OstWest-Deutschland-App Erlebe Geschichte im Unterricht

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„Was haben Sie gedacht, als Sie die Polizisten mit den Maschinengewehren gesehen haben?“ – Das ist nur eine von vielen Fragen an Zeitzeugen, die Davide und Denisa aus Köln und Amalia und Anabell-Juli aus Halle (Saale) gesammelt haben. Fragen, die das Herzstück einer neuen ARD-App sind.

Im Brennpunkt des ersten Kapitels: der Bau der Berliner Mauer an der Bernauer Straße. In der neuen App "OstWest Zeitzeugen" erzählen Menschen, deren Leben damals auf den Kopf gestellt wurde, von den dramatischen Tagen im August 1961: Elke Rosin floh kurzentschlossen nach Westberlin. Jörg Hildebrandt blieb in der DDR, obwohl er das politische System ablehnte. Und Uwe Rutkowski bewachte als Volkspolizist die Grenzschließung, aber seine Zweifel wuchsen.

Mit Hilfe von Augmented Reality sind Elke, Jörg und Uwe virtuell im Klassenzimmer platziert, eindrücklich und interaktiv. Auf Augenhöhe mit Schülerinnen und Schülern.

Das Besondere: Die App ist nicht abgeschlossen – sie lebt davon, dass Jugendliche mitmachen. Die Geschichten von Elke, Jörg und Uwe sind kurzgehalten und münden in einen Call to Action: Schickt eure eigenen Fragen an die Zeitzeugen! Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland können bei der Aktion von ARD und „Stiftung Berliner Mauer“ mitmachen.

Frage schicken und Zeitzeugen-Reise gewinnen

Um die eingeschickten Fragen zu beantworten, kommen Elke Rosin, Jörg Hildebrandt und Uwe Rutkowski noch einmal ins Interviewstudio. Aus der Schulklasse mit den spannendsten Fragen aus Ost und West werden ebenfalls Jugendliche ins Studio eingeladen, so dass sie in direkten Kontakt mit den Zeitzeugen kommen.

Was passiert mit den Fragen?

Wir lesen alle Fragen und fassen ähnliche Fragen zusammen. Die Zeitzeugen werden versuchen, so viele wie möglich zu beantworten. Eine Auswahl der Antworten wird in der App in einem Update im Frühjahr 2027 veröffentlicht, alle anderen Antworten werden auf einer Website online gestellt.  

Heutiger Blick auf die Geschichte

Elke Rosin, Zeitzeugin des Mauerbaus, im Gespräch mit drei Jugendlichen

Elke Rosin, Zeitzeugin des Mauerbaus, im Gespräch mit Jugendlichen

„Wir hatten kurz vorher eine Schulfahrt nach Berlin gemacht und dort von einigen Leuten gehört, dass sie sich die Mauer zurückwünschen“, erzählt Davide (18) von der Trude-Herr-Gesamtschule in Köln, „aber als wir dann die Zeitzeugin Elke von ihrer Flucht beim Mauerbau gehört haben, ist uns klar geworden, wie schlimm die Mauer war.“ Anabell-Juli (18) vom Lyonel-Feininger-Gymnasium in Halle (Saale) sagt: „Uns wird nicht viel erzählt von unseren Eltern, wie dieser Mauerbau überhaupt zustande kam. Aber wir würden gerne mehr wissen, wie es wirklich hautnah war.“

Feedback von Schulen in Ost und West

Davide, Anabell-Juli und viele andere Jugendliche aus Ost und West arbeiten an der neuen App mit: Sie wird gemeinsam entwickelt mit der Kölner Trude-Herr-Gesamtschule, der Gesamtschule Bergheim, der Gesamtschule Nordstadt Neuss, dem Lyonel-Feininger-Gymnasium Halle (Saale) und der Geschwister-Scholl-Schule-Liebertwolkwitz (Oberschule der Stadt Leipzig). Das App-Team aus WDR, MDR und Hochschule Düsseldorf wird unterstützt von der Stiftung Berliner Mauer und der Landesschüler*innenvertretung NRW.

Das Ziel dieser Co-Creation: eine App, die einen echten Nutzen im Unterricht bietet. Lehrkräfte können die App einfach und kostenlos im Unterricht benutzen und dabei auf Unterrichtsmaterial von „planet schule“ zurückgreifen. Kernzielgruppe: ab Klasse 9, alle Schulformen.

Das App-Team stellt die App auch bei Schultouren persönlich vor.

Regelmäßig neue Inhalte

„OstWest Zeitzeugen“ wird bis 2029 erweitert und dann die deutsch-deutsche Geschichte bis heute virtuell erlebbar machen. Die App soll das Verständnis von Ost und West gerade in der nachwachsenden Generation vertiefen und helfen, immer noch bestehende Gräben und Vorurteile zu überwinden.