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Frauen in der Polizei: Von der Notbesetzung zur Gleichstellung

Frauen in der Polizei: Von der Notbesetzung zur Gleichstellung WDR Zeitzeichen 01.03.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 01.03.2099 WDR 5

Im März 1961 sorgen vier Frauen in Uniform für Aufsehen: Erstmals überwachen Polizistinnen den Parkraum. Ein Erfolg im jahrelangen Kampf um Gleichberechtigung im Dienst.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz, wann eine Frau zum ersten Mal die Mitarbeit von Frauen im Polizeidienst fordert, welche Aufgaben die Weibliche Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus hat und wie es heute mit der Gleichberechtigung bei der Polizei aussieht. Frankfurt am Main ist die erste Stadt im Bundesgebiet, in der auch Frauen die Polizeiuniform tragen. Die ersten vier Hilfspolizistinnen erhalten vier Wochen lang eine Kurzausbildung. Auch wenn sie zunächst nur prüfen, ob die Parkuhren abgelaufen sind – ihr Einsatz in Uniform ist ein Meilenstein, nachdem Frauen lange von der klassischen Polizeiarbeit ausgeschlossen waren. Frauen fordern damals zwar seit langem, zum Polizeiberuf zugelassen zu werden. Erlaubt wird ihnen das 1961 aber nur, weil Arbeitskräfte fehlen. Davor hat es immer mal wieder Frauen bei der Polizei gegeben. 1903 wird Henriette Arendt als erste Frau Polizeiassistentin, in Stuttgart bei der kommunalen Polizei. Sie kümmert sich um verwahrloste Kinder, kriminelle Jugendliche und weibliche Opfer von Straftaten. Auch in anderen Städten werden später Frauen bei der Polizei zunächst nur für soziale Aufgaben eingesetzt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dirk Götting (Historiker, Lehrbeauftragter Polizeiakademie, Leiter Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte) Cathrin Bergjohann (Polizeikommissarin, Leiterin der Geschäftsstelle Polizeischutz für die Demokratie an der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte) Ute Dirks (Polizistin) Bettina Blum: "Frauenwohlfahrtspolizei" - "Emma Peels" - "Winkermiezen", Frauen in der deutschen Polizei 1903 bis 1970. SIAK-Journal 2012, https://kurz.wdr.de/aocraeob Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:
  • wann eine Frau zum ersten Mal die Mitarbeit von Frauen im Polizeidienst fordert,
  • welche Aufgaben die Weibliche Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus hat,
  • wie holprig die Integration von Frauen in den regulären Polizeidienst ab den 1970er-Jahren verläuft,
  • wie es heute mit der Gleichberechtigung bei der Polizei aussieht.

Frankfurt am Main ist die erste Stadt im Bundesgebiet, in der auch Frauen die Polizeiuniform tragen. Die ersten vier Hilfspolizistinnen erhalten vier Wochen lang eine Kurzausbildung. Auch wenn sie zunächst nur prüfen, ob die Parkuhren abgelaufen sind – ihr Einsatz in Uniform ist ein Meilenstein, nachdem Frauen lange von der klassischen Polizeiarbeit ausgeschlossen waren.

Frauen fordern damals zwar seit Langem, zum Polizeiberuf zugelassen zu werden. Erlaubt wird ihnen das 1961 aber nur, weil Arbeitskräfte fehlen. Davor hat es immer mal wieder Frauen bei der Polizei gegeben. 1903 wird Henriette Arendt als erste Frau Polizeiassistentin, in Stuttgart bei der kommunalen Polizei. Sie kümmert sich um verwahrloste Kinder, kriminelle Jugendliche und weibliche Opfer von Straftaten. Auch in anderen Städten werden später Frauen bei der Polizei zunächst nur für soziale Aufgaben eingesetzt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Jana Magdanz
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf

Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf WDR Zeitzeichen 28.02.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 28.02.2099 WDR 5

Zehntausende ziehen schon in den Tagen vor dem 28.2.1981 zur Baustelle der Atomanlage von Brokdorf - um gegen Atomenergie zu protestieren, notfalls ohne Genehmigung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting, mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will, welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben und warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert. Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt. Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen. Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum) Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf) Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Das sind die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:
  • mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will,
  • welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben,
  • was mit der "Schlacht von Brokdorf" gemeint ist,
  • warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert,
  • wie 1985 der Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts die Demokratie stärkt.

Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt.

Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen.

Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum)
  • Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf)
  • Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023

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Das sind die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Stephan Beuting
Redaktion: Frank Zirpins

Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund"

Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund" WDR Zeitzeichen 27.02.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 28.02.2099 WDR 5

Warum war die Entdeckung des Speichelreflexes vom "Pawlowschen Hund" ein derartiger Paukenschlag? Und wieso prägte Iwan Pawlow (gestorben am 27.2.1936) Medizin und Psychologie dauerhaft?  

In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg, wie ein Zufall im Labor den Physiologen Iwan Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt, warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt, warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden, und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen. Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation: Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen. Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden. Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014. The Nobel Prize: Ivan Pavlov Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
  • wie ein Zufall im Labor Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt,
  • warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt,
  • warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden,
  • und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen.

Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation. Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen.

Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden.
Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm
  • Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014.
  • The Nobel Prize: Ivan Pavlov

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Daniela Wakonigg
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Moritz Raestrup

Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben

Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben WDR Zeitzeichen 26.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 27.02.2099 WDR 5

Ein verspäteter Reiter, verschrumpelte Trauben und ein überraschend süßer Geschmack: So entsteht 1776 am Johannisberg aus einem Zufall die berühmte Spätlese.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich machte, warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzte, und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben plötzlich als kostbarer Wein galten. Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem. Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker) Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg) die Rheingauer Weinprinzessin "Alina" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich macht,
  • warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzt,
  • und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben zu kostbarem Wein werden.

Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem.

Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker)
  • Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg)
  • die Rheingauer Weinprinzessin "Alina"

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Carolin Rückl , Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den Schmerz

Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den Schmerz WDR Zeitzeichen 25.02.2026 14:00 Min. Verfügbar bis 26.02.2099 WDR 5

Als die Welt der Moderne grauer wird, findet Pierre-Auguste Renoir im Impressionismus sein Glück in den Farben- und malt auch im Rollstuhl weiter.

In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch, wie ein Schneidersohn aus Limoges zu einem der berühmtesten Maler Frankreichs wird, warum ein Mangel an schwarzer Farbe den Impressionismus mitprägt, und wieso Renoir trotz schwerer Krankheit bis zuletzt Bilder voller Lebensfreude malt. Am 25. Februar 1841 wird Pierre-Auguste Renoir geboren. Seine Eltern sind Schneider, die Familie lebt bescheiden. Als Teenager arbeitet er zunächst als Porzellanmaler, lernt präzises Handwerk, bevor er an der Kunsthochschule seine Leidenschaft entdeckt. In Paris erlebt er eine Stadt im Umbruch: neue Boulevards, ein wachsendes Bürgertum, ein neues Lebensgefühl. Mit Freunden wie Claude Monet malt Renoir draußen in der Natur. Statt strenger Linien setzt er auf helle Farben und flüchtige Eindrücke. So entsteht der Impressionismus, zunächst verspottet, später weltberühmt. Renoir zeigt vor allem das schöne Leben: tanzende Paare, elegante Frauen, Menschen im Grünen. Doch im Alter macht ihm rheumatische Arthritis schwer zu schaffen. Er sitzt im Rollstuhl, lässt sich die Pinsel an die Hände binden, und malt weiter. Bis zu seinem Tod 1919 bleibt ihm die Kunst Trost und Lebenselixier. Oder, wie er selbst sagt: Der Schmerz vergeht, die Schönheit bleibt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Markus Stegmann, Kunsthistoriker und Direktor des Museum Langmatt, Baden, Schweiz Julius Meier-Graefe: Auguste Renoir, 1920. Alexander Eiling: Renoir. Rococo Revival, 2022. Barbara Schaefer (Hg.): Paris 1863 · 1874: Revolution in der Kunst. Vom Salon zum Impressionismus, 2024. Barbara Schaefer: Meisterwerke des Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Langmatt, 2025. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Laura Dresch Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:
  • wie ein Schneidersohn aus Limoges zu einem der berühmtesten Maler Frankreichs wird,
  • warum ein Mangel an schwarzer Farbe den Impressionismus mitprägt,
  • und wieso Renoir trotz schwerer Krankheit bis zuletzt Bilder voller Lebensfreude malt.

Am 25. Februar 1841 wird Pierre-Auguste Renoir geboren. Seine Eltern sind Schneider, die Familie lebt bescheiden. Als Teenager arbeitet er zunächst als Porzellanmaler, lernt präzises Handwerk, bevor er an der Kunsthochschule seine Leidenschaft entdeckt. In Paris erlebt er eine Stadt im Umbruch: neue Boulevards, ein wachsendes Bürgertum, ein neues Lebensgefühl.

Mit Freunden wie Claude Monet malt Renoir draußen in der Natur. Statt strenger Linien setzt er auf helle Farben und flüchtige Eindrücke. So entsteht der Impressionismus, zunächst verspottet, später weltberühmt. Renoir zeigt vor allem das schöne Leben: tanzende Paare, elegante Frauen, Menschen im Grünen.

Doch im Alter macht ihm rheumatische Arthritis schwer zu schaffen. Er sitzt im Rollstuhl, lässt sich die Pinsel an die Hände binden, und malt weiter. Bis zu seinem Tod 1919 bleibt ihm die Kunst Trost und Lebenselixier. Oder, wie er selbst sagt: Der Schmerz vergeht, die Schönheit bleibt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Markus Stegmann, Kunsthistoriker und Direktor des Museum Langmatt, Baden, Schweiz
  • Julius Meier-Graefe: Auguste Renoir, 1920.
  • Alexander Eiling: Renoir. Rococo Revival, 2022.
  • Barbara Schaefer (Hg.): Paris 1863 · 1874: Revolution in der Kunst. Vom Salon zum Impressionismus, 2024.
  • Barbara Schaefer: Meisterwerke des Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Langmatt, 2025.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Laura Dresch
Redaktion: David Rother

Kopernikus vs. Kirche: Kampf um das Weltbild

Kopernikus vs. Kirche: Kampf um das Weltbild WDR Zeitzeichen 24.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 25.02.2099 WDR 5

Nikolaus Kopernikus entwirft ein Weltbild, das mit dem Alten Testament nicht vereinbar ist. Aufsehen erregt seine Theorie aber erst lange nach seinem Tod.

In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg, warum Kopernikus alles andere als ein Revolutionär war, vom ptolemäischen Weltbild mit der Erde als Zentrum, wie Kopernikus' Theorie erst von Galilei verteidigt und dann von Kepler verbessert wird. Mit seiner Theorie, dass die Erde die Sonne umkreise und nicht umgekehrt, stellt Nikolaus Kopernikus das seit fast eineinhalb Jahrtausenden gültige Weltbild in Frage. Als bibelfester Wissenschaftler zögert er lange, ehe er sie der breiten Öffentlichkeit vorstellt. Als sein Werk "De Revolutionibus Orbium Caelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper") 1543 erscheint, liegt Kopernikus bereits im Sterben. Großes Aufsehen erregt seine Schrift zunächst nicht. Erst Jahrzehnte später fühlt sich die katholische Kirche herausgefordert: Galileo Galilei kommt zu dem Schluss dass das heliozentrische Weltbild des Kopernikus richtig sein müsse. Am 24. Februar 1616 wird die Lehre des Kopernikus von der Inquisition offiziell zur Irrlehre erklärt. Wenige Tage später landet sein Hauptwerk auf dem Index der verbotenen Bücher. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Martin Carrier, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Bielefeld und Kopernikus-Biograf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Sefa İnci Suvak Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
  • warum Kopernikus alles andere als ein Revolutionär war,
  • vom ptolemäischen Weltbild mit der Erde als Zentrum,
  • wie ein heimlich ergänztes Vorwort in Kopernikus' Werk die katholische Kirche beruhigt,
  • wie Kopernikus' Theorie erst von Galilei verteidigt und dann von Kepler verbessert wird.

Mit seiner Theorie, dass die Erde die Sonne umkreise und nicht umgekehrt, stellt Nikolaus Kopernikus das seit fast eineinhalb Jahrtausenden gültige Weltbild in Frage. Als bibelfester Wissenschaftler zögert er lange, ehe er sie der breiten Öffentlichkeit vorstellt. Als sein Werk "De Revolutionibus Orbium Caelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper") 1543 erscheint, liegt Kopernikus bereits im Sterben.

Großes Aufsehen erregt seine Schrift zunächst nicht. Die Theorien gelten eher als Hypothesen, denn als Umsturz der alten Ordnung. Erst Jahrzehnte später fühlt sich die katholische Kirche herausgefordert - durch Galileo Galilei. Er kommt zu dem Schluss dass das heliozentrische Weltbild des Kopernikus richtig sein müsse.

Um Galilei anklagen zu können, wird am 24. Februar 1616 die Lehre des Kopernikus von der Inquisition offiziell zur Irrlehre erklärt. Wenige Tage später landet sein Hauptwerk auf dem Index der verbotenen Bücher. Aufhalten lässt sich die "kopernikanische Wende" dadurch aber nicht mehr.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Martin Carrier, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Bielefeld und Kopernikus-Biograf
  • Martin Carrier: Nikolaus Kopernikus. München 2001
  • Hubert Wolf: Kontrolle des Wissens. Kirche im Spannungsfeld zwischen Forschung und Zensur. S. 11-21. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 2009, Band 28. Ostfildern 2011

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Daniela Wakonigg
Redaktion: Sefa İnci Suvak
Technik: Moritz Raestrup

Das bewegte Leben von "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig

Das bewegte Leben von "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig WDR Zeitzeichen 23.02.2026 14:56 Min. Verfügbar bis 24.02.2099 WDR 5

Mehr als Bauwagen, Latzhose und Erfindertum: Das Leben von "Löwenzahn"‑Moderator Peter Lustig (gestorben am 23.2.2016) war geprägt von Kreativität, Traumata und Brüchen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer, was ein Ei und eine Glatze mit Lustigs Karriere zu tun haben, von Peters traumatischer Flucht aus Breslau und von seiner Ehe mit "Bibi Blocksberg"-Autorin Elfie Donnelly. Peter Lustig ist das Gesicht von "Löwenzahn". Klar, so kennt man ihn. Fast 25 Jahre lang gibt er für die junge Zielgruppe den Tüftler-Eremiten in Latzhose. Doch Peter Lustig ist nicht nur Kinderfernsehpionier. Er ist auch Flüchtlingskind, Bhagwan-Anhänger und Patient. 1984 wird bei Lustig Lungenkrebs diagnostiziert. Trotzdem macht er weiter. Neben seiner Neugier ist vor allem seine Authentizität ein Erfolgsfaktor. Für die Arbeit an "Löwenzahn" wird Peter Lustig unter anderem mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet. Zudem erhält er das Bundesverdienstkreuz. Am 23. Februar 2016 stirbt der sanfte "Welterklärer" im Alter von 78 Jahren. Das ist unsere wichtigste Quelle und unsere Interviewpartnerin: Elfie Donnelly, Autorin; Ex-Frau von Peter Lustig und Mutter des gemeinsamen Sohnes Elfie Donnelly: Peters Flucht. Wien 1986 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fritz Schaefer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:
  • was ein Ei und eine Glatze mit Lustigs Karriere zu tun haben,
  • von Peters traumatischer Flucht aus Breslau,
  • von seiner Ehe mit "Bibi Blocksberg"-Autorin Elfie Donnelly,
  • von Lustigs Leben als Bhagwan-Jünger,
  • wie eine Krebserkrankung sein Leben radikal ändert.

Peter Lustig ist das Gesicht von "Löwenzahn". Klar, so kennt man ihn. Fast 25 Jahre lang gibt er für die junge Zielgruppe den Tüftler-Eremiten in Latzhose. Wohnhaft in einem umgebauten Bauwagen, umgeben von den für ihn typischen Erfindungen. Darunter etwa eine Treppe aus Stühlen oder die sprechende Ukulelen-Türklingel "Klaus-Dieter".

Doch Peter Lustig ist nicht nur Kinderfernsehpionier. Er ist auch Flüchtlingskind, Bhagwan-Anhänger und Patient. 1984 wird bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Nach mehreren Operationen bleibt ihm nur ein Lungenflügel. Trotzdem macht er weiter. Neben Lustigs Neugier ist vor allem seine Authentizität ein Erfolgsfaktor: Er ist kein Lehrertyp, doziert nicht streng pädagogisch. Lustig bricht mit Konventionen und erzählt Wissen neu.

Für die Arbeit an "Löwenzahn" wird Peter Lustig unter anderem mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet. Zudem erhält er das Bundesverdienstkreuz. Am 23. Februar 2016 stirbt der sanfte "Welterklärer" im Alter von 78 Jahren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Elfie Donnelly, Autorin; Ex-Frau von Peter Lustig und Mutter des gemeinsamen Sohnes
  • Elfie Donnelly: Peters Flucht. Wien 1986

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Fritz Schaefer
Redaktion: Matti Hesse

People Power Revolution: Manila, Marcos und die Macht der Straße

People Power Revolution: Manila, Marcos und die Macht der Straße WDR Zeitzeichen 22.02.2026 14:18 Min. Verfügbar bis 23.02.2099 WDR 5

Am 22. Januar 1986 beginnt auf den Philippinen ein Volksaufstand gegen Wahlbetrug und autoritäre Herrschaft. Er gilt als Beispiel für gewaltfreien politischen Umbruch.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi wie der Schuss auf Benigno Aquino die Philippinen verändert, von Corazon Aquino - einer starken Witwe, die den Kampf ihres Mannes weiterführt und von einer friedlichen Revolution, die letztlich nichts revolutioniert. Nach dreijährigem Exil kehrt Benigno Aquino auf die Philippinen zurück. Er wird noch auf dem Flugfeld erschossen. Ob der Oppositionsführer gegen das Regime von Ferdinand Marcos mit Billigung oder gar auf Befehl des Diktators erschossen wird, ist bis heute ungeklärt. Dieses Attentat markiert den Anfang vom Ende der Marcos-Ära. Ferdinand Marcos regiert das Land über Jahre diktatorisch mit Hilfe des Kriegsrechts. Sein dreister Wahlbetrug, um den Sieg von Aquinos Witwe Corazon zu verhindern, ist schließlich der Tropfen auf dem heißen Stein. Am 22. Februar 1986 revoltieren philippinische Militäreinheiten gegen den Diktator. Binnen Stunden schließen sich Hunderttausende Zivilisten an. Drei Tage lang, stellen sich die Philippiner friedlich gegen Waffen. Dann akzeptiert Marcos den US-Vorschlag, mitsamt seiner Frau das Land in Richtung Hawaii zu verlassen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Diana Ramos-Dehn, Zeitzeugin und Aktivistin Mirjam Overhoff, philippinenbüro e.V. Stephanie Schüller, Missio Deutschland Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
  • wie der Schuss auf Benigno Aquino die Philippinen verändert,
  • von Corazon Aquino - einer starken Witwe, die den Kampf ihres Mannes weiterführt,
  • von Imelda Marcos, die in Reichtum schwelgt, während die Philippiner hungern,
  • von einer friedlichen Revolution, die letztlich nichts revolutioniert.

Nach dreijährigem Exil kehrt Benigno Aquino auf die Philippinen zurück. Er wird noch auf dem Flugfeld erschossen. Ob der Oppositionsführer gegen das Regime von Ferdinand Marcos mit Billigung oder gar auf Befehl des Diktators erschossen wird, ist bis heute ungeklärt. Dieses Attentat vor den Augen der Weltöffentlichkeit markiert den Anfang vom Ende der Marcos-Ära.

Ferdinand Marcos plündert das Land aus und regiert es über Jahre diktatorisch mit Hilfe des Kriegsrechts. Sein dreister Wahlbetrug, um den Sieg von Aquinos Witwe Corazon zu verhindern, ist schließlich der Tropen auf dem heißen Stein. Am 22. Februar 1986 revoltieren philippinische Militäreinheiten gegen den Diktator. Binnen Stunden schließen sich Hunderttausende Zivilisten an und blockieren Manilas berühmten EDSA-Boulevard. Drei Tage lang, stellen sich die Philippiner friedlich gegen Waffen. Dann akzeptiert Marcos den US-Vorschlag, mitsamt seiner Frau das Land in Richtung Hawaii zu verlassen.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Diana Ramos-Dehn, Zeitzeugin und Aktivistin
  • Mirjam Overhoff, philippinenbüro e.V.
  • Stephanie Schüller, Missio Deutschland

Weiterführende Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Murat Kayi
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Tod in Moskau: Potsdams Bürgermeister verschwindet aus der DDR

Tod in Moskau: Potsdams Bürgermeister verschwindet aus der DDR WDR Zeitzeichen 21.02.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 22.02.2099 WDR 5

Erwin Köhler und seine Frau setzen sich für eine unabhängige CDU ein. Wegen Antisowjethetze und Spionage verurteilt, werden sie im Februar 1951 hingerichtet - fernab der DDR.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug wie der Potsdamer CDU-Politiker Erwin Köhler und seine Frau Charlotte 1950 verhaftet werden, warum ein sowjetisches Militärtribunal ihnen "Antisowjethetze" und Spionage vorwirft, wie ihre Kinder jahrelang über das Schicksal der Eltern im Ungewissen bleiben. Potsdam, Frühjahr 1950: Erwin Köhler, Vizebürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender, setzt sich für die Unabhängigkeit seiner Partei ein. In der jungen DDR ist das nicht erwünscht. Ein eingeschleuster Spitzel drängt ihn aus dem Amt, kurz darauf verhaften sowjetische Sicherheitskräfte ihn und seine Frau. Das Urteil fällt vor einem sowjetischen Militärtribunal. Grundlage ist der berüchtigte Artikel 58, ein Gummiparagraph, mit dem im Stalinismus politische Gegner ausgeschaltet werden. Der Vorwurf: Spionage, unter anderem wegen einer Fahrt durch West-Berlin. Das Todesurteil wird in Moskau vollstreckt. Erst Jahre später erfahren die Kinder, dass ihre Eltern 1951 "verstorben" seien. Ihre Namen werden aus der Potsdamer Stadtgeschichte und der Geschichte der CDU gelöscht. Ein Beispiel für das stalinistische Prinzip, Menschen nicht nur zu töten, sondern auch aus der Geschichte verschwinden zu lassen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Anna Kaminsky (Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
  • wie der Potsdamer CDU-Politiker Erwin Köhler und seine Frau Charlotte 1950 verhaftet werden,
  • warum ein sowjetisches Militärtribunal ihnen "Antisowjethetze" und Spionage vorwirft,
  • wie ihre Kinder jahrelang über das Schicksal der Eltern im Ungewissen bleiben.

Potsdam, Frühjahr 1950: Erwin Köhler, Vizebürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender, setzt sich für die Unabhängigkeit seiner Partei ein. In der jungen DDR ist das nicht erwünscht. Ein eingeschleuster Spitzel drängt ihn aus dem Amt, kurz darauf verhaften sowjetische Sicherheitskräfte ihn und seine Frau.

Das Urteil fällt vor einem sowjetischen Militärtribunal. Grundlage ist der berüchtigte Artikel 58, ein Gummiparagraph, mit dem sich mit der passenden Auslegung im Stalinismus politische Gegner ausschalten ließen. Der Vorwurf: Spionage, unter anderem wegen einer Fahrt durch West-Berlin. Das Todesurteil wird in Moskau vollstreckt.

Ihre Namen werden aus der Potsdamer Stadtgeschichte und der Geschichte der CDU gelöscht. Ein Beispiel für das stalinistische Prinzip, Menschen nicht nur zu töten, sondern auch aus der Geschichte verschwinden zu lassen. Erst Jahre später erfahren die Kinder, dass ihre Eltern 1951 "verstorben" seien.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Anna Kaminsky (Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
  • Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst)

Weiterführende Links:
  • Digitales Totenbuch Donskoje 1950-1953
  • Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
  • Planet Wissen: Leben in der DDR
  • bpb: DDR kompakt: 1949 - 1953

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Autor: Thomas Klug
Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse
Technik: Holger Maerten

Das Green Book: Überlebenshilfe für Schwarze auf US-Straßen

Das Green Book: Überlebenshilfe für Schwarze auf US-Straßen WDR Zeitzeichen 20.02.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 21.02.2099 WDR 5

Ohne das "Green Book" wird für Schwarze Familien jede Autofahrt zum Risiko. Der unscheinbare Reiseführer von 1936 weist ihnen den Weg zu sicheren Orten in einem streng getrennten Amerika.

In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock, warum afroamerikanische Familien auf Reisen ein spezielles Handbuch brauchen, wie Postboten in den USA ein landesweites Netzwerk sicherer Adressen aufbauen und weshalb selbst berühmte Musiker ohne dieses Buch oft keine Unterkunft finden. 1936 erscheint in den USA ein unscheinbares Heft: das "Negro Motorist Green Book", so der offizielle Titel. Für Schwarze Reisende wird es schnell unverzichtbar. Denn Hotels, Restaurants oder Tankstellen weisen sie vielerorts ab. In manchen Städten, den sogenannten "Sundown Towns", ist es für Nichtweiße lebensgefährlich, nach Sonnenuntergang zu bleiben. Herausgeber Victor Green, ein Postbote aus Harlem, sammelt deshalb Adressen von Pensionen, Werkstätten und Geschäften, die afroamerikanische Kunden willkommen heißen. Kollegen aus dem Postnetz liefern ihm Hinweise aus allen Bundesstaaten. Das jährlich erscheinende "Green Book" wird so zu einem Symbol für Sicherheit, Selbsthilfe und Reisefreiheit. Längst ist mehr ist als ein kleiner Ratgeber für Autofahrer, es ist jetzt ein richtiger Reiseführer für Schwarze. Auf über 100 Seiten listet das "Green Book" nun Ziele in allen 50 Bundesstaaten, Kanada und der Karibik auf. 1966 wird die letzte Ausgabe gedruckt. Nach dem Ende der gesetzlichen Rassentrennung verschwindet das "Green Book" aus den Autos und aus dem kollektiven Gedächtnis. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Candacy Taylor, Historikerin, Autorin, Dokumentarin (USA) Smithsonian Institution Traveling Exhibition Service: The Negro Motorist Green Book: https://negromotoristgreenbook.si.edu/ Library of congress: The Negro motorist Green-book: https://www.loc.gov/item/2016298176/ National Underground Railroad Center: The Negro Motorist Green Book: https://freedomcenter.org/the-green-book/ Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:
  • warum afroamerikanische Familien auf Reisen ein spezielles Handbuch brauchen,
  • wie Postboten in den USA ein landesweites Netzwerk sicherer Adressen aufbauen
  • und weshalb selbst berühmte Musiker ohne dieses Buch oft keine Unterkunft finden.

1936 erscheint in den USA ein unscheinbares Heft: das "Negro Motorist Green Book", wie es offiziell heißt. Für Schwarze Reisende wird es schnell unverzichtbar. Denn Hotels, Restaurants oder Tankstellen weisen sie vielerorts ab. In manchen Städten, den sogenannten "Sundown Towns", ist es für Nichtweiße lebensgefährlich, nach Sonnenuntergang zu bleiben. So wird das "Green Book" zur Hilfe gegen den Rassenterror.

Herausgeber Victor Green, ein Postbote aus Harlem, sammelt deshalb Adressen von Pensionen, Werkstätten und Geschäften, die afroamerikanische Kunden willkommen heißen. Kollegen aus dem Postnetz liefern ihm Hinweise aus allen Bundesstaaten. Das jährlich erscheinende "Green Book" wird so zu einem Symbol für Sicherheit, Selbsthilfe und Reisefreiheit. Längst ist mehr ist als ein kleiner Ratgeber für Autofahrer, es ist jetzt ein richtiger Reiseführer für Schwarze. Auf über 100 Seiten listet das "Green Book" nun Ziele in allen 50 Bundesstaaten, Kanada und der Karibik auf.

1966 wird die letzte Ausgabe gedruckt. Nach dem Ende der gesetzlichen Rassentrennung verschwindet das "Green Book" aus den Autos und aus dem kollektiven Gedächtnis.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: Matti Hesse

War selbst ziemlich verrückt nach Tulpen: Carolus Clusius

War selbst ziemlich verrückt nach Tulpen: Carolus Clusius WDR Zeitzeichen 19.02.2026 14:44 Min. Verfügbar bis 20.02.2099 WDR 5

Carolus Clusius, am 19.2.1526 in Flandern geboren, wird zum Mitbegründer der modernen Botanik und maßgeblich mitverantwortlich für den sogenannten Tulpenwahn.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka, wie der weitgereiste Gelehrte Carolus Clusius zum "Vater der Tulpe" wird, warum ihn die farbenprächtigen Blumen aus dem Osmanischen Reich nicht mehr loslassen und wie seine Pflanzenleidenschaft den berühmten Tulpenwahn auslöst. Handelt es sich wirklich um die erste große Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte? Als der alte, gebrechliche Botaniker 1593 in Leiden ankommt, gilt er als einer der bekanntesten Pflanzenkundler Europas: Carolus Clusius, geboren 1526 im damals spanisch beherrschten Arras, hat in mehreren Ländern studiert, sieben Sprachen gelernt und ein riesiges Netzwerk von Gelehrten aufgebaut. Statt als Arzt zu arbeiten, widmet er sich ganz der Schönheit und Vielfalt der Pflanzen. Sein größter Schatz: eine Sammlung Tulpenzwiebeln aus dem Osmanischen Reich. Im Botanischen Garten von Leiden pflanzt er die seltenen Gewächse an – und macht sie damit in den Niederlanden begehrt. Reiche Bürger reißen sich um die exotischen Blumen. Aus der Leidenschaft eines Gelehrten entsteht so ein Fieber, das bald ganz Holland erfasst. Bis heute gilt die Tulpenmanie als Musterbeispiel für eine Spekulationsblase. Sie soll die gesamte Wirtschaft der Niederlande schwer geschädigt und unzählige Menschen ruiniert haben. Doch neuere Forschungen sprechen dafür, dass dies so nicht der historischen Realität entspricht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Gerda van Uffelen (Botanikerin, ehemalige Kuratorin des Hortus botanicus in Leiden) Apl. Professor Dr. Ralf Banken (Wirtschaftshistoriker, Goethe-Universität Frankfurt) Mike Dash: Tulpenwahn. Die verrückteste Spekulation der Geschichte, Berlin 2005 Anne Goldgar: Tulipmania. Money, Honor, and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago und London 2007 Anna Pavord: Die Tulpe. Eine Kulturgeschichte, Frankfurt am Main und Leipzig 2003 Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundamentals of Early Manias, Cambrige 2000 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • wie der weitgereiste Gelehrte Carolus Clusius zum "Vater der Tulpe" wird,
  • warum ihn die farbenprächtigen Blumen aus dem Osmanischen Reich nicht mehr loslassen,
  • wie seine Pflanzenleidenschaft den berühmten Tulpenwahn auslöste
  • und ob all die Erzählungen um ihn als erste große Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte wirklich stimmen.

Als der alte, gebrechliche Botaniker 1593 in Leiden ankommt, gilt er als einer der bekanntesten Pflanzenkundler Europas: Carolus Clusius, geboren 1526 im damals spanisch beherrschten Arras, hat in mehreren Ländern studiert, sieben Sprachen gelernt und ein riesiges Netzwerk von Gelehrten aufgebaut. Statt als Arzt zu arbeiten, widmet er sich ganz der Schönheit und Vielfalt der Pflanzen.

Sein größter Schatz: eine Sammlung Tulpenzwiebeln aus dem Osmanischen Reich, die er in Wien kennengelernt hat. Im Botanischen Garten von Leiden pflanzt er die seltenen Gewächse an – und macht sie damit in den Niederlanden begehrt. Reiche Bürger reißen sich um die exotischen Blumen. Aus der Leidenschaft eines Gelehrten entsteht so ein Fieber, das bald ganz Holland erfasst. Bis heute gilt die Tulpenmanie als Musterbeispiel für eine Spekulationsblase. Sie soll die gesamte Wirtschaft der Niederlande schwer geschädigt und unzählige Menschen ruiniert haben. Doch neuere Forschungen sprechen dafür, dass dies so nicht der historischen Realität entspricht.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Gerda van Uffelen (Botanikerin, ehemalige Kuratorin des Hortus botanicus in Leiden)
  • Apl. Professor Dr. Ralf Banken (Wirtschaftshistoriker, Goethe-Universität Frankfurt)
  • Mike Dash: Tulpenwahn. Die verrückteste Spekulation der Geschichte, Berlin 2005
  • Anne Goldgar: Tulipmania. Money, Honor, and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago und London 2007
  • Anna Pavord: Die Tulpe. Eine Kulturgeschichte, Frankfurt am Main und Leipzig 2003
  • Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundamentals of Early Manias, Cambrige 2000

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Christiane Kopka
Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse
Technik: Sascha Schiemann

Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten

Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten WDR Zeitzeichen 18.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 19.02.2099 WDR 5

Die Engländer bejubeln Maria, als sie den Thron besteigt. Geboren als Tochter von Heinrich VIII. (am 18.2.1516), bringt sie das Volk als strenge Katholikin und Gewaltherrscherin rasch gegen sich auf.

In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer, warum die Wahl von Marias Ehemann in England für einen Aufschrei sorgt, was Calais mit ihrem politischen Niedergang zu tun hat und von ihrer Nachfolgerin Elisabeth I., der Begründerin des englischen Weltreichs. Am 18. Februar 1516 kommt Mary Tudor zur Welt. Da der einzige männliche Nachkomme ihres Vaters Heinrich VIII. bereits mit 15 Jahren stirbt, steigt sie 1553 zur ersten Königin Englands auf. Kaum an der Macht, leitet Maria I. die Rekatholisierung ihres Reiches ein. Ketzer werden unerbittlich verfolgt. Selbst abtrünnige Geistliche und Adelige in höchsten Ämtern sterben auf dem Scheiterhaufen. In ständiger Angst vor Marias katholischem Terrorregime wendet sich das Volk von ihr ab - und jubelt regelrecht, als sie 1558 an Grippe stirbt. Etwa 300 Protestanten hat Maria I. in ihren gerade einmal fünf Regierungsjahren brutal hinrichten lassen. Sie geht als "Bloody Mary" in die Geschichte ein. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Helga Schnabel-Schüle, Historikerin, Uni Trier Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
  • wie sich Heinrich VIII. für einen männlichen Nachkommen gegen den Papst stellt,
  • warum die Wahl von Marias Ehemann in England für einen Aufschrei sorgt,
  • was Calais mit ihrem politischen Niedergang zu tun hat,
  • von ihrer Nachfolgerin Elisabeth I., Begründerin des englischen Weltreichs.

Am 18. Februar 1516 kommt Mary Tudor zur Welt. Da der einzige männliche Nachkomme ihres Vaters Heinrich VIII. bereits mit 15 Jahren stirbt, steigt sie 1553 zur ersten Königin Englands auf.

Kaum an der Macht, leitet Maria I. die Rekatholisierung ihres Reiches ein. Gilt sie zunächst noch als milde und tolerante, vom Volk umjubelte Hoffnungsträgerin, wandelt sie sich rasch zur mörderischen Monarchin. Ketzer werden unerbittlich verfolgt. Selbst abtrünnige Geistliche und Adelige in höchsten Ämtern sterben auf dem Scheiterhaufen.

In ständiger Angst vor Marias katholischem Terrorregime wendet sich das Volk von ihr ab - und jubelt regelrecht, als sie 1558 an Grippe stirbt. Was bleibt, ist eine lange Opferliste: Etwa 300 Protestanten hat Maria I. in ihren gerade einmal fünf Regierungsjahren brutal hinrichten lassen. Sie geht als "Bloody Mary" in die Geschichte ein.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Helga Schnabel-Schüle, Historikerin, Uni Trier
  • Peter Wende (Hg.): Englische Könige und Königinnen der Neuzeit. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II., München 1982

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Herwig Katzer
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

Heinrich Heine: Warum ein Dichter für seine Worte fliehen muss

Heinrich Heine: Warum ein Dichter für seine Worte fliehen muss WDR Zeitzeichen 17.02.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 18.02.2099 WDR 5

Am 17.2.1856 stirbt Heinrich Heine im Exil in Paris - der Dichter, den Zensur und Anfeindungen aus Deutschland treiben, weil seine Worte zu frei und zu politisch sind.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz, wie sehr Heine der Einzug Napoleons in Düsseldorf prägt, dass ihn seine Heimat Deutschland trotz aller Zensur nie loslässt und von seinen letzten Jahren, in denen er krank, aber nicht einsam ist. Heinrich Heine ist einer der größten, scharfsinnigsten und populärsten Dichter deutscher Sprache. Der gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25, da erscheint ein schmaler Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter später so berühmte Gedichte wie "Belsatzar" oder "Die Grenadiere". Wegen seiner Kritik an bestimmten kirchlichen Zusammenhängen, an Willkürherrschaften oder Fürstentümern kommen seine Werke in Deutschland auf den Index. 1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er den Rest seines Lebens bleiben wird. In seinen letzten Jahren ist er an sein Bett gefesselt. Trotz der schweren Nervenkrankheit lassen seine Schaffenskraft und sein Wille zur politischen Kritik bis zum Tod nicht nach. Der Dichter stirbt am 17. Februar 1856 mit nur 58 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf Manfred Windfuhr und das Heinrich-Heine-Institut (Hg.): Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Hamburg 1973-97 Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. Stuttgart 1987 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:
  • wie sehr Heine der Einzug Napoleons in Düsseldorf prägt,
  • dass ihn seine Heimat Deutschland trotz aller Zensur nie loslässt,
  • von Heines Ironie und seinen oft verkannten Musikkritiken,
  • von seinen letzten Jahren, in denen er krank, aber nicht einsam ist.

Heinrich Heine ist einer der größten, scharfsinnigsten und populärsten Dichter deutscher Sprache. Der gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25, da erscheint in Berlin ein schmaler Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter später so berühmte Gedichte wie "Belsatzar" oder "Die Grenadiere". Heine entpuppt sich als genauer Beobachter mit spitzer Zunge. Wegen seiner Kritik an bestimmten kirchlichen Zusammenhängen, an Willkürherrschaften und Fürstentümern kommen seine Werke in Deutschland auf den Index.

1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er den Rest seines Lebens bleiben wird. Hier lernt er seine große Liebe kennen und macht den Zensoren zuhause auf seine unvergleichliche Art den Prozess: in Feuilletons, Reiseberichten und Gedichten. In seinen letzten Jahren ist Heine an sein Pariser Bett gefesselt. Trotz der schweren Nervenkrankheit lassen seine Schaffenskraft und sein Wille zur politischen Kritik bis zum Tod nicht nach. Der Dichter stirbt am 17. Februar 1856 mit nur 58 Jahren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf
  • Manfred Windfuhr und das Heinrich-Heine-Institut (Hg.): Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Hamburg 1973-97
  • Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. Stuttgart 1987
  • Joseph A. Kruse (Hg.): "Ich Narr des Glücks". Heinrich Heine 1797-1856. Bilder einer Ausstellung. Stuttgart/Weimar 1997
  • Michael Mann: Heinrich Heines Musikkritiken. Hamburg 1971

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Autor: Christoph Vratz
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Voyeur für die Wissenschaft: Der Sex-Forscher William Masters

Voyeur für die Wissenschaft: Der Sex-Forscher William Masters WDR Zeitzeichen 16.02.2026 14:28 Min. Verfügbar bis 17.02.2099 WDR 5

Die Forschung von William H. Masters zur menschlichen Sexualität ist bahnbrechend - auch Dank seiner Partnerin Virginia Johnson. Er stirbt am 16.2.2001.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi, warum Masters' erste Untersuchungen nicht im Labor, sondern im Bordell stattfinden, wie Masters seine junge Assistentin zum Sex zwingt und wie sich der Sexualforscher letztlich ins wissenschaftliche Abseits spielt. William Masters leistet gemeinsam mit seiner Ehefrau Virginia Johnson Pionierarbeit in der Sexualforschung. Dabei widerlegt er viele falsche Vorstellungen über Sexualität. Denn anders als seine Vorgänger setzt er nicht nur auf Befragungen, sondern beobachtet seine Probandinnen und Probanden beim Sex. Er will den Sex buchstäblich vermessen, will wissen, was vor, während und nach einem Orgasmus im Körper passiert. Zusammen bringen Masters und Johnson 1966 ihr bahnbrechendes Werk "Die sexuelle Reaktion" auf den Markt - es wird ein Riesenerfolg. Doch Ende der 1970er-Jahre verspielt Masters seinen Ruhm, als er behauptet, er könne schwule Männer zu Heterosexuellen umformen. Später schürt er entgegen des Forschungsstands die Angst vor Aids. Am 16. Februar 2001 stirbt William Masters im Alter von 85 Jahren an Parkinson. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Richard Kühl, Sexualforscher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Johannes Fuß, forensischer Psychiater, Sexualforscher, LVR-Universitätsklinik Essen Heinz-Jürgen Voß, Sexualforscher, Uni Merseburg William Masters und Virginia Johnson: Das verdrängte Risiko. Sexualverhalten im Aidszeitalter, München 1988 William Masters und Virginia Johnson: Liebe und Sexualität, Frankfurt am Main 1993 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
  • warum Masters' erste Untersuchungen nicht im Labor, sondern im Bordell stattfinden,
  • wie Johnson trotz fehlender akademischer Meriten seine Forschung in Schwung bringt,
  • wie Masters seine junge Assistentin hinter den Kulissen zum Sex zwingt,
  • wie sich Masters durch seine steinzeitlichen Ansichten ins wissenschaftliche Abseits spielt.

William Masters leistet gemeinsam mit seiner Ehefrau Virginia Johnson Pionierarbeit in der Sexualforschung. Dabei widerlegt er viele falsche Vorstellungen über Sexualität. Denn anders als seine Vorgänger - etwa Alfred Kinsey - setzt er nicht nur auf Befragungen, sondern beobachtet seine Probandinnen und Probanden beim Sex. Er will den Sex buchstäblich vermessen, will wissen, was vor, während und nach einem Orgasmus im Körper passiert.

Zusammen bringen Masters und Johnson 1966 ihr bahnbrechendes Werk "Die sexuelle Reaktion" auf den Markt - es wird ein Riesenerfolg. Doch Ende der 1970er-Jahre verspielt Masters seinen Ruhm, als er behauptet, er könne schwule Männer zu Heterosexuellen umformen. Später schürt er entgegen des Forschungsstands die Angst vor Aids. Am 16. Februar 2001 stirbt William Masters im Alter von 85 Jahren an Parkinson.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Richard Kühl, Sexualforscher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Johannes Fuß, forensischer Psychiater, Sexualforscher, LVR-Universitätsklinik Essen
  • Heinz-Jürgen Voß, Sexualforscher, Uni Merseburg
  • William Masters und Virginia Johnson: Das verdrängte Risiko. Sexualverhalten im Aidszeitalter, München 1988
  • William Masters und Virginia Johnson: Liebe und Sexualität, Frankfurt am Main 1993

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Autor: Murat Kayi
Redaktion: Frank Zirpins

Die ENIAC-Frauen: Die wahre Geschichte des ersten Universalcomputers

Die ENIAC-Frauen: Die wahre Geschichte des ersten Universalcomputers WDR Zeitzeichen 15.02.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 16.02.2099 WDR 5

Am 15.2.1946 wird der erste programmierbare elektronische Computer vorgestellt und ändert unsere Welt. Doch die Frauen, die ihn programmierten, geraten in Vergessenheit.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte, warum die sechs ENIAC-Frauen ohne den Krieg nie als Mathematikerinnen hätten arbeiten dürfen, warum Frauen in der Tech-Branche bis heute im Schatten stehen und warum die ENIAC-Frauen trotz allem stolze Pionierinnen waren. Ab 1942 entwickelt das US-Militär einen Universalrechner, der die komplizierten Flugbahnen von Geschossen berechnet soll. Der ENIAC ist ein gigantische Ungetüm: 27 Tonnen schwer und im Rohzustand nicht mehr als eine Ansammlung von Stahl, Röhren und Kabeln. Zum Leben erwecken sollen ihn sechs Mathematikerinnen, die zuvor stundenlang Flugbahnen per Hand berechnet haben: Jean Jennings Bartik, Betty Snyder Holberton, Frances Bilas Spence, Ruth Lichterman Teitelbaum, Kathleen "Kay" McNulty Mauchly und Marlyn Meltzer Wescoff. Eine Mammutaufgabe, denn es gibt keine Programmiersprache, sondern lediglich einen Schaltplan. Die sechs Frauen müssen sich alleine zurechtfinden - und leisten echte Pionierarbeit. Am 15. Februar 1946 ist es soweit: Der ENIAC wird öffentlich vorgestellt und spuckt in sekundenschnelle eine Flugbahn aus. Politiker, Militärs und Geldgeber sind begeistert und feiern sich selbst - nicht aber die sechs Frauen, die den Computer ans Laufen gebracht haben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathy Kleiman, Professorin für Internet-Gesetzgebung, American University Washington Kathy Kleiman: Proving Ground. The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World's First Modern Computer, New York 2023 Jennifer S. Light: When women were computers, in Technology and Culture, Baltimore 1999 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Werthschulte Redaktion: Matti Hesse Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte:
  • dass die sechs ENIAC-Frauen ohne den Krieg nie als Mathematikerinnen hätten arbeiten dürfen,
  • warum Frauen in der Tech-Branche bis heute im Schatten stehen,
  • wie der Fokus auf die Hardware und weniger aufs Programmieren gelegt wird,
  • warum die ENIAC-Frauen trotz fehlender Wertschätzung stolze Pionierinnen waren.

Ab 1942 entwickelt das US-Militär einen Universalrechner, der die komplizierten Flugbahnen von Geschossen berechnet soll. Der ENIAC ist ein gigantische Ungetüm: 27 Tonnen schwer und im Rohzustand nicht mehr als eine Ansammlung von Stahl, Röhren und Kabeln.

Zum Leben erwecken sollen ihn sechs Mathematikerinnen, die zuvor stundenlang Flugbahnen per Hand berechnet haben: Jean Jennings Bartik, Betty Snyder Holberton, Frances Bilas Spence, Ruth Lichterman Teitelbaum, Kathleen "Kay" McNulty Mauchly und Marlyn Meltzer Wescoff. Eine Mammutaufgabe, denn es gibt keine Programmiersprache, sondern lediglich einen Schaltplan. Die sechs Frauen müssen sich alleine zurechtfinden – und leisten echte Pionierarbeit.

Am 15. Februar 1946 ist es dann soweit: Der ENIAC wird öffentlich vorgestellt und spuckt in sekundenschnelle eine Flugbahn aus. Politiker, Militärs und Geldgeber sind begeistert und feiern sich selbst - nicht aber die Mathematikerinnen, die den Computer ans Laufen gebracht haben.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kathy Kleiman, Professorin für Internet-Gesetzgebung, American University Washington
  • Kathy Kleiman: Proving Ground. The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World's First Modern Computer, New York 2023
  • Jennifer S. Light: When women were computers, in Technology and Culture, Baltimore 1999

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Werthschulte
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Nicolas Dohle

Ägyptens vergessener Rivale: die antike Großmacht der Hethiter

Ägyptens vergessener Rivale: die antike Großmacht der Hethiter WDR Zeitzeichen 14.02.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 15.02.2099 WDR 5

Die Hethiter schließen im 12. Jahrhundert v. Chr. den wohl ältesten Friedensvertrag der Geschichte, dann verschwinden sie spurlos. Erst Jahrtausende später wird ihr Weltreich wiederentdeckt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach wie Zufallsfunde im 19. Jahrhundert das Großreich der Hethiter wieder ans Licht der Geschichte bringen und weshalb der britische Forscher Archibald Sayce Ausgangs des 19. Jahrhunderts für seine Theorien belächelt wird. Das Reich der Hethiter ist zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. der große Rivale Ägyptens. Vielleicht sogar der militärisch überlegene Rivale. Funde belegen, dass die Hethiter als erste das Speichenrad verwenden, leichter und wendiger als die behäbigen Scheibenräder der Ägypter. Sie sind Pioniere der Eisenverarbeitung und entwickeln eine frühe Form der Stahlgewinnung. Ideal für Waffen und Werkzeug. Ihr Untergang ist rätselhaft und ihre Spuren verlieren sich für über 3.000 Jahre im Dunkel der Geschichte. Doch im 19. Jahrhundert gibt es Zufallsfunde. Seit 120 Jahren graben Archäologen nun in Hattuscha/Boğazköy (Zentralanatolien) und sammeln jedes Jahr mehr Wissen über das Reich der Hethiter und lässt bringen ihr Großreich Stück für Stück wieder ins Licht der Geschichte. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Professor Dr. Andreas Schachner, Altorientalischer Archäologe, Deutsches Archäologisches Institut Istanbul Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • wie Zufallsfunde im 19. Jahrhundert das Großreich der Hethiter wieder ans Licht der Geschichte bringen,
  • warum der britische Forscher Archibald Sayce Ausgangs des 19. Jahrhunderts für seine Theorien belächelt wird,
  • wer hinter dem etwas merkwürdigen Namen Schuppiluliuma steckt,
  • warum das hethitische Reich von Anbeginn auf Messers Schneide steht.

Das Reich der Hethiter ist zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. der große Rivale Ägyptens. Vielleicht sogar der militärisch überlegene Rivale. Funde belegen, dass die Hethiter als erste das Speichenrad verwenden, leichter und wendiger als die behäbigen Scheibenräder der Ägypter. Sie sind Pioniere der Eisenverarbeitung und entwickeln eine frühe Form der Stahlgewinnung. Ideal für Waffen und Werkzeug.

Ihr Untergang ist rätselhaft und ihre Spuren verlieren sich für über 3.000 Jahre im Dunkel der Geschichte. Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, erwähnt sie schon im 5. Jahrhundert vor Chr. nicht mehr.

Doch im 19. Jahrhundert gibt es Zufallsfunde. Ohne Zusammenhang, Tausende Kilometer voneinander entfernt. Seit 120 Jahren graben Archäologen nun in Hattuscha/Boğazköy (Zentralanatolien) und sammeln jedes Jahr mehr Wissen über die Hethiter. Das archäologische Puzzle fügt sich Stück für Stück zusammen und lässt das versunkene Großreich der Hethiter wieder ins Licht der Geschichte treten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Dr. Andreas Schachner, Altorientalischer Archäologe, Deutsches Archäologisches Institut Istanbul
  • Andreas Schachner: Hattuscha - Auf der Suche nach dem sagenhaften Großreich der Hethiter. 2021.
  • C.W. Ceram: Enge Schlucht und Schwarzer Berg. 1955.
  • Jörg Klinger: Die Hethiter. 2012.
  • Horst Klengel: Hattuschili und Ramses - ihr langer Weg zum Frieden. 2002.

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Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Nicolas Dohle

Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor

Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor WDR Zeitzeichen 13.02.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 14.02.2099 WDR 5

Im kalten Nordosten der USA lässt er tonnenweise Natureis ernten, um es in der Karibik zu Geld zu machen. Am 13.2.1806 startet Frederic Tudor sein kühnstes Unternehmen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand, dass viele von Frederic Tudors gewagten Geschäftsideen scheitern, warum die Bostoner Handelsleute ihn für "verrückt" halten und wie seine tollkühne Eis-Export-Idee ihn zunächst sogar ins Gefängnis bringt. Anstatt die Schulbank zu drücken, verbringt Frederic Tudor seine Jugend auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Boston. Fasziniert beobachtet er dort, wie Arbeiter mächtige Eisblöcke aus dem zugefrorenen See schneiden und für den Sommer einlagern. Der junge Tudor fragt sich: Ließe sich mit dem kostenlosen Eis nicht eine Menge Geld verdienen, dort wo es heiß ist - etwa in der Karibik? Kurzerhand investiert Tudor sein ganzes Geld in ein eigenes Schiff, das am 13. Februar 1806 Richtung Karibik ausläuft. Tatsächlich übersteht das Eis die Fahrt erstaunlich gut. Doch mangels geeigneter Lager schmilzt es ebenso schnell wie sein Kapital. Trotz dieser und noch vieler weiterer Rückschläge gibt Frederic Tudor seine Vision nicht auf - und wird schließlich als "Eiskönig von Boston" in die Geschichte eingehen. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Andrew Robichaud, Historiker, Boston University Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
  • warum sein Vater Frederic Tudor als Enttäuschung sieht,
  • wie viele seiner gewagten Geschäftsideen scheitern,
  • warum die Bostoner Handelsleute ihn für "verrückt" halten,
  • wie seine kühne Eis-Export-Idee ihn sogar ins Gefängnis bringt
  • und ihn schließlich doch zu einem reichen Mann macht.

Anstatt die Schulbank zu drücken, verbringt Frederic Tudor seine Jugend auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Boston. Fasziniert beobachtet er dort, wie Arbeiter mächtige Eisblöcke aus dem zugefrorenen See schneiden und für den Sommer einlagern. Der junge Tudor fragt sich: Ließe sich mit dem kostenlosen Eis nicht eine Menge Geld verdienen, dort wo es heiß ist - etwa in der Karibik?

Kurzerhand investiert Tudor sein ganzes Geld in ein eigenes Schiff, das am 13. Februar 1806 Richtung Karibik ausläuft. Tatsächlich übersteht das Eis die Fahrt erstaunlich gut. Doch mangels geeigneter Lager schmilzt es ebenso schnell wie sein Kapital.

Trotz dieser und noch vieler weiterer Rückschläge gibt Frederic Tudor seine Vision nicht auf - und wird schließlich als "Eiskönig von Boston" in die Geschichte eingehen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andrew Robichaud, Historiker, Boston University
  • Gavin Weightman: The Frozen Water Trade. How Ice from New England Lakes Kept the World Cool. New York: 2002
  • Carl Seabrug; Stanley Paterson: The Ice King: Frederic Tudor and His Circle. Hrsg. Alan Seaburg. Boston/Mystic: 2003
  • Philip Chadwick Foster Smith: Crystal Blocks of Yankee Coldness: The Development of the Massachusetts Ice Trade from Frederick Tudor to Wenham Lake, 1806-1886. Salem, Massachusetts: 1962

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kolja Sand
Redaktion: Christoph Tiegel/David Rother

Freiheitshunger und Wissensdurst: Denkerin Lou Andreas-Salomé

Freiheitshunger und Wissensdurst: Denkerin Lou Andreas-Salomé WDR Zeitzeichen 12.02.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 13.02.2099 WDR 5

Friedrich Nietzsche liegt ihr zu Füßen, ohne Chancen: Lou Andreas-Salomé ist eine Femme fatale. Die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin wird am 12.2.1861 geboren.

In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti von der damals unkonventionellen Dreier-Wohngemeinschaft, in die Lou Andreas-Salomé 1882 einzieht und wie die Begegnung mit dem 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke für beide zur Lebenswende wird. Louise von Salomé wird am 12. Februar 1861 in Sankt Petersburg in eine wohlhabende deutsch-russische Familie mit fünf wesentlich älteren Brüdern geboren. Ihr Vater vergöttert sie, die Mutter ist eher kühl. Sie erdenkt sich schon als kleines Mädchen Beistand von höchster Stelle, von Gott. Sie tut ausschließlich, was sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Konvention oder auf Gefühle anderer Menschen. Eine von Lous Lebensregeln lautet, "ich habe getan, wozu mich mein total entriegelter Freiheitsdrang veranlasste." Im Herbst 1911 lernt Lou Andreas-Salomé auf dem Weimarer psychoanalytischen Kongress Sigmund Freud kennen. Der bekannte Psychoanalytiker lacht sie für ihre Vehemenz, die Psychoanalyse lernen zu wollen, aus. Tatsächlich wird sie aber eine der ersten Psychoanalytikerinnen. Zuvor üben nur Männer diesen Beruf aus. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Brigitte Rempp, Psychoanalytikerin am Lou Andreas-Salomé-Institut, Göttingen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:
  • in welche damals unkonventionelle Dreier-Wohngemeinschaft Lou Andreas-Salomé 1882 einzieht,
  • welche teils dramatischen Folgen es hat, dass Lou Andreas-Salomé Männer magnetisch anzieht, ohne ihrem Werben nachzugeben,
  • warum der Tod Paul Rées für Spekulationen über einen Suizid aus verschmähter Liebe sorgt,
  • wie die Begegnung mit dem 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke für beide zur Lebenswende wird.

Louise von Salomé wird am 12. Februar 1861 in Sankt Petersburg in eine wohlhabende deutsch-russische Familie mit fünf wesentlich älteren Brüdern geboren. Ihr Vater vergöttert sie, die Mutter ist eher kühl. Lou erdenkt sich schon als kleines Mädchen Beistand von höchster Stelle, von Gott.

Sie tut ausschließlich, was sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Konvention oder auf Gefühle anderer Menschen. Eine von Lous Lebensregeln lautet, "ich habe getan, wozu mich mein total entriegelter Freiheitsdrang veranlasste."
Ihr erstes Buch heißt "Im Kampf um Gott", wobei sie als Jugendliche auch mit der Kirche ringt. Dabei spielt der Pfarrer Hendrik Gillot eine Rolle, manche vermuten: eine prägende, unheilvolle Rolle, denn er wird übergriffig und bestürmt schon die 16-Jährige ihn zu heiraten. Er wird der erste, den sie ablehnt. Noch etliche Jahre lang hält sie Männer, die sie umschwärmen, auf Distanz.

Im Herbst 1911 lernt Lou Andreas-Salomé auf dem Weimarer psychoanalytischen Kongress Sigmund Freud kennen. Der bekannte Psychoanalytiker lacht sie für ihre Vehemenz die Psychoanalyse lernen zu wollen, aus. Tatsächlich wird sie aber eine der ersten Psychoanalytikerinnen. Zuvor üben nur Männer diesen Beruf aus.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
  • Iris Radisch, Biografin von Rainer Maria Rilke, ZEIT-Redakteurin
  • Dr. Brigitte Rempp, Psychoanalytikerin am Lou Andreas-Salomé-Institut, Göttingen
  • Kerstin Decker: Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich - Biographie. 2010
  • Lou Andreas-Salomé: Lebensrückblick. 1951

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Irene Dänzer-Vanotti
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Christina Gabriel

Paul Bocuse: Der Mann, der Köche zu Stars machte

Paul Bocuse: Der Mann, der Köche zu Stars machte WDR Zeitzeichen 11.02.2026 15:20 Min. Verfügbar bis 12.02.2099 WDR 5

Vom Wirtshaus der Eltern zur Weltrevolution der Küche - das ist der Lebensweg von Paul Bouse, geboren vor 100 Jahren am 11.2.1926. Die Geschichte des Star-Kochs der "Nouvelle Cuisine", der Sahne, Butter und Käse liebte.

In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer, warum sich der Begriff "Nouvelle Cuisine" nicht allein auf die Speisen bezieht, was der Spitzenkoch Paul Bocuse überhaupt nicht mag und an welchem Bocuse-Gericht man Gefahr läuft, sich die Nase zu verbrennen. Bocuse steht bis heute für die Erneuerung der französischen Küche im 20. Jahrhundert, leicht, saisonal, modern. Schon zu Lebzeiten baut er als einer der ersten, ganz ohne Internet und soziale Medien, ein regelrechtes Gastro-Imperium auf. Es existiert noch heute, und Herzstück ist weiterhin das Restaurant seiner Vorfahren. Seine Kinder haben es inzwischen von "Restaurant Paul Bocuse" wieder umgetauft auf den ursprünglichen Namen, den schon Bocuses Eltern geführt haben. Und obwohl es inzwischen "nur" noch zwei statt drei Sterne hat, läuft es immer noch blendend und hat fast 100 Mitarbeiter. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Lea Linster, Sterneköchin und Gewinnerin des "Bocuse d’Or" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fabian Elsäßer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer:
  • warum Paul Bocuse scherzhaft sagt, dass auch amerikanisches Blut in seinen Adern fließt,
  • warum sich der Begriff "Nouvelle Cuisine" nicht allein auf die Speisen bezieht,
  • was der Spitzenkoch Paul Bocuse überhaupt nicht mag,
  • an welchem Bocuse-Gericht man sich leicht die Nase verbrennt.

Paul Bocuse wird am 11. Februar 1926 im Gasthaus "L’Auberge du Pont" in Collonges au Mont d’or in der Nähe von Lyon geboren. Seine Eltern und Großeltern sind Gastronomen. Der kleine Paul assistiert seinem Vater schon mit neun Jahren in der Küche. Mit 16 schicken ihn seine Eltern in die Kochlehre nach Lyon ins Restaurant "La Soierie".

Bocuse steht bis heute für die Erneuerung der französischen Küche im 20. Jahrhundert, leicht, saisonal, modern. Ein Trend, der sich weltweit durchsetzt. Schon zu Lebzeiten baut er als einer der ersten, ganz ohne Internet und soziale Medien, ein regelrechtes Gastro-Imperium auf, das noch heute existiert. Herzstück ist weiterhin das Restaurant seiner Vorfahren.

Nach dem Tod des Vaters 2018 taufen seine Kinder es von "Restaurant Paul Bocuse" wieder auf den Namen um, unter dem es schon Bocuses Eltern geführt haben. Und obwohl es inzwischen "nur" noch zwei statt drei Sterne hat, läuft es immer noch blendend und hat fast 100 Mitarbeiter.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Franz Keller, Sternekoch und Bocuse-Lehrling
  • Lea Linster, Sterneköchin und Gewinnerin des "Bocuse d’Or"
  • Éva-Marie Zizza-Lalu: Paul Bocuse, Le feu sacré. Édition Glénat. Grenoble 2005

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Hörtipp:
Alles in Butter zur Winterküche - aber auf italienisch.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Fabian Elsäßer
Redaktion: Matti Hesse

Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte

Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte WDR Zeitzeichen 10.02.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 11.02.2099 WDR 5

Es ist der amerikanische Traum: "Lucky" Luciano arbeitet sich von ganz unten zum Boss hoch. Und erfindet das organisierte Verbrechen neu. Am 10.2.1946 muss er die USA für immer verlassen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog, warum Lucky Luciano als "sizilianischer Robin Hood" gilt, warum er in der Geschichte der Mafia eine bedeutende Rolle spielt und was ihn von Al Capone unterscheidet. Erst dealt er mit Heroin, dann steigt er ins Alkohol-Geschäft ein. Schließlich kommen noch Glücksspiel und Prostitution hinzu: Lucky Luciano ist in den 1920er und frühen 1930er Jahren einer der mächtigsten Gangsterbosse New Yorks. Wie andere Mafiosi auch sieht er sich selbst weniger als Kriminellen denn als Geschäftsmann. Luciano entwirft eine völlig neue Art von Mafia-Organisation: "die Kommission", organisiert wie ein Aktienunternehmen. Doch Mitte der 1930er Jahre dreht sich der Wind in New York. Luciano wird verhaftet und zu mindestens 30 Jahren Haft verurteilt. Doch die muss er nicht in den USA absitzen. 1946 wird er nach Italien überführt. Dort ist er wenig später zwar ein freier, aber auch ein deprimierter Mann, weil er nie wieder in die USA zurückkehren kann. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christian Cipollini, True-Crime-Historiker, San Jose Claire White, Historikerin, The National Mob Museum, Las Vegas Christian Cipollini: Lucky Luciano. Mysterious Tales of a Gangland Legend, Strategic Media Inc., Rock Hill 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • warum Lucky Luciano als "sizilianischer Robin Hood" gilt,
  • was ihn von Al Capone unterscheidet,
  • wie Luciano es an die Spitze seiner Organisation schafft,
  • warum er in der Geschichte der Mafia eine bedeutende Rolle spielt,
  • warum er nach Italien abgeschoben wird.

Erst dealt er mit Heroin, dann steigt er ins Alkohol-Geschäft ein. Schließlich kommen noch Glücksspiel und Prostitution hinzu: Lucky Luciano ist in den 1920er und frühen 1930er Jahren einer der mächtigsten Gangsterbosse New Yorks. Wie andere Mafiosi auch sieht er sich selbst weniger als Kriminellen denn als Geschäftsmann. Luciano entwirft eine völlig neue Art von Mafia-Organisation: "die Kommission", organisiert wie ein Aktienunternehmen.

Doch Mitte der 1930er Jahre dreht sich der Wind in New York. Luciano wird verhaftet und zu mindestens 30 Jahren Haft verurteilt. Doch die muss er nicht in den USA absitzen. 1946 wird er nach Italien überführt. Dort ist er wenig später zwar ein freier, aber auch ein deprimierter Mann, weil er nie wieder in die USA zurückkehren kann.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Christian Cipollini, True-Crime-Historiker, San José
  • Claire White, Historikerin, The National Mob Museum, Las Vegas
  • Christian Cipollini: Lucky Luciano. Mysterious Tales of a Gangland Legend, Strategic Media Inc., Rock Hill 2014

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Autor: Martin Herzog
Redaktion: Frank Zirpins

Laut, witzig, unangepasst: Sophie Tuckers unglaubliche Karriere

Laut, witzig, unangepasst: Sophie Tuckers unglaubliche Karriere WDR Zeitzeichen 09.02.2026 13:41 Min. Verfügbar bis 10.02.2099 WDR 5

Die Rolle als hübsche Frau auf der Bühne ist ihr zu wenig - schon in den 1920ern. Mit Witz, Selbstbewusstsein und einer tollen Jazz-Stimme schafft es Sophie Tucker (gestorben am 9.2.1966) aus den schäbigen Theatern bis an den Broadway.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau, warum Sophie Tuckers Karriere mit Blackfacing beginnt, warum sie lange nicht vor ihren Eltern auftreten will und wie sie lange vor Social Media ein analoges Netzwerk erschafft. Sophie Tucker begeistert schon früh durch ihre Stimme. Aber sie entspricht nicht den Schönheitsidealen ihrer Zeit. Am Anfang ihrer Karriere wird sie deshalb gezwungen, verkleidet auf die Bühne zu gehen. Erst nach Jahren kann sie sich so zeigen, wie sie ist. Das Publikum liebt sie dennoch - oder gerade deswegen. Durch ihre Offenheit und ihr Selbstbewusstsein gewinnt sie auch viele prominente Freunde wie Charlie Chaplin oder auch Frank Sinatra. Bette Midler nimmt sie sogar als Vorbild für ihre eigenen Shows. Sie alle verehren Tucker für ihren schlagfertigen Humor, ihr großes Herz - und ihren geschickten Umgang mit den Zumutungen des Showbusiness. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Prof. Lauren Rebecca Sklaroff, University of South Carolina, Columbia Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:
  • warum Sophie Tuckers Karriere mit Blackfacing beginnt,
  • wie sie es schafft, sich davon zu befreien,
  • warum sie lange nicht vor ihren Eltern auftreten will,
  • dass sie für ihre Karriere Mann und Kind verlässt,
  • wie sie lange vor Social Media ein analoges Netzwerk erschafft.

Sophie Tucker begeistert schon früh durch ihre Stimme. Aber sie entspricht nicht den Schönheitsidealen ihrer Zeit. Am Anfang ihrer Karriere wird sie deshalb gezwungen, verkleidet auf die Bühne zu gehen. Erst nach Jahren kann sie sich so zeigen, wie sie ist. Das Publikum liebt sie dennoch - oder gerade deswegen.

Durch ihre Offenheit und ihr Selbstbewusstsein gewinnt sie auch viele prominente Freunde wie Charlie Chaplin oder Frank Sinatra. Bette Midler nimmt sie sogar als Vorbild für ihre eigenen Shows. Sie alle verehren Tucker für ihren schlagfertigen Humor, ihr großes Herz - und ihren geschickten Umgang mit den Zumutungen des Showbusiness.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Lauren Rebecca Sklaroff, University of South Carolina, Columbia
  • Lauren Rebecca Sklaroff: Red Hot Mama - The Life of Sophie Tucker. Austin 2018
  • Sophie Tucker: Some of these days. The Autobiography of Sophie Tucker. New York 1945

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Autor: Thomas Mau
Redaktion: David Rother

"German Hair Force": Mit langem Haar im Bundeswehr-Dienst

"German Hair Force": Mit langem Haar im Bundeswehr-Dienst WDR Zeitzeichen 08.02.2026 13:29 Min. Verfügbar bis 09.02.2099 WDR 5

In den 70ern will die SPD das Land modernisieren, auch die Bundeswehr. Der Haarnetz-Erlass vom 8.2.1971 erlaubt Soldaten lange Haare - allerdings nur im Netz und nur für 15 Monate.

In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer, warum das Haarnetz bei der Bundeswehr zu mehr Krankschreibungen führt, welchen Orden Helmut Schmidt für die Idee erhält und wie die Bundeswehr im Ausland verspottet wird. Ende der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, ist Abschreckung eine wichtige Eigenschaft einer Armee - auch der Bundeswehr. Lange Haare passen da nicht ins Bild. Doch die sind gerade sehr in Mode, auch bei vielen Wehrpflichtigen. Das muss auch Verteidigungsminister Helmut Schmidt anerkennen - und erlaubt, dass Haare vor Dienstantritt nicht mehr abgeschnitten werden müssen. Ganz offen dürfen lange Haare aber nicht getragen werden. Sie müssen unter Haarnetzen verborgen werden. Doch das führt zu vielen Problemen: Es gibt nicht genügend Haarnetze, Soldaten werden öfter krank und die Bundeswehr wird im Ausland als "German Hair Force" verspottet. Ab Mai 1972 muss Männerhaar wieder so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührt. Frauen dürfen ihre langen Haare behalten - auch ohne Haarnetz. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kapitänleutnant Mischa Bose, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam Prof. Dr. Elisabeth Rossa, Universität der Bundeswehr, München Sven Lange und Heiner Möllers (Hg.): Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten, Berlin 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nikolas Fischer Redaktion: Carolin Rückl, David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer:
  • warum lange Haare bei der Bundeswehr erlaubt werden,
  • welchen Orden Helmut Schmidt dafür erhält,
  • warum das Haarnetz zu mehr Krankschreibungen führt,
  • weshalb auch Lockenwickler im Gespräch sind,
  • wie die Bundeswehr im Ausland verspottet wird.

Ende der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, ist Abschreckung eine wichtige Eigenschaft einer Armee - auch der Bundeswehr. Lange Haare passen da nicht ins Bild. Doch die sind gerade sehr in Mode, auch bei vielen Wehrpflichtigen. Das muss auch Verteidigungsminister Helmut Schmidt anerkennen - und erlaubt, dass Haare vor Dienstantritt nicht mehr abgeschnitten werden müssen.

Ganz offen dürfen lange Haare aber nicht getragen werden. Sie müssen unter Haarnetzen verborgen werden. Doch das führt zu vielen Problemen: Es gibt nicht genügend Haarnetze, Soldaten werden öfter krank und die Bundeswehr wird im Ausland als "German Hair Force" verspottet. Ab Mai 1972 muss Männerhaar wieder so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührt. Frauen dürfen ihre langen Haare behalten - auch ohne Haarnetz.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kapitänleutnant Mischa Bose, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam
  • Prof. Dr. Elisabeth Rossa, Universität der Bundeswehr, München
  • Sven Lange und Heiner Möllers (Hg.): Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten, Berlin 2025

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Autor: Nikolas Fischer
Redaktion: Carolin Rückl, David Rother

Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen

Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen WDR Zeitzeichen 07.02.2026 13:23 Min. Verfügbar bis 08.02.2099 WDR 5

Als boulevardtauglicher Intellektueller erobert Roger Willemsen Anfang der 90er die Herzen des TV-Publikums. Er bleibt bis zu seinem Tod am 7.2.2016 eine wichtige Stimme.

In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert, welche drei Leben Roger Willemsen in seine kurzen 60 Jahre packt, warum Willemsen Ende der 1990er-Jahre aus dem Talkshow-Geschäft aussteigt, wie es der Womanizer mit der Liebe hält. Roger Willemsen hat über Robert Musil promoviert und ist eigentlich auf dem Weg zum Germanistik-Professor, als das Fernsehen in sein Leben platzt. Seine Moderationen sind legendär: Er staunt, hört zu, ist scharf und witzig zugleich und fragt wie keiner sonst.  Roger Willemsen gilt als Fernseh-Wunder und wird preisgekrönt - unter anderem mit dem Grimme-Preis in Gold. Seine Produktivität kennt keine Grenzen: Er verfasst auch 36 Bücher. Darunter sind viele Bestseller. Dazu kommen Essays, Aufsätze, Artikel und unzählige Reisen zu den entlegensten Enden der Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Insa Wilke (Nachlassverwalterin) Insa Wilke: Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Frankfurt am Main 2018 Roger Willemsen: Liegen Sie bequem. Frankfurt am Main 2025 Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Frankfurt am Main 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anke Rebbert Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert:
  • welche drei Leben Roger Willemsen in seine kurzen 60 Jahre packt,
  • mit welchen vier Zahlen sein öffentliches Leben beginnt,
  • warum Willemsen Ende der 1990er-Jahre aus dem Talkshow-Geschäft aussteigt,
  • wie es der Womanizer mit der Liebe hält,
  • aus welcher besonders exotischen Idee ein Bestseller wird.

Roger Willemsen hat über Robert Musil promoviert und ist eigentlich auf dem Weg zum Germanistik-Professor, als das Fernsehen in sein Leben platzt. Seine Moderationen sind legendär: Er staunt, hört zu, ist scharf und witzig zugleich und fragt wie keiner sonst.

Roger Willemsen gilt als Fernseh-Wunder und wird preisgekrönt - unter anderem mit dem Grimme-Preis in Gold. Seine Produktivität kennt keine Grenzen: Er verfasst auch 36 Bücher. Darunter sind viele Bestseller. Dazu kommen Essays, Aufsätze, Artikel und unzählige Reisen zu den entlegensten Enden der Welt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Insa Wilke (Nachlassverwalterin)
  • Insa Wilke: Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Frankfurt am Main 2018
  • Roger Willemsen: Liegen Sie bequem. Frankfurt am Main 2025
  • Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Frankfurt am Main 2024

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Autorin: Anke Rebbert
Redaktion: Frank Zirpins
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Palast der Republik: Wie eine Abrissdebatte Deutschland spaltet

Palast der Republik: Wie eine Abrissdebatte Deutschland spaltet WDR Zeitzeichen 06.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 07.02.2099 WDR 5

1990 wird der Palast der Republik wegen Asbest geräumt. Es folgt eine 15-jährige Debatte über deutsche Identität, die auch mit dem Abriss-Start am 6.2.2006 nicht endet.

In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl, dass es in der Diskussion um den Abriss um mehr geht als nur die Asbest-Belastung, wofür der Palast der Republik bei seiner Eröffnung 1973 steht, und dass Karten für das Theater im Palast als "Goldstaub" gelten. Die Räumung des Palastes der Republik bildet am 19. September 1990 den Auftakt zu einem Streit, der zeigt, dass der Umgang mit Erinnerungskultur auch über ein Gebäude ausgetragen werden kann. Spätestens mit der Wende wird der Palast zum Ballast der Republik. Der verbaute Spritzasbest ist seit 1969 verboten. Doch im Palast sind 5.000 Tonnen als Brandschutz und auch als Mörtel verwendet worden. Der gesamte Palast muss bei der Sanierung regelrecht ausgekratzt werden. Trotzdem stimmt der Bundestag 2006 für den Abriss. Der läuft nach ausgeklügeltem Konzept. Kleinste Erschütterungen können umliegende Gebäude wie den Berliner Dom gefährden. Daher wird der Koloss schichtweise abgetragen. Und parallel Sand in eine Beton-Wanne unterhalb des Gebäude gefüllt. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Hartmut Dorgelow, Generalintendant Humboldt Forum im Berliner Schloss Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Susanne Rabsahl Redaktion: Carolin Rückl und


In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:
  • dass es in der Diskussion um den Abriss um mehr als nur die Asbest-Belastung geht,
  • warum der Abriss als beispielhaft für den Umgang mit dem Erbe der DDR bezeichnet wird,
  • wofür der Palast der Republik bei seiner Eröffnung 1973 steht,
  • dass Karten für das Theater im Palast als "Goldstaub" gelten.

Die Räumung des Palastes der Republik bildet am 19. September 1990 den Auftakt zu einem Streit, der zeigt, dass der Umgang mit Erinnerungskultur auch über ein Gebäude ausgetragen werden kann.
Spätestens mit der Wende wird der Palast zum Ballast der Republik. Der verbaute Spritzasbest ist seit 1969 verboten. Doch im Palast sind 5.000 Tonnen als Brandschutz und auch als Mörtel verwendet worden. Der gesamte Palast muss bei der Sanierung regelrecht ausgekratzt werden.

Danach besteht der ehemalige Prunkbau nur noch aus Stahl, Glas und Beton. Aber auch die Tage dieser Ruine sind gezählt. Der Bundestag stimmt 2006 zum 2. Mal für den Abriss.

Der Abriss läuft nach ausgeklügeltem Konzept. Kleinste Erschütterungen können umliegende Gebäude wie den Berliner Dom gefährden. Daher wird der Koloss schichtweise abgetragen. Und parallel Sand in eine Beton-Wanne unterhalb des Gebäude gefüllt. Ein Teil des Stahls wird in VW-Motoren verbaut, ein weiterer Teil steckt in dem höchsten Gebäude der Welt in Dubai.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Hartmut Dorgelow Generalintendant Humboldt Forum im Berliner Schloss

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Susanne Rabsahl
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Annette Skrzydlo

Zeitzeugnis und hohe Tratschkunst: Marie de Sévignés Briefe

Zeitzeugnis und hohe Tratschkunst: Marie de Sévignés Briefe WDR Zeitzeichen 05.02.2026 13:38 Min. Verfügbar bis 06.02.2099 WDR 5

Ihre zahlreichen Briefe sind persönlich, klug, witzig und machen sie zur Chronistin Frankreichs im 17. Jahrhundert. Marie de Sévigné wird am 5.2.1626 geboren.

In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey von einer Frau, die kein größeres Vergnügen kennt als das Schreiben, was diese Madame de Sévigné über die Willkür des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., schreibt und was der Schriftsteller Marcel Proust an ihr bewundert. Marie de Sévigné wird am 5. Februar 1626 als Marie de Rabutin-Chantal in Paris geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern bildet die reiche Verwandtschaft die Waise zu einer mehrsprachigen, kulturell bewanderten jungen Frau aus. In Adelskreisen ist Marie de Sévigné eine beliebte Gesprächspartnerin. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie sie über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs. Marie de Sévigné beschreibt in ihren Briefen, was der Tag bringt, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie aus Erlebnissen zieht. Auf sehr persönliche Weise wird sie zur Chronistin ihrer Zeit. Noch heute werden ihre Briefe als Zeitzeugnisse gerne gelesen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jacob Burckhardt, Historiker Madame de Sévigné: Briefe, übersetzt von Theodora von der Mühl, 2019 Gerlinde Krau: Bedeutende Französinnen, 2006 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Monika Buschey Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey:
  • von einer Frau, die kein größeres Vergnügen kennt als das Schreiben,
  • über welche Trennung Madame de Sévigné sich mit dem Schreiben tröstet,
  • was Madame de Sévigné über die Willkür des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., schreibt,
  • was der Schriftsteller Marcel Proust an Madame de Sévigné bewundert.

Marie de Rabutin-Chantal wird am 5. Februar 1626 in Paris geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern bildet die reiche Verwandtschaft die Waise zu einer mehrsprachigen, kulturell bewanderten jungen Frau aus.
An ihrem 25. Geburtstag wird Marie de Sévigné schon Witwe und nutzt die neue Freiheit, um abwechselnd in Paris und in ihrem Schloss Les Rochers in der Bretagne Hof zu halten.

In Adelskreisen ist sie eine beliebte Gesprächspartnerin. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie diese über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs.

Marie de Sévigné beschreibt in ihren Briefen an Verwandte und vor allem an ihre Tochter, was der Tag bringt, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie aus Erlebnissen zieht. Auf sehr persönliche Weise wird sie zur Chronistin ihrer Zeit. Noch heute werden ihre Briefe als Zeitzeugnisse gerne gelesen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Jacob Burckhardt, Historiker
  • Madame de Sévigné: Briefe, übersetzt von Theodora der Mühll, 2019
  • Gerlinde Krau: Bedeutende Französinnen, 2006

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Monika Buschey
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Christina Gabriel

Die moderne Redefreiheit: Soll man alles sagen dürfen?

Die moderne Redefreiheit: Soll man alles sagen dürfen? WDR Zeitzeichen 04.02.2026 14:36 Min. Verfügbar bis 05.02.2099 WDR 5

Das wird man ja noch sagen dürfen - finden zumindest Thomas Gordon und John Trenchard in ihrem 15. Cato-Brief, den sie am 4.2.1721 veröffentlichen. Der Beginn eines Missverständnisses.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen vom Platzen der Südseeblase, wie Zeitungen als neue Massenmedien eine erste Kommunikationsrevolution auslösen und vom Abwägen zwischen der Redefreiheit und ihrem Missbrauch. Nach der Revolution von 1688 ist die Macht des Königs entscheidend eingeschränkt. Ideale Voraussetzungen für das Entstehen einer völlig neuen Idee: das Recht auf freie Rede. Es ist das erste Zeitalter der Zeitungen in London. Eine dieser neuen Zeitungen in London heißt "The London Journal". Im November 1720 erscheint hier der erste von insgesamt 144 "Cato-Briefen". Die anonymen Autoren nutzen den Namen eines römischen Senators, der als Kämpfer gegen die Tyrannei Julius Caesars in die Geschichte eingeht. Die Cato-Briefe von John Trenchard und Thomas Gordon machen das London Journal zur meistgelesenen Zeitung in England. Doch ihre größte Wirkkraft erreichen die Cato-Briefe in den englischen Kolonien auf der anderen Seite des Atlantiks. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Fara Dabhoiwala, Historiker, Princeton University CATO, oder Briefe von der Freyheit und dem Glücke eines Volkes unter einer guten Regierung. Nach der fünften Englischen Ausgabe, aus dem Englischen von Johann Gottfried Gellius, Göttingen, 1756–1757 Jonathan Swift: Über die Kunst der politischen Lüge, in: Das Blättchen, 17. Jahrgang, Nummer 22, 27. Oktober 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jürgen Beiner


In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:
  • vom Platzen der Südseeblase und der darauf folgenden Finanzkrise,
  • wie Zeitungen als neue Massenmedien eine erste Kommunikationsrevolution auslösen,
  • vom Abwägen zwischen der Redefreiheit und ihrem Missbrauch,
  • welchen Einfluss die Cato-Briefe auf den ersten Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung haben,
  • wie man im Kalten Krieg in den USA beginnt, das First Amendment enger zu interpretieren.

Nach der Revolution von 1688 ist England eine parlamentarische Monarchie, die Macht des Königs ist entscheidend eingeschränkt. Ideale Voraussetzungen für das Entstehen einer völlig neuen Idee: das Recht auf freie Rede.

Es ist das erste Zeitalter der Zeitungen in London. Eine dieser neuen Zeitungen heißt "The London Journal". Im November 1720 erscheint hier der erste von insgesamt 144 "Cato- Briefen". Die anonymen Autoren der Kolumne nutzen den Namen eines römischen Senators, der als Kämpfer gegen die Tyrannei Julius Caesars in die Geschichte eingeht. Am 4. Februar 1721 erscheint der fünfzehnte Brief mit der zentralen Feststellung: "Die Meinungsfreiheit ist die Grundlage aller anderen Freiheiten."

Die Cato-Briefe von John Trenchard und Thomas Gordon machen das London Journal zur meistgelesenen Zeitung in England. Doch ihre größte Wirkkraft erreichen die Cato-Briefe in den englischen Kolonien auf der anderen Seite des Atlantiks.

Als 1776 die amerikanische Revolution ausbricht, greifen die Kolonisten auf die Cato-Briefe zurück. Aus ihnen geht 1789 das First Amendment hervor, der erste Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Fara Dabhoiwala, Historiker, Princeton University
  • CATO, oder Briefe von der Freyheit und dem Glücke eines Volkes unter einer guten Regierung. Nach der fünften Englischen Ausgabe, aus dem Englischen von Johann Gottfried Gellius, Göttingen, 1756–1757
  • Jonathan Swift: Über die Kunst der politischen Lüge, in: Das Blättchen, 17. Jahrgang, Nummer 22, 27. Oktober 2014

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uli Hufen
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Jürgen Beiner

Der Chef testet selbst: Der Autobauer August Horch

Der Chef testet selbst: Der Autobauer August Horch WDR Zeitzeichen 03.02.2026 14:44 Min. Verfügbar bis 04.02.2099 WDR 5

August Horch heuert zunächst bei Carl Benz an. Doch der lässt ihn keine Autos bauen. Trotzdem hat er Erfolg: Bis zu seinem Tod am 3.2.1951 gründet er zwei Automarken.

In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe, warum August Horch mehr Konstrukteur als Unternehmer ist, was der Name Horch und die Automarke Audi miteinander zu tun haben, und welcher Diktator dem Autokonstrukteur zu dessen 75. Geburtstag gratulierte. August Horch kommt am 12. Oktober 1868 als Sohn des Dorfschmieds von Winningen an der Mosel auf die Welt. Er studiert in Mittweida Maschinen- und Motorenbau. Bei einem Besuch der Leipziger Pferderennbahn erlebt er zum ersten Mal die Vorführung eines Motorrades. Das löst in ihm den Wunsch aus, Kraftfahrzeuge zu konstruieren. Nach einer Stippvisite bei Carl Benz setzt Horch seine eigenen Ideen um. Nicht immer hat er dabei unternehmerischen Erfolg. Doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht er noch einmal Karriere. Auf Druck der NS-Führung wird er 1933 in den Aufsichtsrat der Auto-Union gewählt. August Horch ist zwar kein NSDAP-Mitglied, aber mindestens ein patriotischer Mitläufer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der 81-jährige Horch noch einmal in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Auto-Union in Ingolstadt berufen. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Peter Kirchberg (Automobil-Historiker und Autor) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:
  • warum August Horch mehr Konstrukteur als Unternehmer ist,
  • was der Name Horch und die Automarke Audi miteinander zu tun haben,
  • welche seiner Ideen Horch "den dümmsten Einfall" seines Lebens nennt,
  • welcher Diktator dem Autokonstrukteur zu dessen 75. Geburtstag gratuliert,
  • welches Holz-Fahrzeug der August Horst als Letztes baut.

August Horch kommt am 12. Oktober 1868 als Sohn des Dorfschmieds von Winningen an der Mosel auf die Welt. Er studiert in Mittweida Maschinen- und Motorenbau. Bei einem Besuch der Leipziger Pferderennbahn erlebt er zum ersten Mal die Vorführung eines Motorrades. Das löst in ihm den Wunsch aus, Kraftfahrzeuge zu konstruieren.

Nach einer Stippvisite bei Carl Benz setzt Horch seine eigenen Ideen um. Nicht immer hat er dabei unternehmerischen Erfolg. Doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht er noch einmal Karriere. Auf Druck der NS-Führung wird er 1933 in den Aufsichtsrat der Auto-Union gewählt.

August Horch ist zwar kein NSDAP-Mitglied, aber mindestens ein patriotischer Mitläufer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der 81-jährige Horch noch einmal in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Auto-Union in Ingolstadt berufen.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Peter Kirchberg (Automobil-Historiker und Autor)

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Burkhard Hupe
Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins

Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking

Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking WDR Zeitzeichen 02.02.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 03.02.2099 WDR 5

Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle sein neues Machtzentrum in Peking ein. Der prachtvolle Palastkomplex wird für fast 500 Jahre Sitz der chinesischen Kaiser sein.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen warum die Verbotene Stadt zu Kaiserzeiten für geschlechtsfähige Männer verschlossen bleibt, mit welchen Tricks es der Palast schafft, dass man sich als Person ganz klein fühlt und vom Wandel zum Weltkulturerbe und täglichen Touristenscharen. Die Verbotene Stadt in Peking ist eine der größten Palastanlagen der Welt. Nach 14 Jahren Bauzeit weiht Kaiser Yongle sie am 2.2.1421 als Herrschaftszentrum ein. Damals heißt sie noch schlicht "Kaiserpalast". Doch lange kann er sein beeindruckendes Machtzentrum nicht nutzen. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung stirbt Kaiser Yongle. Nach ihm werden noch dreiundzwanzig weitere Kaiser die Palastanlage bewohnen, bis die Revolution 1911 die Monarchie in China beendet. Danach ist für jedemann möglich, die Verbotene Stadt zu besuchen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Eduard Kögel, Bauhistoriker aus Berlin Geo Epoche Nr. 93: "Das kaiserliche China" Geo Epoche Nr. 31: "China - Kaiserzeit und Kommunismus: Die Geschichte einer Großmacht von 221 v. Chr. bis heute" Pearl S. Buck: Das Mädchen Orchidee, Zürich 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • warum die Verbotene Stadt zu Kaiserzeiten für geschlechtsfähige Männer verschlossen bleibt,
  • mit welchen Tricks es der Palast schafft, dass Menschen sich klein darin fühlen,
  • dass das Herrschaftszentrum eines der vollkommensten Feng-Shui-Bauwerke der Welt ist,
  • vom Wandel zum Weltkulturerbe und täglichen Touristenscharen.

Die Verbotene Stadt in Peking ist eine der größten Palastanlagen der Welt. Äußerlich ein Prachtbau, kann sie für die, die in ihr leben müssen, auch zu einem Gefängnis werden. Errichtet wird sie innerhalb von 14 Jahren von mehr als einer Million Arbeitern und 100.000 Handwerkern. Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle die Verbotene Stadt als Herrschaftszentrum ein. Damals heißt sie noch schlicht "Kaiserpalast".

Doch lange kann er sein beeindruckendes Machtzentrum nicht nutzen. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung stirbt Kaiser Yongle während eines Kampfes gegen die Mongolen. Nach ihm werden noch dreiundzwanzig weitere Kaiser die Palastanlage bewohnen, bis die Revolution 1911 die Monarchie in China beendet. Dann ist es auch "Normalsterblichen" möglich, in die Verbotene Stadt vorzudringen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Eduard Kögel, Bauhistoriker aus Berlin
  • Geo Epoche Nr. 93: "Das kaiserliche China"
  • Geo Epoche Nr. 31: "China - Kaiserzeit und Kommunismus: Die Geschichte einer Großmacht von 221 v. Chr. bis heute"
  • Pearl S. Buck: Das Mädchen Orchidee, Zürich 2025

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Christina Gabriel

Rotes Kreuz: Leben retten zwischen Waffen

Rotes Kreuz: Leben retten zwischen Waffen WDR Zeitzeichen 01.02.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 02.02.2099 WDR 5

Als am 1.2.1871 französische Soldaten in der Schweiz Zuflucht suchen, beginnt die erste Bewährungsprobe des Roten Kreuzes: Ist im Krieg Hilfe für alle möglich?

In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer, wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird, warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist, was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat. Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz. Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007 Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970 Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
  • wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird,
  • warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist,
  • was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat,
  • vom Stellenwert der Frauen in der Hilfsgesellschaft.

Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz.

Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft
  • Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007
  • Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970
  • Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Wolfgang Meyer
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump

Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump WDR Zeitzeichen 31.01.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 01.02.2099 WDR 5

Hans Egede (geb. 31.1.1686) will dort Wikinger missionieren - es kommt anders: Grönland erlebt Jahrhunderte der Fremdbestimmung - bis heute mit dem US-Anspruch unter Trump.

In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger, wie Egede in Grönland statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt, warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt und warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt. Hans Egede wird auch der "Apostel der Grönländer" genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht. Seit 1922 steht dort ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021 Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
  • wie Egede statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt,
  • warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt,
  • warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt,
  • wie ausgerechnet Trumps Pläne dafür sorgen, dass Dänemark Grönland endlich ernst nimmt.

Hans Egede wird auch der Apostel der Grönländer genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein.

Im 18. Jahrhundert reist Egede in diese kalte Gegend, um Grönlands "verschollene Wikinger" zu suchen. Doch statt christlichen Siedlern findet er "nur heidnische" Inuit, die an eine beseelte Natur, an Geister und an das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur glauben. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht.

Seit 1922 steht dort auf einer Anhöhe ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. So wird im Sommer 2020 Egedes Statue mit roter Farbe beschmiert. Samt der Parole: "Decolonize!"

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler
  • Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg
  • Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021
  • Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026)

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Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Matti Hesse

Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert

Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert WDR Zeitzeichen 30.01.2026 13:30 Min. Verfügbar bis 31.01.2099 WDR 5

Am 30.1.1956 explodiert eine Bombe vor Kings Familienhaus. Statt einzuschüchtern, wird der Anschlag zum Wendepunkt für den gewaltfreien Widerstand der Bürgerrechtsbewegung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman, wie nicht nur der Ku-Klux-Klan mit Terror und Einschüchterung die Rassentrennung sichern will, von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery und wie Kings Frau ihren Mann trotz aller Drohungen unterstützt. Im Montgomery der 1960er Jahre sind explodierende Bomben keine Seltenheit. Der Süden der USA ist ein Hotspot politisch motivierter Gewalt gegen die Schwarze Bevölkerung. In der Nacht des 30. Januar 1956 trifft es das Haus von Martin Luther King. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt auf einer Kirchenversammlung. Seine Frau und das wenige Wochen alte Baby sind zu Hause - beide bleiben aber unverletzt. Die Attentäter werden nie gefasst. Der Anschlag auf Kings Haus soll Angst verbreiten. Stattdessen entsteht aus ihm ein öffentliches Versprechen zur Gewaltfreiheit. Tausende Schwarze folgen Kings Forderung: "Greift nicht zu den Waffen. Wir müssen Hass mit Liebe begegnen." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Britta Waldschmidt-Nelson, Autorin und Historikerin Tahir Della, Sprecher der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben. München 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Jonas Colsman Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman:
  • wie nicht nur der Ku-Klux-Klan mit Terror und Einschüchterung die Rassentrennung sichern will,
  • von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery,
  • wie gewaltfreier Massenprotest das Machtgefüge in den USA erschüttert,
  • wie Kings Frau ihren Mann trotz aller Drohungen unterstützt.

Im Montgomery der 1960er Jahre sind explodierende Bomben keine Seltenheit. Der Süden der USA ist ein Hotspot politisch motivierter Gewalt gegen die Schwarze Bevölkerung. In der Nacht des 30. Januar 1956 trifft es das Haus von Martin Luther King. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt auf einer Kirchenversammlung. Seine Frau und das wenige Wochen alte Baby sind zu Hause - beide bleiben aber unverletzt. Die Attentäter werden nie gefasst.

Der Anschlag auf Kings Haus soll Angst verbreiten. Stattdessen entsteht aus ihm ein öffentliches Versprechen zur Gewaltfreiheit. Tausende Schwarze folgen Kings Forderung: "Greift nicht zu den Waffen. Wir müssen Hass mit Liebe begegnen."

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Britta Waldschmidt-Nelson, Autorin und Historikerin
  • Tahir Della, Sprecher der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland"
  • Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben. München 2024

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Autor: Jonas Colsman
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Zeppeline gegen Paris: die Erfindung des Bombenterrors

Zeppeline gegen Paris: die Erfindung des Bombenterrors WDR Zeitzeichen 29.01.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 30.01.2099 WDR 5

Am 29.1.1916 wird Paris Ziel eines deutschen Zeppelin-Angriffs. Militärisch ist der Schaden begrenzt. Psycholgisch wirkt der Angriff aus der Luft umso stärker.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog wie Zeppeline im Ersten Weltkrieg Angst, aber auch Neugier wecken, warum die Bombardements aus der Luft wenig militärischen Wert haben und weshalb gut zwei Drittel der Luftschiffe im Laufe des Ersten Weltkriegs verloren gehen. Bis heute ist der Ruf der Zeppelin-Luftschiffe bestimmt vom Bild des freundlichen Giganten der Lüfte. Doch das ist bestenfalls die halbe Geschichte. Die Nacht des 29. Januar 1916 zeigt, dass Zeppeline auch eine militär- und machtpolitische Rolle spielen: Ein deutsches Luftschiff wirft über Paris Brandbomben ab, die mit brennbaren Materialien und weißem Phosphor gefüllt sind. Das Bombardement dauert nur wenige Minuten, fordert aber 26 Menschenleben. Es ist nur einer von vielen Zeppelinangriffen während des Ersten Weltkriegs - danach haben Luftschiffe als Waffe ausgedient. Flugzeuge sind inzwischen billiger und schneller. Was dagegen überlebt, ist die Idee von der Zermürbung der Zivilbevölkerung durch den Terror von oben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jürgen Bleibler, Zeppelin-Museum Friedrichshafen Guillaume de Syon: Zeppelin! Germany and the Airship 1900-1939. Baltimore 2002 Felix Banzhaf: Die militärische Nutzung von Zeppelinen: https://kurz.wdr.de/06bflxbe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • wie Zeppeline im Ersten Weltkrieg Angst, aber auch Neugier wecken,
  • von der Idee des Zeppelins bis zum ersten Modell im Jahr 1900,
  • warum die Bombardements aus der Luft wenig militärischen Wert haben,
  • weshalb gut zwei Drittel der Luftschiffe im Laufe des Ersten Weltkriegs verloren gehen.

Bis heute ist der Ruf der Zeppelin-Luftschiffe bestimmt vom Bild des freundlichen Giganten der Lüfte. Doch das ist bestenfalls die halbe Geschichte. Die Nacht des 29. Januar 1916 zeigt, dass Zeppeline auch eine militär- und machtpolitische Rolle spielen: Ein deutsches Luftschiff wirft über Paris Brandbomben ab, die mit brennbaren Materialien und weißem Phosphor gefüllt sind. Das Bombardement dauert nur wenige Minuten, fordert aber 26 Menschenleben.

Es ist nur einer von vielen Zeppelinangriffen während des Ersten Weltkriegs - danach haben Luftschiffe als Waffe ausgedient. Flugzeuge sind inzwischen billiger und schneller. Was dagegen überlebt, ist die Idee von der Zermürbung der Zivilbevölkerung durch den Terror von oben.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Autor: Martin Herzog
Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

Traum in Trümmern: Warum die "Challenger" explodierte

Traum in Trümmern: Warum die "Challenger" explodierte WDR Zeitzeichen 28.01.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 29.01.2099 WDR 5

Sieben Menschen sind tot, weil eine dünne Dichtung nicht gehalten hat. Dabei hätte die Katastrophe beim Start der "Challenger" am 28.1.1986 verhindert werden können.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz warum die Explosion der Raumfähre Challenger kein Zufall ist, wie Warnungen von Ingenieuren unter Entscheidungsdruck überhört werden und weshalb dieses Unglück die Raumfahrt für immer verändert hat. Der 28. Januar 1986 ist ein kalter Morgen in Florida. Eis liegt auf der Startrampe, als die Challenger abhebt. Wenige Sekunden später zerbricht sie am Himmel. Sieben Menschen sterben. Was wie technisches Versagen aussieht, entpuppt sich später als vorhersehbare Katastrophe. Seit Monaten wissen Ingenieure von beschädigten Dichtungsringen in den Feststoffraketen. Doch Zeitdruck, Routine und politischer Ehrgeiz wiegen schwerer als Zweifel. Und führen in ein Unglück, das weit über die Raumfahrt hinaus bis heute nachwirkt. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dirk Wagner, Journalist und Weltraumexperte der ARD Roger Boisjoly, Maschinenbau-Ingenieur beim NASA-Zulieferer Morton Thiokol Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:
  • warum die Explosion der Raumfähre Challenger kein Zufall ist,
  • wie Warnungen von Ingenieuren unter Entscheidungsdruck überhört werden,
  • weshalb dieses Unglück die Raumfahrt für immer verändert hat.

Der 28. Januar 1986 ist ein kalter Morgen in Florida. Eis liegt auf der Startrampe, als die Challenger abhebt. Wenige Sekunden später zerbricht sie am Himmel. Sieben Menschen sterben.

Was wie technisches Versagen aussieht, entpuppt sich später als vorhersehbare Katastrophe. Seit Monaten wissen Ingenieure von beschädigten Dichtungsringen in den Feststoffraketen. Doch Zeitdruck, Routine und politischer Ehrgeiz wiegen schwerer als Zweifel. Und führen in ein Unglück, das weit über die Raumfahrt hinaus bis heute nachwirkt.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Dirk Wagner, Journalist und Weltraumexperte der ARD
  • Roger Boisjoly, Maschinenbau-Ingenieur beim NASA-Zulieferer Morton Thiokol

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Autor: Uwe Schulz
Redaktion: Frank Zirpins

"Regenmacher" Charles Hatfield setzt San Diego unter Wasser

"Regenmacher" Charles Hatfield setzt San Diego unter Wasser WDR Zeitzeichen 27.01.2026 14:54 Min. Verfügbar bis 28.01.2099 WDR 5

Charles Hatfield verspricht, Regen in die Dürre Kaliforniens zu bringen. Oft hat er Erfolg, manchmal vielleicht aus Zufall. Im Januar 1916 endet seine Arbeit in einer Katastrophe.

In diesem Zeitzeichen erzählt Francis Nenik, wie ein unscheinbarer Mann aus Kansas zum Hoffnungsträger durstender Farmer wird, wie er zwischen Wissenschaft und Beschwörung einen Regen-Mythos erschafft, und weshalb sein größter Erfolg zur Katastrophe wird. Anfang des 20. Jahrhunderts träumen viele Amerikaner davon, das Wetter zu beherrschen. Einer, der diesen Traum scheinbar Wirklichkeit werden lässt, heißt Charles Hatfield. Geboren 1875 in Kansas, wächst er in einem von Dürre geprägten Land auf. Während andere beten, baut Hatfield Türme, erhitzt Chemikalien und schickt Dunst in den Himmel. Oft folgt Regen. Hatfield reist durchs Land, wird verehrt und angefeindet. Doch solange es regnet, glaubt man ihm. 1915 erhält er seinen größten Auftrag: San Diego braucht Wasser. Hatfield verspricht "biblischen Regen". Und der kommt. Im Januar 1916 ziehen Stürme durch die Region, Dämme brechen, Menschen sterben. Bezahlt wird Hatfield nicht, sein Geheimnis bleibt ungelüftet. Als er stirbt, nimmt er es mit ins Grab. Am Tag seiner Beerdigung bleibt der Himmel blau. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Manuel Kaiser, Institut für Medizingeschichte der Uni Bern Mark Arax, US-amerikanischer Schriftsteller Manuel Kaiser: Den Himmel zähmen. Wetter- und Klimabeeinflussung im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2024 Mark Arax: Risse in der Erde. Auf den Spuren von Wasser und Staub durch Kalifornien, Berlin 2023 Larry Dane Brimner: The Rain Wizard. The Amazing, Mysterious, True Life of Charles Mallory Hatfield, Honesdale 2015 Milford Wayne Donaldson: Charles Mallory Hatfield. Pluviculturist Extraordinaire, San Diego 2000 Steve Schoenherr: The Great Flood of 1916, Chula Vista 2016 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Francis Nenik Redaktion: David Rother Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Francis Nenik:
  • wie ein unscheinbarer Mann aus Kansas zum Hoffnungsträger durstender Farmer wird,
  • wie er zwischen Wissenschaft und Beschwörung einen Regen-Mythos erschafft,
  • weshalb sein größter Erfolg zur Katastrophe wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts träumen viele Amerikaner davon, das Wetter zu beherrschen. Einer, der diesen Traum scheinbar Wirklichkeit werden lässt, heißt Charles Hatfield. Geboren 1875 in Kansas, wächst er in einem von Dürre geprägten Land auf. Während andere beten, baut Hatfield Türme, erhitzt Chemikalien und schickt Dunst in den Himmel. Oft folgt Regen.

Hatfield reist durchs Land, wird verehrt und angefeindet. Doch solange es regnet, glaubt man ihm. 1915 erhält er seinen größten Auftrag: San Diego braucht Wasser. Hatfield verspricht "biblischen Regen". Und der kommt. Im Januar 1916 ziehen Stürme durch die Region, Dämme brechen, Menschen sterben.

Bezahlt wird Hatfield nicht, sein Geheimnis bleibt ungelüftet. Als er stirbt, nimmt er es mit ins Grab. Am Tag seiner Beerdigung bleibt der Himmel blau.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Manuel Kaiser, Institut für Medizingeschichte der Uni Bern
  • Mark Arax, US-amerikanischer Schriftsteller
  • Manuel Kaiser: Den Himmel zähmen. Wetter- und Klimabeeinflussung im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2024
  • Mark Arax: Risse in der Erde. Auf den Spuren von Wasser und Staub durch Kalifornien, Berlin 2023
  • Larry Dane Brimner: The Rain Wizard. The Amazing, Mysterious, True Life of Charles Mallory Hatfield, Honesdale 2015
  • Milford Wayne Donaldson: Charles Mallory Hatfield. Pluviculturist Extraordinaire, San Diego 2000
  • Steve Schoenherr: The Great Flood of 1916, Chula Vista 2016

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Francis Nenik
Redaktion: David Rother
Technik: Nicolas Dohle

Der erste Eremit: Wie Antonius das Mönchtum erfand

Der erste Eremit: Wie Antonius das Mönchtum erfand WDR Zeitzeichen 26.01.2026 13:51 Min. Verfügbar bis 27.01.2099 WDR 5

Nach dem Tod seiner Eltern sucht Antonius Hilfe bei Gott. Bis zu seinem Tod im Jahr 356 lebt er einsam und in strenger Askese in der Wüste - und wird damit zum Pionier des Mönchtums.

In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer, wie ein junger Erbe aus dem ägyptischen Niltal alles aufgibt, was Sicherheit verspricht, was Antonius zum Begründer des Mönchtums macht und wie aus einem Einsiedler eine der prägendsten Gestalten des frühen Christentums wird. Antonius wächst behütet auf, bis der frühe Tod der Eltern sein Leben erschüttert. Kaum zwanzig Jahre alt, hört er in der Kirche einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der ihn nicht mehr loslässt: Verkaufe alles und folge mir nach. Antonius nimmt diese Worte wörtlich. Er versorgt seine Schwester, verschenkt seinen Besitz und zieht sich zurück. Was folgt, ist ein radikales Leben der Askese: wenig Schlaf, kaum Nahrung, Gebet statt Komfort. Antonius stirbt hochbetagt im Jahr 356, längst als gläubiger Einsiedler berühmt. Er prägt ein Ideal, das bis heute nachwirkt: Konzentration auf das Wesentliche. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker, Universität Göttingen Athanasius von Alexandrien: Leben des Antonius. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Peter Gemeinhardt. Freiburg im Breisgau 2017 Benedicta Ward (Hg.): The Desert Fathers. Sayings of the Early Christian Monks, London 2003 Peter Gemeinhardt: Antonius. Der erste Mönch. Leben, Lehre, Legende. München 2023 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Suvak Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:
  • wie ein junger Erbe aus dem ägyptischen Niltal alles aufgibt, was Sicherheit verspricht,
  • warum er für seinen Glauben in die Wüste zieht,
  • was Antonius zum Begründer des Mönchtums macht,
  • wie aus einem Einsiedler eine der prägendsten Gestalten des frühen Christentums wird.

Antonius wächst behütet auf, bis der frühe Tod der Eltern sein Leben erschüttert. Kaum zwanzig Jahre alt, hört er in der Kirche einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der ihn nicht mehr loslässt: Verkaufe alles und folge mir nach. Antonius nimmt diese Worte wörtlich. Er versorgt seine Schwester, verschenkt seinen Besitz und zieht sich zurück.

Was folgt, ist ein radikales Leben in Askese: wenig Schlaf, kaum Nahrung, Gebet statt Komfort. Antonius stirbt hochbetagt im Jahr 356, längst als gläubiger Einsiedler berühmt. Er prägt ein Ideal, das bis heute nachwirkt: Konzentration auf das Wesentliche.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker, Universität Göttingen
  • Athanasius von Alexandrien: Leben des Antonius. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Peter Gemeinhardt, Freiburg im Breisgau 2017
  • Benedicta Ward (Hg.): The Desert Fathers. Sayings of the Early Christian Monks, London 2003
  • Peter Gemeinhardt: Antonius. Der erste Mönch. Leben, Lehre, Legende, München 2023

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Tobias Sauer
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Suvak
Technik: Holger Maerten

China nach Mao: Abrechnung mit der "Viererbande"

China nach Mao: Abrechnung mit der "Viererbande" WDR Zeitzeichen 25.01.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 26.01.2099 WDR 5

25.1.1981: In China fällt das Urteil gegen die "Viererbande" um Maos Witwe. Gerechtigkeit für die Opfer der Kulturrevolution - oder ein Schauprozess mit Sündenböcken?

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath, wie der 1958 von Mao propagierte "Große Sprung nach vorne" in einer Katastrophe für China endet, was die "Kulturrevolution" von 1966 damit zu tun hat, welcher Machtkampf nach Maos Tod in der Kommunistischen Partei Chinas ausbricht. Jiang Qing gilt als die Anführerin der "Viererbande", die nach dem Tod Maos im September 1976 die Macht in China an sich reißen will. Doch die Clique scheitert und wird nur einen Monat später festgenommen. Nun wird vor allem Jiang Qing, Maos Witwe, in der Öffentlichkeit dargestellt als das personifizierte Böse. Sie sei verantwortlich für die grausamen Exzesse während der chinesischen Kulturrevolution. Das sind offiziell die Jahre 1966 bis 1976 - eine der finstersten Zeiten der chinesischen Geschichte. Doch eigentlich handelt es sich um eine "Fünferbande", zu der auch der frühere Große Vorsitzende Mao gehört. Er bestimmte seit Ende der 1940er-Jahre maßgeblich die Politik Chinas. Doch die neue Führung Chinas will Mao von allen Vorwürfen freihalten. Der Prozess gegen die "Viererbande" soll dazu dienen, Mao als Lichtgestalt der Kommunistischen Partei des Landes zu erhalten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Daniel Leese (Sinologe an der Universität Freiburg und Experte für chinesische Geschichte und Politik) Zhang Man (Sinologin an der Universität München und Expertin für chinesische Geschichte und Politik) Daniel Leese: Die Chinesische Kulturrevolution 1966-1976. München 2016 Daniel Leese: Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit. München 2020 Man Zhang: Die politischen Strafprozesse gegen die Viererbande im China nach Mao. In: Lexikon der politischen Strafprozesse. Hamburg 2025: https://kurz.wdr.de/aocraeob Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • wie der 1958 von Mao propagierte "Große Sprung nach vorne" in einer Katastrophe für China endet,
  • was die "Kulturrevolution" von 1966 damit zu tun hat,
  • wie brutal die "Roten Garden zur Verteidigung der Mao-Zedong-Ideen" gegen die Bevölkerung vorgehen,
  • welcher Machtkampf nach Maos Tod in der Kommunistischen Partei Chinas ausbricht,
  • zu welchen Strafen die Mitglieder der "Viererbande" verurteilt werden.

Jiang Qing gilt als die Anführerin der "Viererbande", die nach dem Tod Maos im September 1976 die Macht in China an sich reißen will. Doch die Clique scheitert und wird nur einen Monat später festgenommen. Nun wird vor allem Jiang Qing, Maos Witwe, in der Öffentlichkeit dargestellt als das personifizierte Böse.

Sie sei verantwortlich für die grausamen Exzesse während der chinesischen Kulturrevolution. Das sind offiziell die Jahre 1966 bis 1976 - eine der finstersten Zeiten der chinesischen Geschichte. Doch eigentlich handelt es sich um eine "Fünferbande", zu der auch der frühere Große Vorsitzende Mao gehört. Er bestimmte seit Ende der 1940er-Jahre maßgeblich die Politik Chinas.

Doch die neue Führung Chinas will Mao von allen Vorwürfen freihalten. Der Prozess gegen die "Viererbande" soll dazu dienen, Mao als Lichtgestalt der Kommunistischen Partei des Landes zu erhalten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Daniel Leese (Sinologe an der Universität Freiburg und Experte für chinesische Geschichte und Politik)
  • Zhang Man (Sinologin an der Universität München und Expertin für chinesische Geschichte und Politik)
  • Daniel Leese: Die Chinesische Kulturrevolution 1966-1976. München 2016
  • Daniel Leese: Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit. München 2020
  • Zhang Man: Die politischen Strafprozesse gegen die Viererbande im China nach Mao. In: Lexikon der politischen Strafprozesse. Hamburg 2025

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Sascha Schiemann

Antikes Rom: Warum Kaiser Caligula besser war als sein Ruf

Antikes Rom: Warum Kaiser Caligula besser war als sein Ruf WDR Zeitzeichen 24.01.2026 13:30 Min. Verfügbar bis 25.01.2099 WDR 5

Am 24.1.41 wird der römische Kaiser Gaius, genannt Caligula, ermordet. In Geschichtsbüchern gilt er lange als wahnsinnig. Doch inzwischen gibt es Zweifel an diesem Bild.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk, dass Culigula eigentlich "Gaius" heißt, wieso Caligula sein Pferd angeblich zum Konsul machen will und was Caligula mit Donald Trump verbindet. Caligula ist nach Augustus und Tiberius erst der dritte Kaiser Roms. Die Senatoren der einst mächtigen Republik wollen – wie seit Jahrhunderten zuvor – weiterhin Einfluss auf die Regierung nehmen. Doch Caligula macht schnell klar: Er allein herrscht – ohne sie. Das bringt die Senatoren gegen ihn auf, sie nennen ihnen einen Tyrannen und Despoten. Der junge Kaiser zögert nicht und ordnet Hinrichtungen an. Am 24. Januar 41 endet seine Herrschaft abrupt: Caligula wird mit nur 28 Jahren erstochen. Nach seinem Tod schmücken Geschichtsschreiber seine Regierungszeit als Horrormärchen aus. Zu Unrecht, wie die moderne Forschung zeigt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Aloys Winterling, (Historiker, Humboldt Universität, Berlin) Aloys Winterling: Caligula. München 2025 Sueton: Cäsarenleben. Stuttgart 1986 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Jakob Schiffer, Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • dass "Caligula" eigentlich "Gaius" heißt,
  • warum der Name ihn diffamiert,
  • dass der Kaiser bei der Bevölkerung beliebt ist,
  • ob Caligula sein Pferd wirklich zum Konsul machen will,
  • was Caligula und Donald Trump verbindet.

Caligula ist nach Augustus und Tiberius erst der dritte Kaiser Roms. So wollen die Senatoren der einst mächtigen Republik – wie seit Jahrhunderten zuvor – weiterhin Einfluss auf die Regierung nehmen. Doch Caligula macht schnell klar: Er allein herrscht – ohne sie.

Das bringt die Senatoren gegen ihn auf, sie nennen ihn einen Tyrannen und Despoten. Der junge Kaiser zögert nicht und ordnet Hinrichtungen an. Am 24. Januar 41 endet seine Herrschaft abrupt: Caligula wird mit nur 28 Jahren erstochen.

Erst lange nach seinem Tod schmücken Geschichtsschreiber seine Regierungszeit als Horrormärchen aus. Caligula gilt nun als wahnsinnig. Zu Unrecht, wie die moderne Forschung zeigt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Aloys Winterling, (Historiker, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Aloys Winterling: Caligula. München 2025
  • Sueton: Cäsarenleben. Stuttgart 1986

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Autorin: Maren Gottschalk
Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse

Wilbur Atwater: Der Vater aller Diäten

Wilbur Atwater: Der Vater aller Diäten WDR Zeitzeichen 23.01.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 24.01.2099 WDR 5

Körperfülle galt lange als Wohlstandssymbol. 1896 misst Wilbur Atwater Nahrung erstmals genau. Die Kalorie wird Maß für Disziplin – und prägt ein neues Schönheitsideal.

In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer, wie sich der Körperkult vom Dicksein zum Schlanksein im Laufe der Jahrhunderte wandelt, warum der US-Bestatter William Banting die Ernährung von Millionen Amerikanern verändert und woher das Zitat "lasst dicke Männer um mich gehen" stammt. Um den Kalorienverbrauch des Körpers zu messen, entwickelt der US-Agrarwissenschaftler Wilbur Atwater ein Kalorimeter: Ein spezieller Respirationsapparat erfasst bei freiwilligen Probanden die Einnahmen und Ausscheidungen des Körpers. Aus seinen Erkenntnissen leitet Atwater Ernährungsempfehlungen für arme Familien ab – und befeuert damit zugleich einen Schlankheitskult im Bürgertum. Doch die Forschungen werden nicht nur zum Wohl der Menschen eingesetzt: Großindustrielle nutzen sie, um Mindestrationen für ihre Arbeiter festzulegen. Später tragen sie zu Vorgaben für Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangene bei. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Uwe Spiekermann (Ernährungshistoriker, Göttingen) Uwe Spiekermann: Die erste moderne Diät – William Bantings Kur gegen Korpulenz in Mitteleuropa. 2022. https://kurz.wdr.de/ycllgo1k Sam Prescott: Quantifying the Calorie: The Mixed-Up Files of Mr. Wilbur O. Atwater. 2017. https://kurz.wdr.de/7sg6rihb Podcast: Was bisher geschah - Die Geschichte der Diät. https://kurz.wdr.de/trxsevmk Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Sefa-Inci Suvak Technik: Nico Söllner


In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:
  • woher das Zitat "lasst dicke Männer um mich gehen" stammt,
  • wie sich der Körperkult vom Dicksein zum Schlanksein im Laufe der Jahrhunderte wandelt,
  • warum der US-Bestatter William Banting die Ernährung von Millionen Amerikanern verändert,
  • dass Atwaters Experimente von Münchner Ernährungswissenschaftlern inspiriert sind.

Um den Kalorienverbrauch des Körpers zu messen, entwickelt der US-Agrarwissenschaftler Wilbur Atwater ein Kalorimeter: Ein spezieller Respirationsapparat erfasst bei freiwilligen Probanden die Einnahmen und Ausscheidungen des Körpers.

Aus seinen Erkenntnissen leitet Atwater Ernährungsempfehlungen für arme Familien ab – und befeuert damit zugleich einen Schlankheitskult im Bürgertum.

Die Forschungen werden nicht nur zum Wohl der Menschen eingesetzt: Großindustrielle nutzen sie, um Mindestrationen für ihre Arbeiter festzulegen. Später tragen sie zu Vorgaben für Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangene bei.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Erik Hlacer
Redaktion: Sefa-Inci Suvak
Technik: Nico Söllner

Einzug der Schweizergarde: Vom Söldnertrupp zur Vatikan-Legende

Einzug der Schweizergarde: Vom Söldnertrupp zur Vatikan-Legende WDR Zeitzeichen 22.01.2026 13:42 Min. Verfügbar bis 23.01.2099 WDR 5

Am 22.1.1506 gründet der Papst die Schweizergarde. Anfangs ist sie nur eine Söldnertruppe unter vielen. Doch eine Bewährungsprobe macht sie unsterblich.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi, wie ausgerechnet ein Papst zum Beinamen "der Schreckliche" kommt, welche Meisterwerke Renaissance-Papst Julius II. ermöglicht und warum die Vereidigung der neuen Schweizergardisten bis heute am 6. Mai begangen wird. Als Giuliano della Rovere 1503 zum Papst Julius II. gewählt wird, geht das nicht ohne Bestechungen ab. Angesichts zu vieler Feinde will er seine Wahl nicht dem Zufall überlassen. Aber die Angst vor Rache begleitet ihn durch die Korridore des Vatikans. Den Römern traut er nicht mehr über den Weg. Für Julius II. ist klar: Für seinen Schutz müssen Fremde her. In der Schweiz wird er fündig. Am 22. Januar 1506 nehmen die ersten bis an die Zähne bewaffneten Schweizer ihren Dienst im Vatikan auf. Gut 20 Jahre später beweisen die Gardisten ihre versprochene Treue: Sie schützen Papst Clemens VII. vor dem Söldnerheer Kaiser Karls V. und verteidigen Rom während der Plünderung durch die Kaisertruppen. In der Verteidigungsschlacht sterben 147 Schweizer. Die Garde wird fast ausgelöscht. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dr. Arne Karsten, Privatdozent, Uni Wuppertal Prof. em. Volker Reinhardt, Uni Freiburg, Schweiz Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
  • wie ausgerechnet ein Papst zum Beinamen "der Schreckliche" kommt,
  • welche Meisterwerke Renaissance-Papst Julius II. ermöglicht,
  • warum die Schweiz in der frühen Neuzeit ein beliebter Ort für das Söldnertum ist,
  • warum die Vereidigung der neuen Schweizergardisten bis heute am 6. Mai begangen wird.

Als Giuliano della Rovere 1503 zum Papst Julius II. gewählt wird, geht das nicht ohne Bestechungen ab. Angesichts zu vieler Feinde will er seine Wahl nicht dem Zufall überlassen. Aber die Angst vor Rache begleitet ihn durch die Korridore des Vatikans. Den Römern traut er nicht mehr über den Weg. Für Julius II. ist klar: Für seinen Schutz müssen Fremde her. In der Schweiz wird er fündig.

Am 22. Januar 1506 nehmen die ersten bis an die Zähne bewaffneten Schweizer ihren Dienst im Vatikan auf. Gut 20 Jahre später beweisen die Gardisten ihre versprochene Treue: Sie schützen Papst Clemens VII. vor dem Söldnerheer Kaiser Karls V. und verteidigen Rom während der Plünderung durch die Kaisertruppen. In der Verteidigungsschlacht sterben 147 Schweizer. Die Garde wird fast ausgelöscht.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Dr. Arne Karsten, Privatdozent, Uni Wuppertal
  • Prof. em. Volker Reinhardt, Uni Freiburg, Schweiz

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Murat Kayi
Redaktion: Matti Hesse

Röstverbot und Kaffee-Spitzel: Preußens Prohibitionszeit

Röstverbot und Kaffee-Spitzel: Preußens Prohibitionszeit WDR Zeitzeichen 21.01.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 22.01.2099 WDR 5

Im 18. Jahrhundert trinkt ganz Preußen Kaffee - der Staatskasse Friedrichs des Großen nutzt es wenig. Darum verbietet er am 21.1.1781 das private Rösten. Mit fatalen Folgen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich, aus welchen feinen Porzellantassen Friedrich der Große seinen Kaffee trinkt, welchen Job die sogenannten Kaffeeriecher im Auftrag des Königs verrichten, warum Friedrich II. zwei Jahre nach dem privaten Röstverbot nachgibt und den Kaffeepreis senkt. Kaffee ist zu der Zeit von Friedrich dem Großen ein Luxus-Trank. Genossen wird er vom Adel. Aus Sicht des Königs soll das auch so bleiben. Als sich das wohlriechende Elixier in Preußen immer mehr verbreitet, belegt der Herrscher die Bohnen mit hohen Einfuhrzöllen und Luxussteuern. Ab 1766 ist die freie Kaffee-Einfuhr ganz verboten. Das lässt sich die Bevölkerung nicht gefallen. Der Schmuggel blüht - und der Staat reagiert: Auf das Einfuhrverbot folgt 1781 das Röstverbot. Handel und Rösten liegen nun ganz in staatlicher Hand. Wer dagegen verstößt, muss empfindliche Geldstrafen bezahlen. Trotzdem steigt der Kaffeekonsum: Die Bestechungszahlungen für die Kontrolleure des Röstverbots sind höher als deren Provisionen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jürgen Luh (Direktor des Research Center Sanssouci) Katja Mutschelknaus (Kulturwissenschaftlerin) Tim Blanning: Friedrich der Große. König von Preußen. Eine Biographie. München 2022 Johannes Kunisch: Friedrich der Große. München 2012 Jürgen Luh: Der Große. Friedrich II. von Preußen. München 2011 Katja Mutschelknaus: Kaffeeklatsch. Die Stunde der Frauen. Berlin 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:
  • wie der Kaffee um 1660 nach Europa kommt und zum edlen Kultgetränk wird,
  • aus welchen feinen Porzellantassen Friedrich der Große seinen Kaffee trinkt,
  • welchen Job die sogenannten Kaffeeriecher im Auftrag des Königs verrichten,
  • warum Friedrich II. zwei Jahre nach dem privaten Röstverbot nachgibt und den Kaffeepreis senkt,
  • wie die ungehorsamen Untertanen schließlich für mehr Steuereinnahmen sorgen.

Kaffee ist zur Zeit von Friedrich dem Großen ein Luxus-Trank. Genossen wird er vom Adel. Aus Sicht des Königs soll das auch so bleiben. Als sich das wohlriechende Elixier in Preußen immer mehr verbreitet, belegt der Herrscher die Bohnen mit hohen Einfuhrzöllen und Luxussteuern. Ab 1766 ist die freie Kaffee-Einfuhr ganz verboten.

Das lässt sich die Bevölkerung nicht gefallen. Der Schmuggel blüht - und der Staat reagiert: Auf das Einfuhrverbot folgt 1781 das Röstverbot. Handel und Rösten liegen nun ganz in staatlicher Hand. Wer dagegen verstößt, muss empfindliche Geldstrafen bezahlen. Trotzdem steigt der Kaffeekonsum: Die Bestechungszahlungen für die Kontrolleure des Röstverbots sind höher als deren Provisionen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Jürgen Luh (Direktor des Research Center Sanssouci)
  • Katja Mutschelknaus (Kulturwissenschaftlerin)
  • Tim Blanning: Friedrich der Große. König von Preußen. Eine Biographie. München 2022
  • Johannes Kunisch: Friedrich der Große. München 2012
  • Jürgen Luh: Der Große. Friedrich II. von Preußen. München 2011
  • Katja Mutschelknaus: Kaffeeklatsch. Die Stunde der Frauen. Berlin 2014

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Claudia Friedrich
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

444 Tage in der Gewalt der Mullahs: Geiselnahme in Teheran

444 Tage in der Gewalt der Mullahs: Geiselnahme in Teheran WDR Zeitzeichen 20.01.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 21.01.2099 WDR 5

444 Tage ist Barry Rosen Geisel des Iran und ein Spielball der Mächte. Er erlebt Monate der Ungewissheit, bis er und die 51 anderen Geiseln am 20.1.1981 freikommen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Viviane Jelenc wie im November 1979 eine Geiselnahme beginnt, die über ein Jahr dauern wird, welche Rolle Ayatollah Ruhollah Chomeini bei der Geiselnahme und der weiteren Entwicklung im Iran spielt und wie der Golfkrieg ab September 1980 zur Beendigung der Geiselnahme beiträgt. Anfang November 1979 stürmen Studenten die US-Botschaft in Teheran und nehmen über 60 Geiseln. Monatelang wird vergeblich verhandelt. Ein Befreiungsversuch des US-Militärs scheitert dramatisch. Erst im September 1980 wird mit Hilfe algerischer Vermittler eine Einigung erzielt: Eingefrorene iranische Gelder werden von den USA freigegeben und die USA erklären, sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten des Irans einzumischen. Am 20. Januar 1981 werden die Geiseln freigelassen. Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran bleibt allerdings von tiefem Misstrauen geprägt. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Barry Rosen, ehemalige Geisel Dr. Katajun Amirpur, Professorin für Islamwissenschaft an der Universität zu Köln Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Viviane Jelenc Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Viviane Jelenc:
  • wie im November 1979 eine Geiselnahme beginnt, die über ein Jahr dauern wird,
  • welche Rolle Ayatollah Ruhollah Chomeini bei der Geiselnahme und der weiteren Entwicklung im Iran spielt,
  • wie die US-Regierung auf die Forderungen der Geiselnehmer reagiert,
  • warum die Geiselnehmer Frauen und Schwarze freilassen,
  • wie der Golfkrieg ab September 1980 zur Beendigung der Geiselnahme beiträgt.

Anfang November 1979 stürmen Studenten die US-Botschaft in Teheran und nehmen über 60 Geiseln. Monatelang wird vergeblich verhandelt. Ein Befreiungsversuch des US-Militärs scheitert dramatisch.

Erst im September 1980 wird mit Hilfe algerischer Vermittler eine Einigung erzielt: Eingefrorene iranische Gelder werden von den USA freigegeben und die USA erklären, sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten des Irans einzumischen. Am 20. Januar 1981 werden die Geiseln freigelassen. Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran bleibt allerdings von tiefem Misstrauen geprägt.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Barry Rosen, ehemalige Geisel
  • Dr. Katajun Amirpur, Professorin für Islamwissenschaft an der Universität zu Köln

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Viviane Jelenc
Redaktion: Frank Zirpins

Unangepasster Weltstar: Die Countrymusikerin Dolly Parton

Unangepasster Weltstar: Die Countrymusikerin Dolly Parton WDR Zeitzeichen 19.01.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 20.01.2099 WDR 5

19.01.1946 wurde sie in der Unterschicht geboren, auch abfällig "white trash", "weißer Dreck", genannt. Bibelfest und eigensinnig wird Dolly Parton Vorbild für Frauen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld, wovon Dolly Parton schon als Kind träumt, warum Parton mit Elvis Presley aneinandergerät und wie große Teile der Country-Szene auf einen Song über eine Transfrau reagieren. Dolly Parton beginnt ihre Karriere mit sieben Jahren auf einer selbstgebauten Gitarre. Als Teenager lernt sie in der berühmten Country-Radio-Show "Grand Ole Opry" Johnny Cash kennen, der sie in ihrem Traum bestärkt. Die zwei Songs, die sie weltberühmt machen, entstehen 1973 - am selben Tag. In "Jolene" erinnert sich Parton an eine Bankangestellte, die mit ihrem Mann flirtet. "I will always love you" schreibt sie für Porter Wagoner, als sie dessen TV-Show nach sieben Jahren verlässt. Nach 60 Jahren im Musikbusiness ist Dolly Parton heute als Patentante von Superstar Miley Cyrus populär, inspiriert Musikerinnen wie Taylor Swift, Sabrina Carpenter und Beyoncé. Ihre jüngste Single veröffentlicht sie im März 2025, nach dem Tod ihres Mannes Carl: "I wouldn't be here, if you hadn't been there". Das sind unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin: Ayla Schofield, Country-Musikerin und Songwriterin Dolly Parton: From Rags to Rhinestones, Film-Biographie mit historischem Filmmaterial und Interviews, 2020 Dolly Parton: Songteller. My Life in Lyrics. Autobiographie, auch als Hörbuch mit Dolly Parton Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Sefa-Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:
  • wovon Dolly Parton schon als Kind träumt,
  • wie die kleine Dolly und ihre Mutter es aus den ärmlichen Verhältnissen heraus schaffen,
  • warum Parton mit Elvis Presley aneinandergerät,
  • wie große Teile der Country-Szene auf einen Song über eine Transfrau reagieren.

Dolly Parton beginnt ihre Karriere mit sieben Jahren auf einer selbstgebauten Gitarre. Als Teenager lernt sie in der berühmten Country-Radio-Show "Grand Ole Opry" Johnny Cash kennen, der sie in ihrem Traum bestärkt.

Die zwei Songs, die sie weltberühmt machen, entstehen 1973 - am selben Tag. In "Jolene" erinnert sich Parton an eine Bankangestellte, die mit ihrem Mann flirtet. "I will always love you" schreibt sie für Porter Wagoner, als sie dessen TV-Show nach sieben Jahren verlässt.

Nach 60 Jahren im Musikbusiness ist Dolly Parton heute als Patentante von Superstar Miley Cyrus populär, inspiriert Musikerinnen wie Taylor Swift, Sabrina Carpenter oder Beyoncé. Ihre jüngste Single veröffentlicht sie im März 2025, nach dem Tod ihres Mannes Carl: "I wouldn't be here, if you hadn't been there".

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Ayla Schofield, Country-Musikerin und Songwriterin
  • Dolly Parton: From Rags to Rhinestones, Film-Biographie mit historischem Filmmaterial und Interviews. 2020
  • Dolly Parton: Songteller. My Life in Lyrics. Autobiographie, auch als Hörbuch mit Dolly Parton

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?

Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Kosfeld
Redaktion: Sefa-Inci Suvak

Tournier: Ein "Deutschlandversteher" spaltet die Literaturwelt

Tournier: Ein "Deutschlandversteher" spaltet die Literaturwelt WDR Zeitzeichen 18.01.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 19.01.2099 WDR 5

Michel Tournier (gest. am 18.1.2016) erlebt den Nationalsozialismus hautnah. Später wird der Schriftsteller von Millionen gelesen - und von Holocaust-Überlebenden kritisiert.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg, warum Michel Tournier in Frankreich als "Deutschlandversteher" gilt, dass er mit dem "Erlkönig" den Durchbruch schafft und warum das Buch in Deutschland kontrovers diskutiert wird. Michel Tournier, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn regelmäßig in den Ferien nach Deutschland. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in Tourniers Augen gewiefte Kindesverführer. In seinen Romanen verwendet Tournier Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Goncourt. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Cornelia Klettke (Romanistin, Universität Potsdam) Cornelia Klettke, Michel Tournier: Die Kunst des Erzählens. Berlin 2025 Michel Tournier: Der Erlkönig. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. Frankfurt 1991 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Beiner


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
  • warum Michel Tournier in Frankreich als "Deutschlandversteher" gilt,
  • dass Tournier als Kind Nazi-Paraden scheußlich und großartig zugleich findet,
  • warum ihm eine Universitätskarriere verwehrt bleibt,
  • dass er mit dem "Erlkönig" den Durchbruch schafft,
  • warum das Buch aber in Deutschland kontrovers diskutiert wird,
  • dass Michel Tournier sein Leben lang schwer durchschaubar bleibt.

Michel Tournier, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn in der Ferien regelmäßig nach Deutschland. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in Tourniers Augen gewiefte Kindesverführer.

In seinen Romanen verwendet Tournier Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Goncourt. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Cornelia Klettke (Romanistin, Universität Potsdam)
  • Cornelia Klettke, Michel Tournier: Die Kunst des Erzählens. Berlin 2025
  • Michel Tournier: Der Erlkönig. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. Frankfurt 1991
  • Cornelia Klettke: Der postmoderne Mythenroman Michel Tourniers am Beispiel des "Roi des Aulnes". Bonn 2012
  • Michel Tournier: Die Schlüssel und das Schloss. Aus dem Französischen von Hellmut Waller. München 1980

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Jürgen Beiner

"Desert Storm": Der Zweite Golfkrieg wird zum Fernsehspektakel

"Desert Storm": Der Zweite Golfkrieg wird zum Fernsehspektakel WDR Zeitzeichen 17.01.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 18.01.2099 WDR 5

Am 17.1.1991 beginnen die USA und Alliierte mit Luftangriffen auf den Irak, um das von Saddam Hussein annektierte Kuwait zu befreien. Die Weltöffentlichkeit ist erstmals live dabei.

In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer, dass der eigentliche Beginn des Krieges viele Jahre zurückliegt, warum Saddam Hussein in diesem Krieg nicht gestürzt wird und welche Fehler die USA in den Jahren danach begehen. Der Golfkrieg von 1991 ist der erste große Fernsehkrieg - in Echtzeit inszeniert, gefiltert durch die Kameras und Mikrofone von CNN. Die Journalisten vor Ort haben kein Internet, kein Smartphone, nur Festnetzleitungen in die CNN-Zentrale in Atlanta. Ihre Berichte gehen in die Geschichte ein, als Teil der Operation "Desert Storm". Neben den USA sind 34 Nationen beteiligt. Deutschland liefert Rüstungsmaterial und beteiligt sich finanziell mit 17 Milliarden Mark. Spätere Kriege werden mehr Bilder und Livestreams hervorbringen - und dann auch soziale Medien beherrschen. Die Vorlage dafür stammt aus jener Nacht, in der der Himmel über Bagdad für jeden sichtbar taghell gebombt wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik Lawrence G. Potter, Gary G. Sick (Hrsg.): Iran, Iraq, and the Legacies of War. Basingstoke 2004 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
  • dass der eigentliche Beginn des Krieges viele Jahre zurückliegt,
  • dass Deutschland sich mit 17 Milliarden Mark beteiligt,
  • wie der Westen Saddam Hussein erst unterstützt - und dann bombardiert,
  • warum Saddam Hussein in diesem Krieg nicht gestürzt wird,
  • welche Fehler die USA in den Jahren danach begehen.

Der Golfkrieg von 1991 ist der erste große Fernsehkrieg - in Echtzeit inszeniert, gefiltert durch die Kameras und Mikrofone von CNN. Die Journalisten vor Ort haben kein Internet, kein Smartphone, nur Festnetzleitungen in die CNN-Zentrale in Atlanta. Das, was sie betreiben, wird man später einen Livestream nennen. Ihre Berichte gehen in die Geschichte ein, als Teil der Operation "Desert Storm".

Neben den USA sind 34 Nationen beteiligt. Deutschland liefert Rüstungsmaterial und beteiligt sich finanziell mit 17 Milliarden Mark. Spätere Kriege werden mehr Bilder und Livestreams hervorbringen - und dann auch soziale Medien beherrschen. Die Vorlage dafür stammt aus jener Nacht, in der der Himmel über Bagdad für jeden sichtbar taghell gebombt wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik
  • Lawrence G. Potter, Gary G. Sick (Hrsg.): Iran, Iraq, and the Legacies of War. Basingstoke 2004
  • Jeffrey Engel (Hrsg.): Into the Desert: Reflections on the Gulf War. New York 2012
  • Lars Klein: Vom Enthauptungsschlag zum Fall der Saddam-Statue. Potsdam 2005

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Wolfgang Meyer
Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins

Deutschlands Spätheimkehrer und ihr schwieriges Kriegsgepäck

Deutschlands Spätheimkehrer und ihr schwieriges Kriegsgepäck WDR Zeitzeichen 16.01.2026 14:11 Min. Verfügbar bis 17.01.2099 WDR 5

Der Zug mit den letzten Kriegsgefangenen rollt am 16.1.1956 in Friedland ein. Am Bahnsteig nur jubelnde Begrüßung. Keine kritische Frage nach Schuld und Verantwortung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug, welche Szenen sich bei der Ankunft der Heimkehrer abspielen und dass sich auch Frauen unter den Heimkehrern befinden. Eigentlich sollen die deutschen Kriegsgefangenen bis 1948 nach Deutschland zurückkehren. So haben es die Alliierten beschlossen. Doch die Sowjetunion hält sich nicht daran, denn sie braucht die Arbeitskräfte, um die Kriegsschäden zu beseitigen. 1955 reist Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau, um die Freilassung der letzten 10.000 Kriegsgefangenen zu fordern. Sie kehren schließlich 1956 heim. Verlassen haben sie einst ein Land, das sich tausendjähriges Reich nennt, zurückgekehrt finden sie das, was nach zwölf Jahren noch übrig ist: Ein in großen Teilen zerstörtes, kleineres und obendrein geteiltes Deutschland. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Dr. Jörg Morré, Historiker und Direktor des Museum Berlin-Karlshorst Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
  • welche Szenen sich bei der Ankunft der Spät-Heimkehrer abspielen,
  • dass sich auch Frauen unter den Heimkehrern befinden
  • warum die Aktion in Deutschland auch kritisch gesehen wird,
  • dass niemand für Kriegsverbrechen ins Gefängnis kommt.

Eigentlich sollen die deutschen Kriegsgefangenen bis 1948 nach Deutschland zurückkehren. So haben es die Alliierten beschlossen. Doch die Sowjetunion hält sich nicht daran, denn sie braucht die Arbeitskräfte, um die Kriegsschäden zu beseitigen.

1955 reist Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau, um die Freilassung der letzten 10.000 Kriegsgefangenen zu fordern. Sie kehren schließlich 1956 heim. Verlassen haben sie einst ein Land, das sich tausendjähriges Reich nennt, zurückgekehrt finden sie das, was nach zwölf Jahren noch übrig ist: Ein kleineres und obendrein geteiltes Deutschland.

Fragen über Schuld und Verantwortung werden nicht gestellt. Kein Spätheimkehrer - ob ehemaliger General oder einfacher Soldat - wird vor Gericht gestellt.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Dr. Jörg Morré, Historiker und Direktor des Museum Berlin-Karlshorst

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Klug
Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak
Technik: Holger Maerten

Wie Wikipedia die Welt verändert: Wissen für alle, von allen

Wie Wikipedia die Welt verändert: Wissen für alle, von allen WDR Zeitzeichen 15.01.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 16.01.2099 WDR 5

Am 15.1.2001 startet Wikipedia. Die Skepsis ist groß. Doch das "größte Wissensprojekt der Menschheit", an dem jeder mitmachen kann, funktioniert und verändert unsere Welt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand, wie unzählige Autoren und Autorinnen weltweit die größte Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte zusammentragen, warum direkte politische Einflussnahme auf Wikipedia schwierig ist und wie versucht wird, Wikipedia vor Missbrauch zu schützen. Im Jahr 2000 sind Enzyklopädien noch dicke, schwere Bücherbände. In den USA beginnt der Internet-Unternehmer Jimmy Wales mit Mitte 30 mit seinem Projekt "Nupedia", einem Online-Lexikon im Stile klassischer Enzyklopädien wie beispielsweise dem Brockhaus. Das Projekt läuft äußerst schleppend: Nach einem Jahr finden sich auf Nupedia nicht einmal 25 Artikel. Dann haben Wales und sein Mitarbeiter Larry Sanger eine neue Idee. Sie wollen eine Internetseite erstellen, auf der jeder und jede eingeladen ist, Wissen zu teilen. Der Name dieses Nebenprojektes ist eine Mischung aus den Wörtern "Encyclopedia" und "Wiki" - was auf Hawaiianisch "schnell" bedeutet. Am 15. Januar 2001 stellt Jimmy Wales die Seite www.wikipedia.com online und tippt versuchsweise die ersten Worte in das heute größte Lexikon der Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Pavel Richter, Sachbuchautor und Unternehmensberater, bis 2014 Vorstand von Wikimedia Deutschland PavelRichter: Die Wikipedia-Story. Biografie eines Weltwunders, Frankfurt/New York 2020 Ziko van Dijk: Wikis und die Wikipedia verstehen. Eine Einführung, Bielefeld 2021 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
  • wie unzählige Autoren und Autorinnen weltweit die größte Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte zusammentragen,
  • wie sich die Falschmeldung zu "Stalins Badezimmer" verbreitet und kaum wieder einzufangen ist,
  • warum direkte politische Einflussnahme auf Wikipedia schwierig ist,
  • wie versucht wird, Wikipedia vor Missbrauch zu schützen.

Im Jahr 2000 sind Enzyklopädien noch dicke, schwere Bücherbände. In den USA beginnt der Internet-Unternehmer Jimmy Wales mit Mitte 30 mit seinem Projekt "Nupedia", einem Online-Lexikon im Stile klassischer Enzyklopädien wie beispielsweise dem Brockhaus. Das Projekt läuft äußerst schleppend: Nach einem Jahr finden sich auf Nupedia nicht einmal 25 Artikel.

Dann haben Wales und sein Mitarbeiter Larry Sanger eine neue Idee. Sie wollen eine Internetseite erstellen, auf der jeder und jede eingeladen ist, Wissen zu teilen. Der Name dieses Nebenprojektes ist eine Mischung aus den Wörtern "Encyclopedia" und "Wiki" - was auf Hawaiianisch "schnell" bedeutet. Am 15. Januar 2001 stellt Jimmy Wales die Seite www.wikipedia.com online und tippt versuchsweise die ersten Worte in das heute größte Lexikon der Welt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Pavel Richter, Sachbuchautor und Unternehmensberater, bis 2014 Vorstand von Wikimedia Deutschland
  • Pavel Richter: Die Wikipedia-Story. Biografie eines Weltwunders, Frankfurt/New York 2020
  • Ziko van Dijk: Wikis und die Wikipedia verstehen. Eine Einführung, Bielefeld 2021

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kolja Sand
Redaktion: Matti Hesse

Nächtliches Feuer: Die geheime Fake-Fabrik der Nazis

Nächtliches Feuer: Die geheime Fake-Fabrik der Nazis WDR Zeitzeichen 14.01.2026 13:56 Min. Verfügbar bis 15.01.2099 WDR 5

Um Krupps Rüstungsschmiede vor Bombern zu schützen, entsteht im Januar 1941 bei Velbert eine Scheinfabrik. Das Wissen darüber ist das Ergebnis akribischer Detektivarbeit.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner, welche Dimensionen das Gelände der Scheinanlage hat, was Zeitzeugen über das militärische Sperrgebiet erzählen und wie viel Personal die Fake-Fabrik am Laufen hält. Das Projekt ist streng geheim: Rund zehn Kilometer Luftlinie von der Krupp-Gussstahlfabrik Essen entfernt entsteht im Bergischen Land während des Zweiten Weltkriegs die Kulisse für eine raffinierte Täuschung. Auf diese Weise soll die größte Rüstungsschmiede der NS-Zeit vor alliierten Luftangriffen geschützt werden. Auf den Feldern um den Rottberg bei Velbert werden nachts große Feuer angezündet, auf dem Berg selbst fährt eine Eisenbahn im Kreis. Ein 36 Meter hoher Schornstein aus Spanplatten und sägezahnförmige Industriedächer aus Dachlatten und Pappe simulieren die Fabrik. Das reicht, um Bomberpiloten in 4.000 Metern Höhe in die Irre zu führen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Josef Niedworok (Architekt, Geschichtsdetektiv und ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger beim Landschaftsverband) Jürgen Lohbeck: Das vergessene Scheindorf in Velbert. Velbert 2012 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:
  • welche Dimensionen das Gelände der Scheinanlage hat,
  • was Zeitzeugen über das militärische Sperrgebiet erzählen,
  • wie viel Personal die Fake-Fabrik am Laufen hält,
  • warum die Anwohner nachts das Gebiet verlassen müssen,
  • wie lange die Anlage wirksam ist.

Das Projekt ist streng geheim: Rund zehn Kilometer Luftlinie von der Krupp-Gussstahlfabrik Essen entfernt entsteht im Bergischen Land während des Zweiten Weltkriegs die Kulisse für eine raffinierte Täuschung. Auf diese Weise soll die größte Rüstungsschmiede der NS-Zeit vor alliierten Luftangriffen geschützt werden.

Auf den Feldern um den Rottberg bei Velbert werden nachts große Feuer angezündet, auf dem Berg selbst fährt eine Eisenbahn im Kreis. Ein 36 Meter hoher Schornstein aus Spanplatten und sägezahnförmige Industriedächer aus Dachlatten und Pappe simulieren die Fabrik. Das reicht, um Bomberpiloten in 4.000 Metern Höhe in die Irre zu führen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Josef Niedworok (Architekt, Geschichtsdetektiv und ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger beim Landschaftsverband)
  • Jürgen Lohbeck: Das vergessene Scheindorf in Velbert. Velbert 2012

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Autorin: Martina Meißner
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Moritz Raestrup

Lügendetektor: Erfunden, um Verhöre humaner zu machen

Lügendetektor: Erfunden, um Verhöre humaner zu machen WDR Zeitzeichen 13.01.2026 14:13 Min. Verfügbar bis 14.01.2099 WDR 5

Am 13.1.1931 wird der Lügendetektor patentiert. Heute ist er vor allem in den USA im Einsatz, noch immer nach dem ursprünglichen System - und genauso leicht manipulierbar.

In diesem Zeitzeichen erzählt Simon Schomäcker, welche vier Parameter standardmäßig bei einem Lügendetektor-Test erfasst werden, wie sich Lügendetektoren während einer Vernehmung manipulieren lassen und welche Befragungstechniken beim Lügendetektor-Test zum Einsatz kommen. Ab den 1910er-Jahren wird an ersten Geräten für Lügendetektion gearbeitet. Zu dieser Zeit festigt sich die wissenschaftliche Erkenntnis, dass psychische Vorgänge wie Angst unmittelbare, messbare körperliche Reaktionen auslösen. Geräte wie ein Blutdruckmesser oder auch ein Galvanometer zur Bestimmung des elektrischen Hautwiderstands beim Schwitzen sind schon bekannt. Durch synchrone Darstellung mit einem einzigen Apparat erhofft man sich, emotionalen Stress schneller und eindeutiger feststellen zu können. Die Vernehmung soll für Verdächtige so humaner werden - und Folter als Vernehmungsmethode abgelöst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Florian Schimikowski (Historiker am Deutschen Spionagemuseum Berlin) Matthias Gamer (Professor für Experimentelle Klinische Psychologie an der Uni Würzburg) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Simon Schomäcker Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Simon Schomäcker:
  • welcher Kriminologe seine Lügendetektor-Version zum Patent anmeldet,
  • welche vier Parameter standardmäßig bei einem Lügendetektor-Test erfasst werden,
  • wie sich Lügendetektoren während einer Vernehmung manipulieren lassen,
  • welche Befragungstechniken beim Lügendetektor-Test zum Einsatz kommen,
  • welche Bezeichnung die Anwender von Lügendetektoren für ihre Geräte verwenden.

Ab den 1910er-Jahren wird an ersten Geräten für Lügendetektion gearbeitet. Zu dieser Zeit festigt sich die wissenschaftliche Erkenntnis, dass psychische Vorgänge wie Angst unmittelbare, messbare körperliche Reaktionen auslösen.

Geräte wie ein Blutdruckmesser oder auch ein Galvanometer zur Bestimmung des elektrischen Hautwiderstands beim Schwitzen sind damals schon bekannt. Durch synchrone Darstellung mit einem einzigen Apparat erhofft man sich, emotionalen Stress schneller und eindeutiger feststellen zu können. Die Vernehmung soll für Verdächtige so humaner werden - und Folter als Vernehmungsmethode abgelöst.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Florian Schimikowski (Historiker am Deutschen Spionagemuseum Berlin)
  • Matthias Gamer (Professor für Experimentelle Klinische Psychologie an der Uni Würzburg)

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Simon Schomäcker
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Nach Hitler: Die Entnazifizierung Deutschlands nach dem Krieg

Nach Hitler: Die Entnazifizierung Deutschlands nach dem Krieg WDR Zeitzeichen 12.01.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 13.01.2099 WDR 5

Am 12.1.1946 ordnen die Alliierten die Entnazifizierung an: Wer war Täter, Mitläufer, entlastet? Ein gigantischer Versuch politischer Umerziehung und Demokratisierung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember über die sowjetischen Speziallager in Deutschland, was die US-Amerikaner beim Umgang mit den Faschisten in Italien lernen und warum der Begriff "Persilschein" umstritten ist. "Waren Sie in der NSDAP?", "Haben Sie während der NS-Zeit von Ihrer Tätigkeit profitiert?" Mit mehr als 130 solcher Fragen wollen die US-Amerikaner feststellen, wer sich aktiv am Nazi-Terror beteiligt hat. Der Fragebogen ist für viele Menschen in der US-Zone die erste Auseinandersetzung mit ihrer Rolle während der NS-Zeit. Die meisten weisen eine Mitverantwortung entschieden von sich, legen Entlastungsdokumente vor, die später "Persilscheine" genannt werden. Für Unmut sorgt, dass zunächst die einfachen Fälle abgehandelt werden, damit mehr belastendes Material für die Haupttäter gesammelt werden kann. Vielen ehemaligen NS-Funktionären gelingt es später aber trotz der Entnazifizierungsmaßnahmen, in der jungen Bundesrepublik wieder auf ihre alten Posten zurückzukehren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Hanne Leßau (Historikerin) Hanne Leßau: Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit, Göttingen 2020 Bettina Greiner: Verdrängter Terror. Geschichte und Wahrnehmung sowjetischer Speziallager in Deutschland, Hamburg 2010 Heiner Wember: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 1991 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
  • über die sowjetischen Speziallager in Deutschland,
  • was die US-Amerikaner im Umgang mit den Faschisten in Italien lernen,
  • warum der Begriff "Persilschein" umstritten ist,
  • wie erfolgreich die Entnazifizierung am Ende ist.

"Waren Sie in der NSDAP?", "Haben Sie während der NS-Zeit von Ihrer Tätigkeit profitiert?" Mit mehr als 130 solcher Fragen wollen die US-Amerikaner feststellen, wer sich aktiv am Nazi-Terror beteiligt hat.

Der Fragebogen ist für viele Menschen in der US-Zone die erste Auseinandersetzung mit ihrer Rolle während der NS-Zeit. Die meisten weisen eine Mitverantwortung entschieden von sich, legen Entlastungsdokumente vor, die später "Persilscheine" genannt werden.

Für Unmut sorgt, dass zunächst die einfachen Fälle abgehandelt werden, damit mehr belastendes Material für die Haupttäter gesammelt werden kann. Vielen ehemaligen NS-Funktionären gelingt es später aber trotz der Entnazifizierungsmaßnahmen, in der jungen Bundesrepublik wieder auf ihre alten Posten zurückzukehren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Hanne Leßau (Historikerin)
  • Hanne Leßau: Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit, Göttingen 2020
  • Bettina Greiner: Verdrängter Terror. Geschichte und Wahrnehmung sowjetischer Speziallager in Deutschland, Hamburg 2010
  • Heiner Wember: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 1991

Weiterführende Links:

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Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autor: Heiner Wember
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Moritz Raestrup

Der Mann, der Paris komplett renoviert: Georges-Eugène Haussmann

Der Mann, der Paris komplett renoviert: Georges-Eugène Haussmann WDR Zeitzeichen 11.01.2026 14:30 Min. Verfügbar bis 12.01.2099 WDR 5

Im Auftrag des Kaisers macht er Paris heller, weiter, kontrollierbarer. Als rücksichtsloser Stadterneuerer. Am 11.1.1891 stirbt Georges-Eugène Haussmann.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen, woher der Name "Aufschlitzer von Paris" rührt, welche Stadt Georges-Eugène Haussmann als Vorbild dient, was er zum heutigen "Pariser Charme" beiträgt und über die wackelige Finanzierung der Modernisierung. Es ist der Auftrag seines Lebens: Baron Georges-Eugène Haussmann soll Mitte des 19. Jahrhunderts das schmutzige und stinkende Paris in eine moderne Metropole umbauen. Rücksichtslos lässt er 20.000 Häuser abreißen. Sie schaffen Platz für die großen Boulevards, die neuen Verkehrsachsen der Stadt. Entlang der Boulevards entstehen flächendeckend die typischen Haussmann-Häuser mit Geschäftsräumen im Erdgeschoss und Wohnungen darüber. Dort zu leben, können sich allerdings nur noch gut situierte Pariser leisten. Die mittellosen Bewohner, die zuvor in der Altstadt hausten, werden an den Stadtrand gedrängt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Geimer (Professor für Kunstgeschichte, FU Berlin) Victor Hugo: Der Glöckner von Notre-Dame, Projekt Gutenberg Walter Benjamin: Passagen, Durchgänge, Übergänge. Dietzingen 2020 Charles Baudelaire: Der Spleen von Paris. Berlin 2011 Daumier und sein Paris, Katalog der gleichnamigen Ausstellung des Baden-Badener Museums für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden 2010 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • woher der Name "Aufschlitzer von Paris" rührt,
  • welche Stadt Georges-Eugène Haussmann als Vorbild dient,
  • was er zum heutigen "Pariser Charme" beiträgt,
  • über die wackelige Finanzierung der Modernisierung.

Es ist der Auftrag seines Lebens: Baron Georges-Eugène Haussmann soll Mitte des 19. Jahrhunderts das schmutzige und stinkende Paris in eine moderne Metropole umbauen. Rücksichtslos lässt er 20.000 Häuser abreißen. Sie schaffen Platz für die großen Boulevards, die neuen Verkehrsachsen der Stadt.

Entlang der Boulevards entstehen flächendeckend die typischen Haussmann-Häuser mit Geschäftsräumen im Erdgeschoss und Wohnungen darüber. Dort zu leben, können sich allerdings nur noch gut situierte Pariser leisten. Die mittellosen Bewohner, die zuvor in der Altstadt hausten, werden an den Stadtrand gedrängt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Peter Geimer (Professor für Kunstgeschichte, FU Berlin)
  • Victor Hugo: Der Glöckner von Notre-Dame, Projekt Gutenberg
  • Walter Benjamin: Passagen, Durchgänge, Übergänge. Dietzingen 2020
  • Charles Baudelaire: Der Spleen von Paris. Berlin 2011
  • Daumier und sein Paris, Katalog der gleichnamigen Ausstellung des Baden-Badener Museums für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden 2010

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?

Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother
Technik: Sarah Fitzek