Jörg Gösser und Lebensgefährtin Tanja Mangels organisieren das Treffen zusammen.
Bildquelle: WDR/ Petra DierksTreffen von Eriba-Campern : "Wenn du einmal einen hast, willst du keinen anderen mehr"
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Jörg Gösser aus Wermelskirchen organisiert seit 2002 die Treffen des "Alt-Eriba-Register", der eingeschworenen Gemeinschaft der Wohnwagen-Oldtimer Eriba. Die winzigen Wagen mit dem Hubdach haben seit den 50-er Jahren Kultstatus.
"Da seid ihr ja!" Jörg Gösser tuckert mit einem winzigen Elektroroller auf das neue Wohnwagen-Gespann zu. Ein VW Käfer mit einem Eriba Puck hinten dran rollt durch die Schranke auf den Campingplatz in Limburg an der Lahn. Knapp drei Meter ist die Knutschkugel lang, 1,94 Meter hoch und knapp 300 Kilo leicht - selbst für einen Eriba ein Zwerg. Es ist das 64. Gespann. Der Platz ist fast voll. Überall Knutschkugeln mit Hubdach. "Vier fehlen noch", sagt Gösser und grinst.
Seit 2002 organisiert der Wermelskirchener das Oldtimer-Treffen der Kult-Wohnwagen Eriba. Jedes Jahr zwei, zum Saisonstart und -ende. Viele der Wohnwagen hier sind 50 Jahre und älter. "Das war auch der Grund für das Alt-Eriba-Register", erklärt Gösser. Als er 1993 seinen ersten Eriba-Puck kaufte und restaurieren wollte, gab es weder Hilfe noch Informationen wie ein originaler Eriba aussah. Also fing Gösser an zu sammeln: Informationen, Material, Bilder - und stellte alles online.
Marktplatz für Ersatzteile
Daraus entwickelte sich eine Online-Börse, in der Gleichgesinnte Ersatzteile, Ideen und sogar den einen oder anderen Wohnwagen finden können. "Wir haben über die Jahre eine Plattform geschaffen - das hilft heute denen, die einen Eriba restaurieren", erklärt Gösser. Das war 2001.
Das Treffen mit Gleichgesinnten war dann die logische Konsequenz. "So ein Hobby verbindet", sagt Gösser. Auf der Wiese an der Lahn reihen sich die unterschiedlichsten Modelle, alle liebevoll restauriert und passend dekoriert. "Ich sammle alles, was irgendwie in diese Zeit passt." Markus aus Kaiserslautern sitzt auf einem geblümten Campingthron und grinst. Hinter ihm: ein Traum in gelb, orange und grün. Stilecht zusammengestellt. Selbst die Kaffeetassen passen.
Sogar der Prototyp campt mit
Ein Ur-Troll von 1958
Bildquelle: WDR/Petra DierksEinen Gang weiter steht ein ganz besonderes Schätzchen. Hinter einem bunten Vorzelt versteckt sich an einer Hecke ein Eriba Troll. Aber nicht irgendeiner. "Der ist von 1958 und gehört eigentlich ins Museum", sagt Dieter Schulte-Niehaus und klopft seinem Camp-Nachbarn Walter auf die Schulter. Schulte-Niehaus hatte den Troll vor vier Jahren bei Ebay entdeckt. "Da wusste ich sofort, dass der was ganz Besonderes ist. Ein Ur-Troll."
Genau zwei Stück hatten Erwin Hymer und Erich Bachem 1958 gebaut - die Prototypen für alle folgenden Wohnwagen. Schulte-Niehaus hätte ihn am liebsten selbst gekauft. "Aber an dem war wirklich viel zu restaurieren und ich hatte schon meinen Puck. Also habe ich Walter gefragt."
Über ein halbes Jahr hat Walter Huber in den Ur-Troll an Arbeit gesteckt, die richtige Farbe extra mischen lassen, das Hubdach in mehreren Schichten restauriert. "Für einen gesteppten Stoff bin ich hunderte Kilometer weit gefahren, damit er so aussieht wie original." Jetzt steht der cremeweiß und minzgrüne Troll da wie aus dem Ei gepellt.
Gemeinschaft zählt
Und das zeigt sich auf den T-Shirts, das jeder Teilnehmer ab dem fünften Treffen bekommt. "Für jedes weitere Treffen gibt es einen neuen Streifen mit Ort und das Datum, das man sich auf das Shirt bügeln kann", erklärt Marlene Gösser. Sie ist diesmal das erste Mal selbst mit Papas Puck angereist. "Ich bin mit den Treffen groß geworden."
Vier Tage sind die "Eribaner" auf dem Campingplatz, Gösser hat sich ein buntes Programm einfallen lassen mit Livemusik und Nachtwächter-Wanderung. "Das 25-jährige Bestehen ist nunmal besonders", sagt er.
Und im Frühjahr starten sie mit den nächsten Treffen in die neue Saison.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Alt-Eriba-Register
Sendung: WDR.de, Ein Kult-Wohnwagen-Treffen in Limburg, 06.09.2026, 17 Uhr