Künstliche Befruchtung bei Löwin im Zoo
WDR. 01:40 Min.. Verfügbar bis 07.07.2028.
Sperma-Express nach Wuppertal : Künstliche Besamung bei Löwin im Zoo
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Auf einem Parkplatz irgendwo zwischen Belgien und Deutschland wird eine unscheinbare Kühlbox den Besitzer wechseln. Was darin liegt, ist nur wenige Stunden haltbar – und könnte dennoch über Generationen hinweg Wirkung zeigen: Sperma einer bedrohten Löwenart.
Was wie der Stoff eines Medizinthrillers klingt, ist moderne Artenschutzarbeit. Mit der künstlichen Besamung der Löwin "Alore" möchte der Wuppertaler Zoo dazu beitragen, den genetisch gesunden Bestand Afrikanischer Löwen langfristig zu sichern – ganz ohne die Tiere quer durch Europa transportieren zu müssen.
Natürlicher Nachwuchs ist keine Option
Die männlichen Löwen im Wuppertaler Zoo stammen aus einer südafrikanischen Unterart.
Dabei leben in Wuppertal durchaus Löwen beider Geschlechter. Doch Nachwuchs auf natürlichem Weg ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Die beiden älteren Löwenmännchen stammen aus einer südafrikanischen Unterart, die Löwinnen gehören dagegen zur nordafrikanischen. Beide Linien werden in den internationalen Erhaltungszuchtprogrammen getrennt geführt, um ihre genetischen Besonderheiten zu bewahren.
Für "Alore" fiel die Wahl deshalb auf einen genetisch passenden Löwen aus einem belgischen Zoo. Statt das Tier nach Wuppertal zu bringen oder die Löwin auf Reisen zu schicken, wird lediglich das Sperma transportiert – eine Methode, die den Tieren unnötigen Stress erspart und den Zoos neue Möglichkeiten bei der Zucht eröffnet.
Wettlauf gegen die Zeit
Die größte Herausforderung ist das Timing. Eine Löwin kann nur in einer kurzen Phase ihres Zyklus erfolgreich besamt werden. Deshalb müssen alle Abläufe perfekt ineinandergreifen.
In diesen Röhrchen befindet das Sperma des belgischen Löwen
In Belgien wird der Löwe narkotisiert, das Sperma gewonnen, gekühlt und für den Transport vorbereitet. Statt Zeit auf der Straße zu verlieren, treffen sich die Tierärzte beider Zoos auf halber Strecke zur Übergabe. Während ein Tierarzt aus Belgien das kostbare Transportgut übergibt, wartet im Grünen Zoo Wuppertal bereits ein zweites Team.
Für den Erfolg bleibt nur ein kleines Zeitfenster. Noch während die Kühlbox mit der genetisch wertvollen Fracht unterwegs ist, soll Löwendame "Alore" in Wuppertal mit einem Blasrohr betäubt werden. Ein Ultraschall wird dann zeigen, ob der Zeitpunkt günstig ist. Erst dann bringen die Tierärzte das Sperma mithilfe einer feinen Sonde direkt an den Muttermund.
Keine Garantie, dass es klappt
Dann beginnt der schwierigste Teil: das Warten. Ob "Alore" tatsächlich trächtig ist, wird sich erst in einigen Wochen zeigen. Garantien gibt es bei einer künstlichen Besamung nicht. Trotzdem könnte eine kleine Kühlbox dazu beitragen, eine Löwenart vor dem Aussterben zu retten.
Unsere Quellen:
- Gespräche des WDR-Reporters
Sendung: WDR.de, Künstliche Befruchtung bei Löwin im Zoo, 06.07.2026, 13:59
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 07.07.2026, 19:30 Uhr