Der Rat der Stadt Monheim am Rhein hat gegen den Bau eines Trainingsgeländes für den Bundesligisten gestimmt. Die Abstimmung war geheim. 25 Abgeordnete stimmten dagegen, 19 dafür - außerdem gab es eine Enthaltung.
Für den Campus sprachen sich in den Reden im Rat Peto, FDP und die AfD aus. Die Linke plädierte dafür, weitere Fragen zu klären und lehnte den Campus nicht generell ab. Gegen den Bayer Campus positionierten sich in ihren Stellungnahmen vor der Abstimmung die CDU, SPD und die Grünen.
Eine große Rolle spielte in den Reden, dass der Campus durch Flächenversiegelung Auswirkungen aufs Klima der Stadt habe. Das Gebiet sei aktuell eine Fläche für kalte Luft, während Kunstrasen zu noch mehr Hitze führe, argumentierten die Gegner des Bauvorhabens.
Kommt jetzt ein Bürgerentscheid?
Doch auch wenn der Stadtrat am Mittwochabend den Bayer Campus erneut abgelehnt hat, könnte das letzte Kapitel dieses scheinbar endlosen Lokalpolitik-Streits noch nicht geschrieben sein. Die Bürgermeisterin der Stadt Monheim, Sonja Wienecke (parteilos) warb in der Sitzung ausdrücklich dafür, dass jetzt die Monheimerinnen und Monheimer selbst über das Bauvorhaben abstimmen sollen. Möglich wäre das mit einem Bürgerentscheid.
Inzwischen macht sich eine Initiative aus lokaler Wirtschaft, Monheimer Vereinen und Politik für das Trainingszentrum stark. Unternehmer Alexander Zimmer von der Initiative "Campus möglich machen" ist von der Entscheidung "extrem frustriert und enttäuscht". Er muss sich nach der Ratsentscheidung erstmal sammeln, schließt aber ein Bürgerbegehren nicht aus: "Aufgrund der Art und Weise, wie im Rat diskutiert wurde, bin ich mir aber nicht sicher, ob mir dafür meine Zeit nicht zu schade ist."
Christian Kautz, Mitglied der Bürgerinitiative, die gegen den Campus ist, ist erleichtert, aber auch nicht überrascht, dass der Rat so entschieden hat. Trotzdem glaubt er, dass der Bürgerentscheid kommen wird: "Ich glaube, dass wir noch einiges zu tun haben werden. Das Thema ist noch nicht gestorben, dafür ist es politisch zu sehr aufgeladen."
So funktioniert ein Bürgerbegehren in NRW
Damit es zum Bürgerentscheid kommt, müssen im Vorhinein Unterschriften gegen den Ratsbeschluss gesammelt werden. Wenn sieben Prozent der Monheimer unterschreiben, muss sich der Gemeinderat mit dem Bürgerbegehren innerhalb von acht Wochen befassen. Stimmt er diesem zu und setzt es um, ist das Verfahren beendet. Tut er das nicht, kommt es zum Bürgerentscheid: Alle Stimmberechtigten der Gemeinde können über das Begehren mit "Ja" oder "Nein" abstimmen.
Hintergründe zum Trainingszentrum für Profifußballer
Den sogenannten Bayer-04-Campus hatte noch die alte Stadtregierung unter Führung der Partei PETO mit Bürgermeister Daniel Zimmermann auf den Weg gebracht. Ein ambitioniertes Projekt im Monheimer Süden, mit zwölf Fußballplätzen, 22 Hektar groß. In dem hochmodernen Leistungszentrum sollten Profifußballer und Nachwuchsspieler trainieren.
Anwohner und Umweltschützer kritisieren den Campus
Doch das Vorhaben sorgte für Kritik, Anwohner waren gegen den Bau der Fußballplätze, fürchteten Lärm und helles Flutlicht direkt vor ihrer Haustür. Umweltschützer kritisierten, dass der Lebensraum von Tieren vernichtet wird. Außerdem sehen sie kritisch, dass die Plätze aus Kunstrasen mit Plastikgranulat gebaut werden sollen, weil dadurch Mikroplastik freigesetzt werde.
Es könnte also noch nicht die letzte Runde gewesen sein - im Streit um den Bayer 04 Campus in Monheim.
Rat lehnt Bayer 04 Trainingszentrum erneut ab
WDR. 00:44 Min.. Verfügbar bis 15.07.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- RatsTV der Stadt Monheim am Rhein
- Pressestelle der Stadt Monheim
- Initiative für das Trainingszentrum Bayer 04 Campus
Sendung: WDR.de, Rat lehnt Bayer 04 Trainingszentrum erneut ab, 15.07.2026, 20:58 Uhr.
Kommentare zum Thema
Immer diese Konzern Bevormundung, sollen die Bürger sich lieber für neue Nachbarn, kitaplätze, und Spielplätze und naherholung stark machen, was fürn Stuss sind da die trainigsplätze die nutzen denen garnix!
Es ist eine gute Entscheidung! Als Anwohner kann ich nur weiterhin dafür plädieren, dabei zu bleiben. Die entstehenden Umweltschäden für diese Region sind unzumutbar! Es gibt in Monheim reichlich Sportstätten, die Monheimer Kinder nutzen können. Hier geht es vorrangig um Bayer-Kommerz. Leverkusen hat reichlich Umland zur eigenen Nutzung. Solche Argumente kommen von Menschen, deren unmittelbare Umwelt nicht in Gefahr ist.
Die Tatsache das die Suche 10 Jahre dauert erklärt alles. Warum kann das Leisungszentrum nicht in Leverkusen gebaut werden ? Bayer 04 hat im vermeintlichen letzten Akt alle Register gezogen. Medien, Bundeskanzler und das drohen damit es würde sowieso gebaut.