Verbrannte Erde bis zum Horizont. Dazwischen steigen immer wieder Rauchsäulen auf. Unter dem Boden brennt der Torf. Und genau das stellt die Feuerwehrleute auch heute noch vor große Probleme.
“Wir haben jetzt Experten für Moore hier oben”, sagt Francis Cloth, Leiter der Feuerwehr der Deutschsprachigen Gemeinschaft. “Die müssen jetzt erst mal gucken, wie tief es überhaupt brennt.”
Hohes Venn: Glutnester tief im Moor
Wo Glutnester nahe der Wirtschaftswege glimmen, können Feuerwehrleute löschen. Mitten im Venn geht das nicht. Ohne befahrbare Wege kann die Feuerwehr dort nicht arbeiten. “Es ist seltsam für einen Feuerwehrmann, nicht sagen zu können: Das Feuer ist aus! Aber das geht hier einfach nicht. Und das kann auch noch Tage oder Wochen so weitergehen.”
“So etwas habe ich noch nie erlebt” Francis Cloth, Leiter der Feuerwehr der Deutschsprachigen Gemeinschaft
Seit 23 Jahren ist Francis Cloth Feuerwehrmann. So etwas habe er noch nie gesehen. “Wir haben jede Menge Bäume fällen müssen, weil sie sonst umgekippt und zum Futter für das Feuer geworden wären. Ökologisch schlimm, aber es ging nicht anders.”
Belgische Einsatzkräfte immer wieder in Gefahr
400 bis 600 Feuerwehrleute waren tagelang im Einsatz. Brenzlige Situationen gab es jede Menge. “Immer wieder mussten die Kollegen rennen, weil das Feuer drohte, ihnen über dem Kopf zusammenzuschlagen. Wir haben immer gedacht: So was ist Frankreich, so was ist USA. Nein, so was ist jetzt auch hier.”
Was vom hohen Venn geblieben ist.
Bildquelle: WDR / Claudia BeckerSchon zwei Wochen vor dem großen Brand, erzählt Cloth, hätten ihn immer wieder Menschen angerufen, um kleine Feuer zu melden. “Rund 18 Mal sind wir ausgerückt und haben gelöscht.” Dann kamen die Brände, die nicht mehr zu kontrollieren waren. Um sie in Schach zu halten, sind immer noch 60 bis 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Das wird auch noch eine Weile so bleiben.
KI soll künftig früher vor Bränden warnen
Wie lange die Natur braucht, um sich auf der rund 3.300 Hektar großen Hochmoorfläche wieder zu erholen, weiß niemand. Aber: Man will künftig besser auf Brände im Hohen Venn vorbereitet sein.
Ein deutsch-niederländisch-belgisches Projekt soll das Venn bis 2027 besser schützen. “Das sind hoch positionierte Kameras, die große Wald- und Moorflächen überwachen. Eine KI wertet diese Bilder dann aus und kann frühzeitig warnen.”
Hoffnung zwischen der Asche im Hohen Venn
Zwischen den riesigen verbrannten Flächen gibt es aber auch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Mitten in der Asche kämpft sich das erste Grün seinen Weg nach oben: winzige Büschel grünen Pfeifengrases. Eines der Wahrzeichen des Hohen Venns.
Unsere Quellen:
- Interview mit Francis Cloth, Leiter der Feuerwehr der Deutschsprachigen Gemeinschaft
- Eindrücke WDR Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Branddauer im Hohen Venn weiter ungewiss, 24.08.2026, 15:35 Uhr
