Neuer Hilfskonvoi für die Ukraine
Bildquelle: WDR/ Rüdiger KnösselWuppertaler Konvoi "Water for Ukraine" gestartet : Die Gefahr fährt mit
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Water for Ukraine startet am Donnerstagnachmittag seinen 27. Hilfskonvoi in die Ukraine. Doch statt technischen Hilfsmaterials liefert die Organsiation jetzt auch Privatfahrzeuge, um die Wasserversorgung im Kriegsgebiet zu sichern. Denn sie sind bisher keine Angriffsziele für Drohnen.
Es sind 16 Fahrerinnen und Fahrer aus NRW, Hessen, Berlin und Sachsen, die sich von Wuppertal aus auf den Weg in die Ukraine machen. Water for Ukraine ist ein Zusammenschluss von Energieversorgern, Kommunen und Privatpersonen. Federführend ist Elmar Thyen von den Wuppertaler Stadtwerken.
Privatfahrzeuge zum Schutz der Wasserwerke
Wuppertaler Hilfsorganisation "water for ukraine"
Bildquelle: WDR/ Rüdiger KnösselWeil die russische Armee an der Front zielgerichtet Jagd auf Fahrzeuge macht, die der öffentlichen Versorgung dienen, liefert Water for Ukraine jetzt Privatfahrzeuge zu den Wasserwerken dort. Keine Aufschriften oder reflektierende Folien. Nichts, was auf den Zweck der Fahrzeuge hindeuten könnte. Also etwa Polizei, Feuerwehr oder auch der ukrainischen Stadtwerke, erzählt Thyen.
Vor dem vierten Kriegswinter
Seit mehr als vier Jahren herrscht Krieg in der Ukraine. Dabei habe sich die Situation inzwischen deutlich verschärft, erzählt Elmar Thyen, Die Mehrzahl der Kraftwerke für Elektrizität und Wärme seien beschädigt oder ganz außer Betrieb. Man müsse schauen, was bis zum Winter noch repariert werden kann.
Die Gefahr fährt immer mit
Ehrenamtler versorgen Verletzte nach Angriff
Bildquelle: Elmar Thyen | Water for UkraineDass es auch für einen Hilfskonvoi nicht ungefährlich ist, durch die Ukraine zu fahren, haben die Ehrenamtlichen von water4ukraine erst im Februar am eigenen Leib erfahren: Zwei Explosionen direkt vor ihrem Hotel in Lwiw in der Westukraine.
Eine Polizistin stirbt, sechs ihre Kollegen werden schwer verletzt. Zwei junge Sanitäter von Water for Ukraine leisten direkt erste Hilfe. Aufgeben wollen die Ehrenamtler aber nicht.
"Angst ist keine Begrifflichkeit, in der man in Kriegssituationen denken sollte." Elmar Thyen, Water for Ukraine
Das größte Risiko bei den Transporten sei, dass jemand auf der langen Tour übermüdet am Steuer sitzt, sagt Thyen. Was in der Ukraine passiert, sei ein Stück weit abschätzbar. Aber generell sei die Situation der Menschen in der Ukraine "unendlich schwieriger als die von uns, die zwei Nächte dort sind", sagt Thyen. Seine größte Sorge sei derzeit, dass alle Zollerklärungen pünktlich ankommen. Bei einem Unternehmen, das mit einem Fahrzeug beliefert werden soll, habe es gestern einen Bombenangriff gegeben. "Wir haben es aber bisher immer hingekriegt, dann werden wir es dieses Mal auch schaffen."
Unsere Quellen:
- Interview mit Elmar Thyen
- Frühere Berichterstattung des WDR
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Bergisches Land, 17.9.2026, 15:30 Uhr
