Unbeschrankter Bahnübergang: Uberfahrer von Güterzug mitgeschleift
Bildquelle: Feuerwehr RatingenAktuelle Stunde . 23.08.2026. 39 Min. 11 Sek.. UT. Verfügbar bis 23.08.2028. WDR. Von Claudia Beucker.
Um kurz nach 21:00 Uhr donnert der tonnenschwere Güterzug auf den Bahnübergang Auermühle in Ratingen zu. Dort steht im Gleisbereich ein Auto, ein Uber-Taxi. Wie die Bundespolizei Siegburg mitteilt, geschah der Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang. Der Fahrer soll das blinkende Andreaskreuz missachtet haben.
Der Zug erfasst das Auto, schleift es 25 Meter weit mit und drückt den Wagen dann an die Seite, neben die Gleise. Obwohl der Wagen stark beschädigt wurde, schaffte es der Fahrer, unterstützt von den Rettungskräften, aus eigener Kraft aus dem Auto.
"Der Fahrer des PKW hatte dabei großes Glück im Unglück." Feuerwehr Ratingen in einer Pressemitteilung
Der Mann wurde noch vor Ort medizinisch versorgt und dann zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus transportiert.
Feuerwehr gehen "wertvolle Minuten" verloren
Besonders schwierig war nach Angaben der Feuerwehr Ratingen die Anfahrt für die alarmierten Einsatzkräfte. Wegen einer Veranstaltung waren mehrere Straßen zum Einsatzort beidseitig dicht zugeparkt. Nur durch hohes "fahrerisches Können und Millimeterarbeit" sei es den Fahrern der Großfahrzeuge gelungen, Mannschaft und Gerät an die Einsatzstelle zu bringen. Dadurch seien "wertvolle Minuten" verloren gegangen.
"Gerade bei zeitkritischen Einsätzen können blockierte Straßen die Arbeit der Rettungskräfte erheblich erschweren und wertvolle Zeit kosten." Feuerwehr Ratingen in einer Pressemitteilung
Die Feuerwehr weist noch mal darauf hin, dass Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge jederzeit freigehalten werden müssen. Neben der Feuerwehr und dem Rettungsdienst Ratingen waren Helfer aus Heiligenhaus, Düsseldorf sowie die Polizei des Kreises Mettmann an er Rettung des Mannes beteiligt.
Unfälle an Bahnübergängen ‒ meist trotz Schranke
Laut Eisenbahn-Bundesamt gibt es bundesweit 8.761 gesicherte Bahnübergänge - das sind nach Angaben der Deutschen Bahn rund 62 Prozent aller Übergänge. Etwa 5.800 Bahnübergänge seien unbeschrankt. Die Zahl der Unfälle ist laut Bahn in den vergangenen 30 Jahren um 75 Prozent gesunken.
Eine Untersuchung des Gesamtverbands der Versicherer ergab, dass die allermeisten Unfälle - mehr als drei Viertel - an Bahnübergängen passieren, die mit Ampeln oder sogar Schranken gesichert sind. Meist würden Autofahrer diese Sicherung versehentlich oder auch bewusst umgehen.
Wer Gleise trotz Verbot überquert, riskiert einiges. Steht die Ampel auf rot, sind ein Monat Fahrverbot plus zwei Punkte in Flensburg plus mindestens 240 Euro Bußgeld fällig. Ist die Schranke - auch Halbschranke - geschlossen, drohen drei Monate Führerscheinentzug, zwei Punkte und 700 Euro Strafe. Wer als Fußgänger oder Radfahrer eine geschlossene Schranke ignoriert und dabei erwischt wird, muss 350 Euro Strafe zahlen.
Bereits mehrere tödliche Unfälle an Bahnübergängen in diesem Jahr
Beschrankungen an Bahnübergängen
Bildquelle: WDR2026 gab es in NRW bereits mehrere schwere Unfälle an Bahnübergängen. Anfang August wurden ein Mann und sein Hund an einem Bahnübergang bei Havixbeck von einem Zug erfasst und getötet. Im Mai kam es an einem teilbeschrankten Bahnübergang zwischen Viersen und Willich ebenfalls zu einem tödlichen Unfall. Dabei verstarb ein 61-jähriger Mann. Innerhalb eines Jahres war es der dritte tödliche Unfall an diesem Bahnübergang.
Unsere Quelle:
- Feuerwehr Ratingen
- WDR-Bericht vom 23.02.2026
Sendung: WDR.de, Uber wird in Mettmann von einem Zug erfasst, 23.08.2026, 05:33 Uhr
WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 23.08.2026, 18:45 Uhr