Insgesamt zeigt das Afrika Film Festival Köln an elf Festivaltagen rund 80 Filme, darunter Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme. Das Besondere ist, dass auch die Filmemacher:innen, Regisseur:innen, Schauspieler:innen oder Produzent:innen bei den Vorführungen dabei sind. Sie stehen dem Publikum Rede und Antwort, berichten über ihre Arbeit, über die sozialen und politischen Probleme und das Leben in ihrer Heimat.
Cotton Queen - Spielfilm aus dem Sudan
Es handelt sich um den ersten von einer Frau geschriebenen und inszenierten sudanesischen Spielfilm. Darin erzählt Suzannah Mirghani die Geschichte des 15-jähriges Mädchens Nafisa. Sie lebt in einem sudanesischen Dorf, das vom Baumwollanbau geprägt ist. Nafisa stellt traditionelle Vorstellungen in Frage, weil sie nicht verheiratet werden will und sich in einen gleichaltrigen Gemüseverkäufer verliebt.
Laut Festival entwirft Suzannah Mirghani "mit poetischen Bildern und Anklängen an den magischen Realismus ein vielschichtiges Porträt des Sudan". Ein afrikanisches Land, das vor allem wegen des blutigen Bürgerkrieges zurzeit weltweit Schlagzeilen macht. Nach der Vorführung im Kölner Filmforum Ludwig wird die Regisseurin dem Publikum Fragen beantworten.
Besondere Atmosphäre beim Afrika Film Festival Köln
Der sudanesische Filmemacher und Schirmherr des diesjährigen Afrika Film Festival Köln Ibrahim Snoopy sagt, dass man auf den meisten Festivals seine Filme zeige, Applaus bekomme und das sei es dann gewesen. Beim Afrika Film Festival Köln sei das aber anders. Dort komme man mit den Leuten in Kontakt, man diskutiere, es sei lebendig und man werde als Filmemacher richtig wertgeschätzt.
Heilung ist Leitthema des Festivals
In diesem Jahr hat das Festivalteam Filme ausgewählt, die als übergeordnetes Leitthema bewegende Geschichten über Verlust, Krieg, Vertreibung und kollektive Traumata erzählen. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Befreiung der Frau aus der Unterdrückung in patriarchalischen Gesellschaften. Insgesamt gehe es bei dem Thema "Heilung" primär darum, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, mit schwierigen Erfahrungen umzugehen und Wege aus problematischen Lebenssituationen zu finden. Filme und Panels beleuchten den Prozess der Heilung durch die Kraft der Gemeinschaft und der Familie, durch Mut, politischen Protest und Musik.
Ziele des Festivals
Das Afrika Film Festival fand 1992 zum ersten Mal statt und hat laut Filminitiative Köln e.V. das Ziel, mit Filmreihen, Vorträgen und Seminaren Interesse für die afrikanische Filmkunst zu wecken und politische Diskussionen anzuregen. Dabei sollen vor allem solche Filme ein Forum bekommen, die in den gewerblicher Kinos nicht vertreten sind.
Veranstaltungsorte des Festivals
Die rund 80 Filme des diesjährigen Afrika Film Festivals werden an unterschiedlichen Orten in der Stadt gezeigt: im Filmforum Ludwig, im Filmhaus Köln, in der alten Feuerwache und im Rautenstrauch-Jost-Museum Köln.
Unsere Quellen:
- Afrika Film Festival
- WDR COSMO
Sendung: WDR 3, Mosaik, 17.09.2026, 07:20 Uhr