Wuppertaler Krisenstab schlägt Alarm

WDR 02:09 Min. Verfügbar bis 25.06.2028

Hitze und kein Ende Wuppertaler Krisenstab schlägt Alarm

Stand:

Die anhaltend hohen Temperaturen sollen laut Prognose mindestens bis Sonntag andauern. In Wuppertal hat deshalb der städtische Krisenstab getagt. Thema: mögliche Schutzmaßnahmen und Hinweise für die Bevölkerung.

Die Kombination aus Hitze und erhöhten Ozonwerten könne "die Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger gefährden“, heißt es von der Stadt. Besonders betroffen seien jedoch ältere, alleinstehende und gesundheitlich eingeschränkte Menschen.

Stadt ruft zu Eigenvorsorge auf

Gesundheitsdezernentin Katrin Linthorst (Bündnis 90/Die Grünen) appelliert an die Bevölkerung, sich aktiv zu schützen. Die wichtigsten Empfehlungen:

Katrin Linthorst, Gesundheitsdezernentin der Stadt Wuppertal, mit einer Mitarbeiterin

Gesundheitsdezernentin Katrin Linthorst (r.) ruft zur Vorsorge auf

  • möglichst nicht in der direkten Sonne aufhalten
  • ausreichend trinken, bevorzugt Wasser
  • körperliche Anstrengung vermeiden oder in die Morgen- und Abendstunden verlegen
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor nutzen
  • leichte Kleidung und Kopfbedeckung tragen
  • Wohnräume kühl halten

Auf gefährdete Menschen achten

Für wohnungslose oder suchtkranke Menschen gibt es spezielle Angebote. Einrichtungen der Wohnungs- und Suchthilfe bieten Wasser, Schattenplätze und Unterstützung vor Ort. Streetworker sprechen Betroffene in Wuppertal gezielt an und weisen auf Hilfe hin.

Die Stadt bittet außerdem darum, auf Nachbarn, Verwandte und Bekannte zu achten – insbesondere auf alleinstehende Senioren.

Auch Hausärzte warnen

Andre Altermann

Andre Altermann, Hausarzt

Auch der Wuppertaler Internist Andre Altermann appelliert, auf Nachbarn zu achten. Viele Menschen könnten sich vielleicht selbst nicht helfen und in eine Notsituation geraten. "Nehmen sie Kontakt auf, fragen sie, ob sie unterstützen können." Es kann der Kasten Wasser sein, der im Keller steht, und in den dritten Stock gebracht werden muss, sagt der Mediziner.

Erste Hitze-Geschädigte in Wuppertal und Umgebung

Saschka Hedderich, Leiter eines Wuppertaler Pflegedienstes berichtet im WDR-Gespräch von insgesamt drei seiner pflegebedürftigen Klienten, die in den letzten Tagen in ihrer Wohnung gestürzt seien und jetzt im Krankenhaus lägen. Jedes Mal Kreislaufprobleme durch die große Hitze.

In der Nachbarstadt Sprockhövel berichtet die Feuerwehr von mehreren hilflosen Menschen, die seit gestern aus ihren Wohnungen gerettet werden mussten.

Wuppertaler Rettungsdienst in Alarmbereitschaft

Die Wuppertaler Feuerwehr und sowie der Rettungsdienst sind laut Stadt auf die Wetterlage vorbereitet und auf mehr Einsätze eingerichtet. Bei Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Bei starken Symptomen und Bewusstseinsveränderungen sollten Bürgerinnen und Bürger sofort die 112 wählen.

Kitas und Schulen reagieren in Wuppertal flexibel

Die städtischen Kitas bleiben zunächst geöffnet. Sollte die Hitzebelastung zu groß werden, können Eltern gebeten werden, ihre Kinder abzuholen. Für Schulen gelten landesweite Regelungen. Verkürzter Unterricht oder „hitzefrei“ sind möglich.

Die Nachmittagsbetreuung in der Offenen Ganztagsschule findet in der Regel statt – allerdings mit Einschränkungen bei starker Hitze.

Wuppertaler Krisenstab in Alarmbereitschaft

WDR 25.06.2026 01:06 Min. Verfügbar bis 24.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Stadt Wuppertal
  • WDR-Gespräch mit Hausarzt Andre Alterman
  • Interview mit Saschka Hedderich

Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 25.06.2026, 14:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 25.06.2026, 19:30 Uhr

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