Vorwurf des Handels mit Maschinengewehr Skorpion
WDR. 00:40 Min.. Verfügbar bis 15.07.2028.
Die Geständnisse der 35 und 38 Jahre alten Remscheider kommen nicht überraschend. Denn die Vorwürfe auch gegen sie wiegen schwer: Ihnen wird Beteiligung am Handel mit Maschinengewehren und anderen scharfen Waffen vorgeworfen. So schilderten beide heute, wie sie an "Kunden" und an verdeckte Ermittler der Polizei unter anderem Maschinenpistolen des Typs "Skorpion" weiter verkauften.
Einige der mittlerweile durch die Polizei nummerierten Waffen
Handel mit "Skorpionen"
Einen Teil davon hortete der Hauptangeklagte laut Staatsanwaltschaft in versteckten Räumen innerhalb seiner Autowerkstatt. Zu Prozessbeginn in der vergangenen Woche wurde die Anklage nach einer neuen Zeugenaussage in Polen noch um eine dreistellige Zahl von Waffen erweitert.
Die geständigen Angeklagten schilderten den Handel mit dem Skorpion so: Stückpreis: Um 2.000 Euro, zuzüglich Munition. Übereinstimmend sagten die Männer, dass sie die Waffen an der Werkstatt des 60-Jährigen übergeben bekommen hatten - also genau dort, wo die Polizei im Herbst vergangenen Jahres vier versteckte Waffenkammern ausheben konnte.
Druck auf den Hauptangeklagten
Eine weitere Belastung für den schweigenden Hauptangeklagten. Dessen Situation hatte sich schon zu Prozessbeginn verschlechtert. Die Staatsanwaltschaft hatte da die Aussagen des polnischen Zeugen präsentiert. Der hatte den Ermittlern vom Handel mit 300 Waffen berichtet, darunter erneute viele "Skorpione" - demnach abgewickelt über den Remscheider Werkstatt-Betreiber.
Weitere Bilder aus dem Waffenkeller aufgetaucht
Dessen Anwältin sagte heute: "Was da in Polen ausgesagt wurde, bestreitet mein Mandant vehement. Außerdem sind die Vorstellungen des Gerichts zur Strafhöhe weit weg von unseren." Das Gericht hatte dem Mann für ein vollständiges Geständnis eine Haftstrafe von sieben bis acht Jahren "angeboten".
Am Freitag sollen die verdeckten Ermittler aussagen, die die Waffen-Scheinkäufe mit dem Hauptangeklagten abgewickelt hatten. Zu deren Schutz allerdings verfremdet und per Video. Einen erstmals erwähnten "Vermittler" wird das Gericht allerdings nicht vernehmen können. Dessen Aussage lehnt das Düsseldorfer Justizministeriums ab.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters im Prozess
Sendung: WDR.de, Hauptangeklagter im "Waffenkammern-Prozess", 15.07.2026, 11:30 Uhr
