Nach Festnahme in Weisweiler: Daniel V. kommt in Haft
Bildquelle: Polizei Brandenburg / dpaWDR. 2 Min. 23 Sek.. Verfügbar bis 09.09.2028.
Nach einer Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern kommt der tatverdächtige 48-Jährige laut dpa-Information in Haft. "Der Haftbefehl ist eröffnet worden, der Beschuldigte geht in Untersuchungshaft", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Störung öffentlicher Betriebe und die Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel vor.
In Aachen wurde der tatverdächtige 48-Jährige am Mittwoch dem Haftrichter am Amtsgericht Aachen vorgeführt, ehe er am Donnerstag verlegt werden soll. "Danach wird er voraussichtlich nach Cottbus verschubt werden", erklärt Staatsanwalt Hans-Georg Geiger in einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Cottbus, das dem WDR vorliegt.
Sabotageakt: Selbst gebaute Abschussvorrichtungen
Daniel V. wird vorgeworfen, eine Reihe von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen geplant und teilweise auch durchgeführt zu haben. Die Staatsanwaltschaft in Cottbus hatte den Haftbefehl erlassen, in Brandenburg war der erste Sabotageakt vollführt worden.
Unter anderem mit diesem Foto fahndete die Polizei nach dem Tatverdächtigen.
Bildquelle: Polizei BrandenburgDie Ermittler gehen davon aus, dass er plante, mit Hilfe von selbst gebauten Raketen, Drähte über Hochspannungsleitungen zu schießen, um Kurzschlüsse zu verursachen. Zum Beispiel in Bergheim im Rhein-Erft-Kreis ist ihm das auch gelungen, dort sorgte er für einen Kurzschluss an einem Umspannwerk. Ein Stromausfall konnte aber verhindert werden.
Festnahme am Kraftwerk Weisweiler
Nachdem Daniel V. ein Bekennerschreiben an einem der Tatorte hinterlassen hatte, fahndete die Polizei mehrere Tage nach ihm, sowohl an seinem Wohnort Gevelsberg als auch am Hambacher Forst, wo ein auf ihn angemeldeter LKW gefunden wurde.
Anhaltspunkte für weitere Tatbeteiligte haben die Ermittlungen bislang nicht ergeben. Staatsanwaltschaft Cottbus
Das LKA sichert die Spuren am mutmaßlichen Lkw des Saboteurs.
Bildquelle: WDR/Sophia NaimAm Dienstagvormittag wurde er in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler an der A4 zwischen Aachen und Düren auf einem Feldweg aufgegriffen. Dabei führte er auch Sprengmittel bei sich, leistete aber keinen Widerstand.
Der Verdächtige wollte seine Angriffe nach Angaben des NRW-Innenministers Herbert Reul (CDU) fortsetzen: "Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden", sagte Reul am Dienstag. "Im Moment spricht alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war."
Die Chronik der Fahndung:
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Cottbus
- Pressestatement von NRW-Innenminister Herbert Reul
- Bisherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Aachen, Eifel und die Euregio, 09.09.2026, 14:30 Uhr