Rettungswagen sollen Patienten zahlen

Bildquelle: WDR/picture alliance/Wolfram Steinberg

WDR 11.09.2026 50 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028 WDR Online

Krankenkassen und Stadt Herzogenrath im Streit Herzogenrath will Geld für Rettungswagen-Fahrten

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Manchmal muss der Patient gar nicht ins Krankenhaus. Auch solche so genannten Leerfahrten kosten natürlich etwas - in Herzogenrath sollen die Patienten das jetzt selbst bezahlen.

Ein Notarztwagen fährt mit Blaulicht über eine Hauptstraße.

Notarzt-Einsatz

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Wenn der Rettungswagen leer zurückfährt, will die Stadt Gebührenbescheide verschicken. Das passiert dann, wenn ein Patient direkt am Einsatzort behandelt werden kann und deshalb nicht ins Krankenhaus muss.

Seit Monaten schwelt der Streit zwischen Krankenkassen und den Kommunen im ganzen Land. Bis jetzt ist nicht klar, wer solche Fahrten bezahlt. Aktuell sind ein Viertel der Fahrten in Herzogenrath solche Leerfahrten, sagt die Stadt. Der entsehe dadurch ein Defizit von 1,5 Millionen Euro - wenn sie die Fahrten bezahlen müsste.


Städtischer Haushalt darf nicht angetastet werden

Die Stadt Herzogenrath betont, dass es gesetzlich verboten sei, die Kosten für den Rettungsdienst aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren. Deswegen soll die Rechnung dafür jetzt direkt an die Bürger gehen. Die Betroffenen können den Gebührenbescheid dann bei ihrer Krankenkasse einreichen, sagt die Stadt. Sollten die Krankenkassen die Kosten ganz oder teilweise ablehnen, rät die Stadt Herzogenrath Rechtsmittel einzulegen.

Herzogenrath apelliert: trotz allem 112 wählen

In einer solchen Situation wächst die Scheu, in Falle eines Falles die 112 anzurufen. Die Stadt Herzogenrath bittet ausdrücklich darum, dass der aktuelle Gesundheitszustand und nicht die Angst vor möglichen Kosten entscheidend für einen Anruf beim Rettungsdienst sein soll. Die Gebühren für Rettungsfahrten haben es in sich. In der Gebührensatzung für den Rettungsdienst der Stadt Herzogenrath werden für 2026 als Pauschale 1196 Euro angegeben.

Problem in ganz NRW

Man sehe "die Folgen einer nicht kostendeckenden Finanzierung des Rettungsdienstes in den NRW-Städten mit großer Sorge". So heißt es bereits in einem Beschluss des Städtetags vom Sommer dieses Jahres. Die eigentliche Idee sei eine für alle gültige Rahmenvereinbarung gewesen. Stattdessen müsse nun jede betroffene Kommune einzeln entscheiden, ob sie zu den vom Land vorgeschlagenen Konditionen eine Vereinbarung mit den Krankenkassen abschließt. Die Kosten für solche Leerfahrten beziffert der NRW-Städtetag insgesamt auf rund 250 Millionen Euro pro Jahr.

Unsere Quellen

  • Stadt Herzogenrath

Sendung: Lokalzeit Aachen, 11.09.2026, 15:30 Uhr

Ein Notarztwagen fährt mit Blaulicht über eine Hauptstraße.

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