Sandra hütet Schafe wie keine andere
Bildquelle: WDR / Frank MühlenbrockWDR. 5 Min. 55 Sek.. Verfügbar bis 24.09.2028.
Zwei schnelle, schrille Pfiffe aus einer flachen Pfeife und schon saust Border-Collie-Dame Curie los. Ihr Ziel ist die Schafherde im Unterstand. Kaum ist die Hündin dort angekommen, setzen sich die 20 Schafe in Bewegung - einmal quer über die Koppel.
Nur selten ruft Schäferin Sandra Bremicker den Hund beim Namen. Curie erledigt ihre Aufgabe geräuschlos, bellt nicht. "Die Kommunikation erfolgt ausschließlich mit der Pfeife. Zu lautes Rufen würde der Hund als Strafe empfinden. Das soll nicht sein!", erklärt Bremicker.
Border-Collie Curie erledigt alle ihre Aufgaben geräuschlos.
Bildquelle: WDR / Frank MühlenbrockSchäferin aus Rhede setzt auf Border-Collies
Vor 30 Jahren hat sich die Tierärztin aus Rhede mit dem "Hüte-Virus" infiziert. Damals brachte sie sich aus England ihren ersten Border-Collie mit. Diese Rasse wird seit Jahrhunderten in Großbritannien eingesetzt, um Schafherden zu hüten. Mittlerweile leben auf dem Bauernhof von Bremicker und ihrem Mann fünf Border-Collies, alle selbst gezüchtet.
"Schafe zu hüten, das ist die höchste Ausbildung, die man einem Hund geben kann!" Sandra Bremicker, Tierärztin und Hobby-Schäferin aus Rhede
Beim Schafehüten zählt die richtige Kommunikation
Um ihr Hobby richtig ausüben zu können, musste Bremicker viel lernen. Sie hat viele Seminare in England und Deutschland besucht. Dabei ging es vor allem darum, wie ein Hund kommuniziert und wie die Zusammenarbeit mit ihm gut klappt. Und das ist auch, was Bremicker an ihrem Hobby am meisten fasziniert.
Das Schaf macht im besten Fall das, was Hund und Schäferin von ihm erwarten.
Bildquelle: WDR / picture alliance / dpaSchafe hüten bedeutet viel Arbeit für Mensch und Tier. Beide müssen in ständigem Kontakt sein. Das will gelernt und geübt sein. Mal muss Curie die Schafe durch ein Tor treiben, mal sorgt sie dafür, dass die Schafherde geteilt wird. Aufgaben gibt es viele und wenn's richtig gut läuft, verstehen sich Bremicker und ihre Curie ganz ohne Worte.
Hüte-Hund Curie ist immer mit dabei - manchmal auch nur als stille Beobachterin.
Bildquelle: WDR / Frank MühlenbrockDabei kommt es weniger darauf an, wie lange man trainiert, sondern wie intensiv, erklärt Bremicker. "Wir trainieren bis zu fünf Mal die Woche! Mal nur eine Viertelstunde, mal aber auch eine Stunde!"
Hobbyschäferin aus Rhede holt den Weltmeistertitel
Und das Training zahlt sich aus: Seit einiger Zeit nehmen Bremicker und Border-Collie Curie an Wettbewerben teil. Und in diesem Jahr konnten die beiden mit der Mannschaft sowohl den Europameistertitel, als auch den Weltmeistertitel gewinnen.
"Wir Deutschen waren noch nie Weltmeister! Das ist eine bleibende Erinnerung!" Sandra Bremicker, Tierärztin und Hobbyschäferin aus Rhede.
Auf die Frage, was ihre nächsten Ziele sind, antwortet Sandra Bremicker kurz und knapp, aber mit einem Lächeln: "Weitermachen und besser werden!"
Unsere Quellen:
- Hobby-Schäferin Sandra Bremicker aus Rhede
- Eindrücke des WDR-Reporters auf dem Hof der Bremickers
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 23.09.2026, 09:30 Uhr
