Auf der A4 bei Köln-Merheim rauscht der Verkehr an Frank Burgmer vorbei. Er steht am Fahrbahnrand und schaut sich ein beschädigtes Verkehrsschild an. Ein Unfall am Vortag. Für die meisten ist die Sache längst vorbei, für Burgmer beginnt sie jetzt erst.
Frank Burgmer ist seit über 40 Jahren Streckenwart
Der 59-Jährige dokumentiert den Schaden, sichert die Stelle und kümmert sich darum, dass das Schild ersetzt wird. Seit 41 Jahren arbeitet der Streckenwart bei der Autobahnmeisterei Overath. Angefangen hat er dort mit 17. Insbesondere die Arbeit im Team mache ihm Spaß.
Man hat natürlich auch negative Sachen dabei, wenn es schwere Unfälle gibt, wo es nicht so gut aussieht. Da geht man dann schon abends geknickt nach Hause und denkt: Hoffentlich klappt das alles. In all den Jahren habe ich viel gesehen. Frank Burgmer, Streckenwart
Heute ist Burgmer der Dienstälteste und arbeitet mit deutlich jüngeren Straßenwärter wie Jan Schilling zusammen. Seit vier Jahren ist er dabei. Daran, dass die Autos so nah an seiner Arbeitsstätte vorbeirasen, konnte er sich nur langsam gewöhnen.
Ich wünsche mir mehr Rücksicht. Also ein bisschen vorausschauenderes Fahren. Es wäre natürlich schön, wenn die Autofahrer ihre Augen mehr auf der Straße hätten anstatt auf anderen Dingen. Jan Schilling, Straßenwärter
Mähen bei laufendem Verkehr
Mittags geht es weiter zum nächsten Einsatz. 53 Kilometer A4 gehören zum Gebiet der Overather Meisterei, dazu elf Anschlussstellen und mehrere Brücken. Am Rastplatz wartet diesmal kein Unfall, sondern das ganz normale Wachstum der Natur.
Für Jan Schilling ist das Arbeiten mit großen Maschinen ein Kindheitstraum.
Bildquelle: WDR/ Daniel GowitzkeSchilling setzt eine ferngesteuerte Mäh-Raupe ein. Während daneben Autos und Lastwagen vorbeifahren, arbeitet er sich Stück für Stück durch die Böschung. Mehr als die Hälfte der Mannschaft ist seit mindestens 25 Jahren dabei. Ihr Alltag besteht aus vielen Aufgaben, die kaum auffallen, solange alles funktioniert.
Am Ende noch ein Zaun
Am Nachmittag geht es zur Ausfahrt Bielstein. Dort wird ein neuer Wildschutzzaun aufgestellt. Er soll Tiere von der Autobahn fernhalten und zugleich verhindern, dass Müll in der Landschaft landet. Mindestens drei Einsätze an einem Tag.
Unfallfolgen, Mäharbeiten, Zaunbau: Seit 50 Jahren hält die Autobahnmeisterei Overath ihre 53 Kilometer der A4 in Schuss. Die Autofahrer sollen davon möglichst wenig merken. Und genau deshalb sind die Straßenwärter morgen wieder unterwegs.
Unsere Quellen:
- Autobahnmeisterei Overath
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräche des WDR-Reporters mit Jan Schilling und Frank Burgmer
Sendung: WDR.de, Die A4-Kümmerer: Autobahnmeisterei Overath wird 50, 04.09.2026, 05:03 Uhr