Brauchwassertalsperren im Bergischen auf Rekordtief
Lokalzeit Bergisches Land. 18.06.2025. 00:43 Min.. Verfügbar bis 18.06.2027. WDR.
Deshalb hat der Verband Bootsbesitzer aufgefordert, ihre Segelboote kurzfristig aus dem Wasser zu holen. Denn sonst drohen die Boote auf Grund zu laufen. Die Talsperren sind kaum noch zur Hälfte gefüllt. Nach Auskunft des Wupperverbandes lag der Wasserstand noch niemals im Frühsommer so tief wie in diesem Jahr. Ursache sind die außergewöhnlich trockenen Monate zu Jahresbeginn.
Talsperrenwasser stützt Öko-System Wupper
"Der Wasserspiegel wird weiter sinken", sagt Stauanlagenmeister Marc Brüggendieck vom Wupperverband. Denn die Talsperren müssen ein Mindestvolumen an die Wupper abgeben, damit die Tiere und Pflanzen dort überleben. Selbst die Regenfälle der letzten Wochen hätten den Talsperren nichts gebracht. "Wir konnten förmlich zusehen, wie die umliegenden Wälder und Pflanzen das Wasser förmlich aufgesogen haben“, erzählt er. Die Natur sei völlig ausgetrocknet.
Bootsbesitzer überrascht
"So etwas habe ich noch nie erlebt und ich segele hier schon seit 40 Jahren." Mechthild Brockmann, Bootsbesitzerin aus Ennepetal
Auch Mechtild Brockmann muss ihr Boot wieder aus dem Wasser holen
Erst vor drei Wochen hat sie ihr Segelboot zu Wasser gelassen, jetzt muss es wieder raus. Viele aus dem Remscheider Segelyachtclub haben ihre Boote erst gar nicht aufwendig ins Wasser gebracht, weil der Wasserstand seit Wochen kontinuierlich sinkt. Die Auswirkungen des Klimawandels seien hier eindrücklich zu sehen.
Muscheln liegen im Trockenen
Muscheln liegen auf dem ausgetrockneten Boden
Fast 40 Meter müssen die Bootsbesitzer mittlerweile über Gestein zu den Anliegestellen gehen. Die sind in den letzten Wochen immer weiter hinausgeschoben worden. Dort, wo normalerweise Wasser bis zur Mauer steht ist jetzt trockenes Feld. Muscheln liegen herum. Jürgen Wustmann vom Remscheider Segelyachtclub sorgt sich, dass der Steg bald auch auf dem felsigen Untergrund liegt.
Baden erlaubt
Statt zum Segeln kommen die meisten jetzt zum Schwimmen. "Noch ist die Wasserqualität gut", erklärt Marc Brüggendieck vom Wupperverband. Mehrmals die Woche wird kontrolliert. An der Lingese-Talsperre hat der Wupperverband schon die ersten Badestellen geschlossen. Denn dort wuchern die Blaualgen. Bisher hatten wir an der Bever dieses Phänomen noch nicht. Aber wir müssen abwarten, so der Wupperverband.
Unsere Quellen:
- WDR Gespräch Marc Brüggendieck, Stauanlagenmeister vom Wupperverband
- WDR Gespräch mit Mechthild Brockmannn, Bootsbesitzerin aus Ennepetal
- WDR Gespräch mit Jürgen Wustmann, Vorstand des Remscheider Segelyachtclubs
- Beobachtungen der WDR Reporterin vor Ort