Steigen jetzt viele auf's Fahrrad um?

Bildquelle: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

WDR 1 Min. 46 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028

Strampeln statt Tanken Viele steigen auf's Fahrrad um

Stand:

Wann ist die Schmerzgrenze beim Spritpreis erreicht und das Auto bleibt stehen? Fahrradhändler spüren einen deutlichen Trend.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Klaudia Deus

Wenn das Tanken immer teurer wird, entschließen sich offenbar so einige Pendler, Fahrrad statt Auto zu fahren. Es muss ja nicht immer das teure E-Bike sein - einige holen jetzt ihr altes Schätzchen wieder aus dem Keller und flicken Schläuche.

In Solingen merken Händler und Reparatur-Werkstätten, dass plötzlich mehr Berufspendler zu ihnen kommen. Als Grund nennen die meisten hohe Spritkosten. Und die Bahn komme für sie nicht infrage, weil sie zu oft zu spät kommt oder ausfällt.

Besonderer Run auf die Räder

Im Fahrradladen von Axel Franz in Solingen-Ohligs landen längst nicht mehr nur die Hobby-Fahrer. Sondern immer öfter auch Berufspendler. Als Grund für den Umstieg aufs Fahrrad nennen die meisten in letzter Zeit die hohen Spritkosten, sagt er.

Ein Mann in dunkem Pullover in einem Fahrradgeschäft
"Die Werkstatt füllt sich, weil gerade wieder die alten Schätzchen ausgegraben werden." Axel Franz

Auch die Beratungsgespräche für Neuanschaffungen haben zugenommen, erzählt der Fahrradhändler. Arbeitgeber würden langsam umdenken: Immer mehr Firmen würden für ihre Mitarbeiter jetzt etwa Fahrräder leasen, so Franz. 

Fahrrad statt Firmenauto

Das beobachtet auch Michael Kaiser-Gaßen in seiner Solinger Fahrradwerkstatt. Zunehmend nutzten Berufspendler das Fahrrad statt des Firmenwagens.

Ein Mann mit dunklen Haaren und Vollbart steht in einer Fahrradwerkstatt. Er trägt ein T-Shirt mit einem Fahrradmotiv. Im Hintergrund hängt verschiedenes Fahrradzubehör an einer Holzwand.
"Es gibt Kunden, die bewusst auf das Auto verzichten, weil sie es sich nicht mehr leisten können, es regelmäßig zu tanken." Michael Kaiser-Gaßen

Und auch die Inspektion ihrer Fahrräder nähmen inzwischen viele genauso ernst, wie vorher bei ihrem PKW, sagt Kaiser-Gaßen.

Mildes Wetter, nahe Trassen

Noch ein Grund, warum das Fahrrad aktuell boomt: Es gibt beim Fahrradfahren inzwischen keine eng gesteckte Saison mehr. Das liegt unter anderem an milderen Wintern und dem immer größeren Angebot an Funktionskleidung.

Ein weiterer Vorteil für Radfahrende im Bergischen: Korkenziehertrasse, Nordbahntrasse und Co. liegen meistens gleich um die Ecke. Viele Berufspendler haben damit also regelrechte Fahrrad-Autobahnen direkt vor ihrer Haustür.

Steigen jetzt viele auf's Fahrrad um

WDR 23.09.2026 26 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Fahrradhändler Axel Franz
  • WDR-Gespräch mit Zweiradmechaniker Michael Kaiser-Gaßen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 23.09.2026, 18:09 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Bergischen Land

1 / 2