Bahn-Pendler in Wuppertal sind sauer
WDR. 07:09 Min.. Verfügbar bis 13.07.2028.
Sanierte Gleise und Bahnhöfe - und trotzdem müssen die Pendler weiterhin Verspätungen einplanen. Auch am Dienstag geht das Bahn-Chaos in die nächste Runde. Immer wieder ploppen Stör-Meldungen bei zuginfo.nrw auf. Jeder, der zur Zeit mit der Bahn fährt, muss wohl Ausfälle und Verspätungen einplanen und möglichst im Voraus die Fahrpläne checken.
Am Dienstagmorgen sorgte unter anderem ein Problem mit einer Weiche in Wuppertal für weitere Verspätungen und Ausfälle.
Stresstest nicht bestanden
So richtig lief es auch am ersten Arbeitstag nach Sanierungsende noch nicht. Am Wuppertaler Hauptbahnhof hatte am Montagnachmittag fast jeder Regionalzug deutliche Verspätung, Fernzüge fielen oft einfach ganz aus.
Rund um Hagen, Wuppertal, Solingen und Köln meldete die Bahn zwischenzeitlich weitere Probleme: Ein defektes Stellwerk und mehrere Reparaturen bremsten den Zugverkehr weiter aus.
Marode Brücke bremst Bahnverkehr aus
Und auch sonst gibt es am Dienstag weiter Einschränkungen, weil in Opladen eine Brücke beschädigt ist und nur eingleisig befahren werden kann. Am Montag wollte die Bahn die schadhafte Stelle mit Prüfingenieuren besichtigen. Noch immer ist aber unklar, wie lange die Störung andauert, so ein Bahnsprecher. Die Folge: In Richtung Köln fährt nur ein Regionalzug pro Stunde.
Immerhin sollen die Züge jetzt im gewohnten Tempo fahren können. Die Bahn hat die sogenannten Langsamfahrstellen im Laufe des Montags schrittweise aufgehoben. Um den Schotter festzurütteln, konnten die Züge nur mit 70 Stundenkilometern fahren.
Die Abfahrtsanzeige am Wuppertaler Bahnhof zeigt: immer noch Verspätungen und Ausfälle
Pendler sind vor allem eins: genervt. Und sie haben keine Lust mehr, immer gucken zu müssen, ob und wann ihre Züge kommen. Sie fühlen sich von der Bahn im Stich gelassen.
"Der Informationsfluss ist Null. Man muss sich selber informieren und dann stimmt`s ja trotzdem wieder nicht", sagte eine Pendlerin. Und eine andere Frau fügte hinzu: "Man schaut eine halbe Stunde vorher rein und da steht, der Zug fährt und dann steht man am Gleis und er fällt doch wieder aus." Pendlerin Martina sieht die Generalsanierung als gescheitert und hofft nur, dass es möglichst schnell besser wird.
Pendler sind froh, wenn mal ein Zug kommt
Jan-Phillip Schulz am Wuppertaler Hauptbahnhof
Jan-Phillip Schulz fuhr von Wuppertal nach Düsseldorf und war komplett frustiert: "Ich bin nicht zuversichtlich, bin ich ehrlich. Man sieht ein bisschen Grünes beim Vorbeifahren, ansonsten gibt es nichts Positives am Bahnfahren zurzeit."
Nora Träbert wartet am Wuppertaler Hauptbahnhof
Nora Träbert wartete lange am Wuppertaler Hauptbahnhof. Sie wollte auch nach Düsseldorf fahren und war froh, dass überhaupt etwas fährt, wenn auch nur ein Mal in der Stunde, wie sie sagte. Die Tage sei sie nach Köln gefahren, das habe "nicht gut geklappt".
Tief durchatmen
Phillip Müller wollte nach Neuss zur Arbeit fahren. Er war mal wieder extra früher aufgestanden, um es "in diesem Chaos" pünktlich zu schaffen. Er konnte dem Ganzen zumindest ein kleines bisschen Positives abringen: "Es kann nur besser werden. Vorher waren es drei Stunden pendeln. Jetzt hoffe ich auf schnelleres Ankommen und irgendwann vielleicht sogar mal in den 40 Minuten, die es eigentlich sein sollten."
Ute Schmidt kommt aus Wuppertal-Cronenberg und fährt schon 30 Jahre lang nach Düsseldorf: "Ich bin es gewohnt, sag ich mal so. Aber es ist schon ein Umstand. Dennoch: ich bleibe entspannt. Man muss es mit Fassung tragen."
Bahnchaos dürfte weiter andauern
Auf WDR-Anfrage schrieb die Bahn am Montag, dass ihr zur maroden Brücke in Opladen noch keine "belastbaren Erkenntnisse" vorliegen würden. Immerhin sei das zweite Gleis für Züge voll befahrbar, "sodass weiterhin Zugverkehr stattfinden kann - allerdings weniger als normal". Die Bahn will informieren, sobald klar ist, wie stark die marode Brücke saniert werden muss. Weitere Einschränkungen für Bahnreisende nicht ausgeschlossen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter am Wuppertaler Hauptbahnhof im Gespräch mit Pendlern
- Stellungnahme der Deutschen Bahn auf WDR-Anfrage
Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 13.07.2026, 15.31 Uhr