienst im Jahr 2002 für 1,5 Milliarden Dollar. Über die Jahre hat sich Paypal zu einem führenden globalen Online-Bezahldienst entwickelt. Hinter Paypal steckten übrigens unter anderem die Tech-Milliardäre Peter Thiel und Elon Musk. Doch schon vor einigen Jahren hat Ebay Paypal wieder abgespalten.
Ebay hat mittlerweile viele Konkurrenten: von Amazon bis Vinted
Mit dem Online-Auktionshaus von damals hat Ebay heute nur noch wenig zu tun. Und Platzhirsch im Online-Shopping ist heute ein anderer Anbieter: der Konkurrent Amazon. Der Versandhandel von Multi-Milliardär Jeff Bezos macht inzwischen einen jährlichen Umsatz von mehr als 600 Milliarden Dollar - Ebay erreicht nur einen Bruchteil davon.
Einen Grund dafür sieht Kai Hudetz, Leiter des Kölner Instituts für Handelsforschung, auch im umfassenden Service-Versprechen von Amazon: "Egal, bei welchem Händler man dort letztlich bestellt, Amazon steht mit seinen Garantien und Leistungen immer dahinter".
Und auch an anderer Stelle hat Ebay Konkurrenz bekommen. Zwar lassen sich dort immer noch über Auktionen Dinge ersteigern, und auch Kunden auf der Suche nach Second-Hand-Produkten werden weiter fündig. Mit spezialisierten Plattformen wie Vinted für Kleidung oder Medimops für CDs, Bücher und Co. gibt es aber zusätzliche Konkurrenz. Ebay konzentriert sich inzwischen unter anderem auf Kleingewerbe-Kunden. Laut Kai Hudetz vom IFH Köln bekommen so vor allem kleinere stationäre Händler eine Chance auf zusätzliche Verkaufserlöse - wie die Boutiquebesitzerin oder der Antiquitätenhändler von nebenan.
Gründer Pierre Omidyar wurde mit Ebay zum Milliardär. Aus dem Tagesgeschäft hat er sich mittlerweile aber zurückgezogen. Seinen Reichtum setzt Omidyar auch für wohltätige Zwecke ein. Seine Stiftung "Luminate" konzentriert sich auf Projekte in Afrika, Asien und Südamerika. Sie hat aber auch das Recherchenetzwerk "Correctiv" unterstützt, das seine Zentrale in Essen hat.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagenturen KNA und dpa
- Artikel auf tagesschau.de