Remscheider AfD-Politiker tritt zurück

WDR 01:06 Min. Verfügbar bis 30.07.2028

Beleidigung von Transperson Remscheider AfD-Politiker tritt zurück

Stand:

"Fetter, gemoppter Junge" - so beleidigte der Remscheider AfD-Politiker Sven Kühner auf Facebook eine Transfrau. Jetzt tritt er zurück.

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Carsten Stein

In dem Facebook-Post hatte der AfD-Politiker Sven Kühner der Transfrau auch Gewalt angedroht. Diese hatte in einer Social-Media-Gruppe mit dem Titel "Einsame Menschen" Kontakt gesucht.

Facebook-Kommentare von Sven Kühner

Facebook-Kommentare von Sven Kühner

Parteiübergreifende Empörung in Lüttringhausen

Eine Frau schaut in die Kamera und lacht.

SPD-Bezirksbürgermeisterin Gerhilt Dietrich stellte sogar Strafanzeige.

Im Remscheider Stadtteil Lüttringhausen, wo Kühner in der Bezirksvertretung sitzt, löste das Posting parteiübergreifende Empörung aus. Viele forderten, dass er sein Mandat aufgeben müsse. SPD-Bezirksbürgermeisterin Gerhilt Dietrich stellte sogar Strafanzeige.

Die gemachten Äußerungen sind menschenverachtend. Undenkbar, was das auch mit dem Opfer macht. Es geht ganz eindeutig um Transfeindlichkeit. Dagegen müssen wir uns wehren. Gerhilt Dietrich, SPD, Bezirksbürgermeisterin in Remscheid-Lüttringhausen

AfD-Mann Kühner: "Sehe Trans-Ideologie sehr kritisch"

Ein Mann mit Kappe grinst in die Kamera.

Sven Kühner hat sich nun geäußert.

Am Mittwochabend (30.07.2026) hat AfD-Mann Sven Kühner auf eine WDR-Anfrage reagiert und eine Stellungnahme abgegeben. Er sehe "die Trans-Ideologie und ihre Auswüchse sehr kritisch" - ein Thema, das ihn "emotional aufwühlt und stark beschäftigt".

Gleichwohl räumt er ein, dass die "Wortwahl des besagten Posts nicht in Ordnung" war. Er habe das auch "nie wortwörtlich so gemeint". Grund für seinen Rücktritt aus der Bezirksvertretung seien jedoch "berufliche Verpflichtungen".

Die aktuelle Diskussion um seinen Post sei der Anlass, diesen Schritt jetzt zu vollziehen. Er wolle "weiter politisch aktiv und Mitglied der Partei" bleiben.

AfD-Ratsfraktion: "Verhalten erfordert Handlungsbereitschaft"

Eine Stellungnahme der Remscheider AfD-Ratsfraktion liest sich aber eher so, dass doch das Posting ausschlaggebend für Kühners Rücktritt war. Dieser Rücktritt sei auf einer Fraktionssitzung am Dienstag Abend (29.07.2026) einvernehmlich mit Kühnert beschlossen worden, heißt es darin.

Die Entscheidung sei aus der Einsicht heraus erfolgt, "dass ein solches Verhalten den Anforderungen an ein politisches Amt widerspricht und konsequente Handlungsbereitschaft erfordert".

Staatsanwaltschaft: Gewalttat eher unwahrscheinlich

In einer ersten Bewertung sieht auch die Wuppertaler Staatsanwaltschaft Kühners Posting als Beleidigung und Bedrohung. Dass die angedrohte Gewalt tatsächlich in die Tat umgesetzt werden sollte, hält Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert aber für unwahrscheinlich: "Das ist wohl eher Sprücheklopferei."

Die intensive Bearbeitung des Falles werde aber jetzt erst beginnen - somit steht auch eine strafrechtliche Bewertung des Falles noch aus.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit SPD-Bezirksbürgermeisterin Gerhilt Dietrich
  • Gespräch mit Wuppertaler Staatsanwaltschaft
  • Pressemitteilung der AfD Remscheid
  • Stellungnahme von Sven Kühner

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 30.07.2026, 19:30 Uhr

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