Einsatzkräfte einer Polizeihundertschaft durchsuchen großräumig die Umgebung eines Umspannwerks in Brandenburg (02.09.2026).

Anschlag auf Umspannwerk in Brandenburg Bekennerschreiben aus NRW?

Stand:

Angriffe auf die Stromversorgung im Rheinland und Brandenburg beschäftigen die Ermittler. Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht - angeblich aus NRW.

Es sind Vorfälle die zeigen, wie angreifbar die kritische Infrastruktur ist. Am Dienstag sind sowohl in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) und am brandenburgischen Kohlekraftwerk Jänschwalde Umspannwerke angegriffen worden.

Unbekannte hatten in Bergheim aus einem Maisfeld heraus Geschosse abgefeuert um Drähte über die Stromleitungen zu schießen und so die Versorgung zu unterbrechen.

Bekennerschreiben zu Anschlag aufgetaucht

Ähnliche Geschosse sind in Brandenburg entdeckt worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Laut Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) verdichten sicht Hinweise, dass sich um koordinierte Attacken handelt.

Inzwischen liegt ein Bekennerschreiben zu dem mutmaßlichen Sabotageakt in Brandenburg vor. Die"taz" hat diesen per Hand geschrieben Brief erhalten. Anhand des Poststempels habe die Redaktion erfahren, dass er in Nordrhein-Westfalen abgeschickt worden ist.

Angriff auf umweltschädliche Kohlekraftwerke

Das Schreiben lässt Klimaaktivismus als Hintergrund der Tat vermuten. Denn der Verfasser schreibt laut taz davon, mit Angriffen auf das Stromnetz Leid beenden zu wollen.

"Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht." Verfasser des möglichen Bekennerschreibens

Weiter beschreibt der Unbekannte, wie er beispielsweise mit Feuerwerksraketen die Geschosse gebaut haben will um Kurzschlüsse zu provozieren. All dies habe er allein getan. Der Anschlag in Bergheim wird allerdings nicht genannt.

Der Verfasser droht auch mit weiteren Taten. "Wenn hier Recht und Ordnung herrschten, dann müsste ich das Gesetz nicht brechen und einen Haufen Leid in Kauf nehmen, das ich wegen dem Stromausfall und allen Stromausfällen, die da noch kommen müssen, zu verantworten habe", zitiert die "taz" aus dem Brief.

Behörden prüfen Echtheit des Schreibens

Die Polizei in Brandenburg bestätigt, dass ein solches Bekennerchreiben vorliegt. Nun werde geprüft, ob das Schreiben echt ist, oder auf eine falsche Spur locken soll.

"Uns wurde ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag bekann. Derzeit wird die Echtheit des Schreibens geprüft." Polizei Brandenburg in sozialen Netzwerken

Ob es wirklich von einem Mann aus NRW verschickt wurde, dazu äußert sich die Polizei bislang nicht.

Journalisten der "taz" haben jedoch einen Verwandten aufgesucht, der die Handschrift des Verfassers erkannt haben will. Von den Sabotageplänen will er aber nichts gewusst haben. Somit lasse sich nicht eindeutig klären, ob der Verfasser auch wirklich der Täter ist.

Unsere Quellen:

  • Polizei Brandenburg
  • taz
  • vorherige WDR-Berichterstattung

Bekennerschreiben zu Anschlag in Brandenburg

WDR 03.09.2026 51 Sek. Verfügbar bis 02.09.2028 WDR Online

Sendung: WDR.de, "Das ist die kritische Infrastruktur in NRW", 03.09.2026, 21:01 Uhr.

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