Klohaus als Arztpraxis
WDR. 02:08 Min.. Verfügbar bis 07.07.2028.
Folgende Situation: Hochwasser, ganze Dörfer sind vom Rest der Welt abgetrennt. Nach den ersten Tagen wird klar: Auch Arztpraxen können nicht mehr arbeiten. Was jetzt? Helfen sollen ehemalige Toilettenkabinen. Klingt komisch? Nicht, wenn man dazu sagt, dass diese knallroten Kabinen zu vollausgestatteten, telemedizinischen Versorgungskapseln umgebaut wurde. Am Dienstag haben die Entwickler rund um die RWTH Aachen einen Prototypen vorgestellt.
Das Besondere: Patienten können sich in der Kabine mit einem Arzt vernetzen. Mit dessen Anleitung kann dann Fieber gemessen, der Puls kontrolliert oder auch ein EKG durchgeführt werden.
Flutkatastrophe: Toilettenhäuschen kommen schnell an jeden Ort
Die Kabinen sind komplett autark und können mit Lkw, Booten oder auch einem Hubschrauber an jeden Einsatzort auf der Welt gebracht werden. Die erste Idee der Forscher war, alte Telefonzellen zu nutzen. Doch mit den Jahren wurde klar, dass sich die sehr mobilen Toilettenkabinen viel besser eignen.
Die Toilettenkabinen sichern schnellen Einsatz im Ernstfall.
Gerade die Flutkatastrophe 2021, die sich in diesem Juli zum fünften Mal jährt, hat noch einmal gezeigt, wie wichtig so ein umgebautes Toilettenhäuschen sein könnte. Denn nach der ersten Notversorgung dauert es schnell Wochen, Monate und zum Teil Jahre, bis alles wieder funktioniert. Auch Arztpraxen standen lange nicht zur Verfügung. Mit den medizinischen Toilettenkabinen könnten viele Probleme via Telemedizin gelöst werden.
Die Entwickler hoffen, dass sie bereits in ein bis zwei Jahren die ersten Kabinen liefern können. Um die notwendigen Medikamente an den Katastrophenort zu bekommen, sollen zukünftig sogar Drohnen eingesetzt werden.
Unsere Quellen:
- Projekt "Kabine"
- RWTH Aachen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 07.07.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 07.07.2026
