Gewinne mit Rüstung

Rheinmetall macht mehr Umsatz

Stand:

Die Geschäfte laufen gut bei bei Rheinmetall in Düsseldorf. Ein dickes Plus gibt es beim Umsatz und auch beim Gewinn. Einen kleinen Kratzer hat die Halbjahresbilanz aber doch: die Aussichten sind nicht so gut wie erwartet. Das liegt an einem Marine-Projekt.

"Die sicherheitspolitische Lage mit erheblichen gestiegenen Verteidigungsbudgets in zahlreichen Ländern sichert die die Nachfrage im militärischen Geschäft", heißt es trocken in der Halbjahresbilanz des Düsseldorfer Rüstungskonzerns. Der Umsatz ist um 39 Prozent, der Gewinn sogar um 74 Prozent gestiegen.

Rheinmetall hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro gemacht. 2015 hatte der Konzern dafür noch ein ganzes Jahr gebraucht. Dieses Jahr erwartet Rheinmetall 13,7 bis 14,2 Milliarden Umsatz.

Zuzwachs bei Mitarbeitern

Ählich gut sieht es bei den Mitarbeiterzahlen aus. 2021 abeiteten noch rund 21.000 Menschen für Rheinmetall. Im Mai 2026 waren es bereits 34.000. Rheinmetall-Chef Armin Papperger kündigte im März an, dass das Unternehmen "bis zu 8.000 Leute pro Jahr einstellen" will.

Armin Papperger, Vorsitzender des Bereichsvorstands Defence der Rheinmetall AG | Bildquelle: picture alliance/dpa/Fabian Strauch

Vor fünf Jahren war Rheinmetall noch ein Mischkonzern. Teils Automobilzulieferer, teils Rüstungskonzern. Von der schwächelnde Autosparte verabschiedet sich das Unternehmen und konzentriert sich jetzt ganz auf die Rüstung.

Der Wandel des Konzerns kann man am besten im Werk in Neuss sehen. Vor zehn Jahren haben im Pierburg-Werk noch etwa 700 Mitarbeiter Vergaser und Abgasrückführungssysteme für die Automobilwirtschaft produziert. Pierburg hat praktisch die komplette deutsche Automobilindustrie als Erstausstatter beliefert. VW, Mercedes, BMW, Opel, aber auch Renault und Ford gehörten zu den Kunden.

Rheinmetall: Mehr Umsatz, aber auch Probleme

Bildquelle: Philipp Schulze/dpa

WDR 06.08.2026 03:42 Min. Verfügbar bis 05.08.2028 WDR Online

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Neuss: Von Vergasern zu Drohnen-Abwehr

Heute rüstet Rheinmetall das Werk auf Militärtechnik um. Geplant ist die Produktion von Kamikaze-Drohnen, Aufklärungssatelliten und Gefechtstürmen, also Aufbauten für Flugabwehrpanzer. Für das Werk in Neuss arbeiten inzwischen etwa 1.500 Menschen. Für sie hat die IG Metall eine Beschäftigungsgarantie ausgehandelt.

Drohnenabwehr, wie sie auch in Neuss produziert werden soll, ist das Wachstumsfeld von Rheinmetall. Der Umsatz im Bereich der Flugabwehr stieg im ersten Halbjahr um 62 Prozent.

Rückschlag bei Fregatte

Einen Kratzer hat die Erfolgsstory von Rheinmetall dann aber doch: Der Bund hat die Bestellung der Fregatte F-126 storniert. Ein Rückschlag für die realtiv neue Marine-Sparte des Düsseldorfer Rüstungskonzerns. Dadurch fallen etwa 300 Millionen Umsatz in 2026 weg.

Sorgen muss sich der Konzern aber nicht machen. "Die starke Nachfrage hält an", sagt Armin Papperger, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens: "Es gelingt uns immer wieder, wichtige Großaufträge im In- und Ausland zu gewinnen." Der CEO ist optimistisch, dass sich auch neue Kunden für die Marinesparte finden.

Unsere Quellen:

  • Rheinmetall
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • Tagesschau.de

Sendung: WDR, Das Wirtschaftsmagazin, 06.08.2026, 13:35 Uhr