Schulen und Sportvereine suchen dringend Freiwillige

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WDR 3 Min. 16 Sek. Verfügbar bis 02.06.2028

Abiturienten fehlen Schulen und Sportvereine suchen dringend Freiwillige

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Einige Sportvereine und Förderschulen vergeben Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ. In diesem Jahr ist es besonders schwierig, junge Leute dafür zu finden, da der Abiturjahrgang ausfällt durch die Rückkehr der Gymnasien von G8 auf G9.

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Sophia Naim

An der Regenbogenschule in Stolberg, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, gehören Freiwillige fest zum Schulalltag. Sie helfen im Unterricht, unterstützen bei der Pflege oder reichen das Essen an. "Im Prinzip können wir für jede Klasse einen FSJler oder Praktikanten gebrauchen. Die Lehrer freuen sich über jede Unterstützung", sagt Schulleiterin Petra Schnitzler.

"Für das kommende Schuljahr haben wir erst fünf Freiwillige, eigentlich bräuchten wir zwanzig!" Petra Schnitzler, Schulleiterin der Regenbogenschule in Stolberg

Mehr Verantwortung und mehr Selbstbewusstsein

Charlie Tulke macht gerade ihr Fachabi und kombiniert das Berufskolleg mit einem einjährigen Praktikum an der Regenbogenschule. Die 19-Jährige ist nah dran an Schülern und Schülerinnen und kann sich für Einzelne auch mal mehr Zeit nehmen. Gerade hilft sie einem Mädchen, bei einer Matheaufgabe nicht zu verzweifeln, und beruhigt sie. Von ihrer Arbeit hier hat Charlie selbst auch profitiert: "Ich habe viel Selbstbewusstsein bekommen", sagt sie und strahlt.

"Es tat mir total gut, aus der Schule rauszukommen und etwas Praktisches zu machen – hier fühle ich mich nützlich.“ Charlie Tulke, Praktikantin Regenbogenschule Stolberg

FSJ als Wegweiser für die Zukunft

Mädchen steht vor Regenbogenschule in Stolberg

Katharina Preuß hat ihr FSJ abgeschlossen

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Die 19-jährige Charlie weiß jetzt, dass sie auf jeden Fall in einem sozialen Beruf arbeiten will. Gerne mit Kindern. Katharina Preuß hat nach ihrem FSJ an der Regenbogenschule auch gewusst: Da will ich beruflich hin. Jetzt studiert sie Sonderpädagogik und kommt an ihrem freien Tag gerne an die Regenbogenschule zurück, um ihre Klasse zu besuchen. "Ich hatte vorher gar nicht gedacht an eine Förderschule zu gehen, da hat FSJ mir echt geholfen mich zu orientieren!" Für ihr FSJ hat sie hier monatlich 450 Euro Taschengeld bekommen, plus einem Jobticket von der Städteregion. Auch einige LVR-Förderschulen in der Städteregion, im Kreis Düren und im Kreis Euskirchen haben noch freie FSJ-PLätze.

Mädchenfußball ohne Nachfolger?

Auch im Sportbereich werden gerade dringend Freiwillige gesucht. Madita Siebenhaar und Philip Eckstein absolvieren ihr FSJ beim Aachener Förderverein "Integration durch Sport". An diesem Tag leiten sie die Fußball-AG an der Grundschule Driescher Hof. Sie verteilen die Trikots und geben Trainer-Tipps, während die Mädels auf dem Rasen dem Ball hinterherjagen. Mit dem Ende des Schuljahres endet ihr FSJ-Einsatz. Bislang gibt es keine Nachfolger. Für das OGS-Angebot wäre es ein großer Verlust.

"Das Fußball-Projekt ist seit 15 Jahren an unserer Schule. Es wäre echt eine Schande, wenn es im neuen Schuljahr fehlt.“ Michael Menten, OGS Leiter Grundschule Driescher Hof
Ein Mädchen und ein Junge stehen mitten in der Mädchenfußballmannschaft

FSJler leiten Mädchen-Fußball-AG

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"Mädchen mittendrin" heißt das Projekt, bei dem die beiden FSJler an sechs Grundschulen in Aachen Mädchenfußball-Angebote betreuen. Finden sich keine Nachfolger, würde im kommenden Schuljahr für rund 130 Kinder das Angebot ausfallen, erklärt Uschi Brammertz vom Förderverein. "Und das, obwohl die Finanzierung für die FSJ-Plätze steht! Wir suchen händeringend Interessierte".

FSJ - ein wertvolles Jahr

Für ihre Arbeit bekommen Madita und Philip ein Taschengeld von 390 Euro im Monat sowie ein Busticket. Philip wird zusätzlich die C-Lizenz als Übungsleiter finanziert. "Ich wollte schon immer Lehrer werden, am besten Sportlehrer“, erzählt er. "Und genau das macht man hier eigentlich schon. Ich leite Fußball-AGs und begleite Kinder im Unterricht. Das hat einfach perfekt gepasst." Auch Madita blickt positiv auf ihr FSJ zurück. "Ich habe gerlernt Verantwortung zu übernehmen und mit ganz verschiedenen Personengruppen klarzukommen“, sagt sie.

Win-win für alle Beteiligten

Die FSJler profitieren offenbar genauso davon, wie die Kinder, die sie betreuen. Doch damit solche Angebote auch künftig bestehen bleiben, braucht es neue Freiwillige. Sowohl Schulen als auch Sportvereine hoffen deshalb, dass sich trotz des kleinen Abiturjahrgangs noch viele junge Menschen für ein FSJ entscheiden.

Unsere Quellen:

  • Gespräch in Regenbogenschule Stolberg
  • Gespräch mit OGS Driescher Hof
  • Gespräch mit Aachener Förderverein Integration durch Sport

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 02.06.2026, 19:30 Uhr

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