"Das ist Diebstahl"
Bildquelle: WDR/Luisa SkrabicWDR. 3 Min. 12 Sek.. Verfügbar bis 14.09.2028.
Jeden Tag 90.000 KI-generierte Songs: Das ist die Bilanz des Streaminganbieters Deezer im Juli 2026. Ein trauriger Rekord - zumindest, wenn man es aus den Augen von Leonora Huth aus Solingen betrachtet. Sie ist Sängerin und Musikerin in einem Zeitalter, in dem jeder mit nur einem Klick einen Song generieren kann.
Kosten für ein Album: 20.000 Euro
Aktuell arbeitet Leonora an ihrem ersten eigenen Album, finanziell gefördert von der "Initiative Musik". Leonora arbeitet ohne den Einsatz von KI. "Ich hab gar keinen Bock auf KI-Tools. Ich will echte Bläser, echte Instrumente", erzählt sie uns.
"Für mich als Musikerin ist vor allem der Prozess, wie ein Song entsteht das Geile." Leonora Huth, Sängerin
Urheberrechtsprobleme bei KI-Musik
Es geht ihr neben dem fehlenden Prozess bei der Erstellung von KI-Musik, auch um die Urheberrechte. Die KI lernt von Dingen, die schon einmal von Menschen erschaffen wurden. "Das ist Diebstahl und dann ist das Betrug." Leonora weiter: "Ich finde das ziemlich furchtbar. Es macht mich sauer."
Gearbeitet wird am Laptop, aber ohne den Einsatz von KI
Bildquelle: WDR/Luisa SkrabicKann KI Musiker ersetzen?
Wenn es nach Leonora geht, nein: "Ich glaube nicht, dass eine KI mich fully ersetzen könnte." Nach ihrer Teilnahme am ESC-Vorentscheid im letzten Jahr ist Leonora dieses Jahr auf kleine Tour gegangen. Auch, wenn sie ihren Tourstop in Hamburg wegen zu geringer Ticketverkäufe absagen musste, glaubt sie an die Kraft von echter Musik, vor allem live.
Leonora bei einem ihrer Live-Gigs
Bildquelle: Quelle: Laura RukavinaNeues Album erscheint 2027
Aufgeben ist für Leonora keine Option. Sie kämpft weiter für ihren großen Traum. Im Dezember spielt sie ihr Jahresabschlusskonzert in der Cobra in Solingen. Im Frühjahr 2027 folgt dann ihr Debütalbum.
Unsere Quellen:
- Interview mit Leonora
- Streamingdienst Deezer, 21.07.2026
Sendung: WDR.de "Ersetzt KI-Musik echte Künstler?", 14.09.2026, 05:01 Uhr