Dortmunder Polizei will gegen Bettler und Drogenabhängige durchgreifen

Lokalzeit aus Dortmund 29.10.2025 02:28 Min. Verfügbar bis 29.10.2027 WDR Von Daniel Schmitz

Dortmunder Polizei will gegen Bettler und Drogenabhängige durchgreifen

Stand:

Die Dortmunder Polizei will Drogenabhängigen und Bettlern das Leben in der Innenstadt künftig "so unbequem wie möglich machen."

Von Daniel Schmitz

Für Café-Inhaber Daniel Hein gehören Probleme mit aggressiven Bettlern oder Drogenabhängigen in Dortmund mittlerweile zum Alltag. Vor seinem Café Strickmann in der Dortmunder Innenstadt verkaufen Dealer Drogen, sogar im Café selbst sorgen Abhängige öfter für Unruhe. "Wenn Besucher bei uns ein Stück Kuchen essen und direkt vor ihrem Tisch gedealt wird, dann denken die sich: 'Da kannst du nicht mehr hingehen'", sagt Hein.

Einmal sei sogar eine Frau unter Drogeneinfluss nackt am Café vorbei in Richtung Hansaplatz gelaufen, berichtet der Café-Inhaber. Zusammen mit benachbarten Geschäftsleuten hatte er für eine Weile einen Sicherheitsdienst engagiert. Auf Dauer war das aber zu teuer.

Inhaber Daniel Hein steht vor der Kuchentheke in seinem Café Strickmann in der Dortmunder Innenstadt

Daniel Hein gehört das Café Strickmann am Dortmunder Hansaplatz.

Jetzt kündigt die Dortmunder Polizei an, dass sie rund um den Hansaplatz konsequent durchgreifen will. Vor allem auf dem Hansaplatz und in der Wißstraße will sie mehr Fußstreifen einsetzen. Außerdem möchte sie eine mobile Wache einrichten, wo Geschäftsleute und Passanten mit der Polizei in Kontakt treten können.

"Den Aufenthalt so unbequem wie möglich machen"

"Es ist wichtig, dass die Menschen, die obdachlos, drogenkrank oder hilfebedürftig sind, vom Hilfesystem aufgenommen werden", erklärt der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. "Aufgabe der Polizei ist es, diesen Menschen den Aufenthalt im öffentlichen Raum so unbequem wie möglich zu machen, um sie in die Beratungseinrichtungen hineinzudrängen."

Bodo-Redaktionsleiter Bastian Pütter steht vor dem Ladenlokal des Vereins am Dortmunder Schwanenwall

Bastian Pütter leitet die Redaktion des Straßenmagazins bodo.

Der Verein bodo e.V., der sich um Wohnungslose in Dortmund kümmert, sieht das ganz anders. "Uns stört das Pauschale an dieser Aussage. Wir halten es nicht für eine polizeiliche Aufgabe, Menschen in sozialen Notlagen aus der Innenstadt zu vertreiben", sagt Bastian Pütter, Redaktionsleiter des Straßenmagazins bodo. "Wir wünschen uns Lösungen für diese Menschen. Das würde ja auch ein besseres Einkaufserlebnis für Besucher garantieren."

Dortmunder Geschäftsleute machen sich Sorgen

Der Verein hat Verständnis für die Dortmunder Geschäftsleute, die sich Sorgen um ihre Kunden machen. Das Problem lasse sich nur mit viel Geld lösen, findet Bastian Pütter. Es brauche dringend mehr Platz in Notunterkünften und bessere Hilfsangebote für Drogenabhängige. Die neue Strategie der Polizei wird aus seiner Sicht deshalb nichts ändern.

Café-Inhaber Daniel Hein ist gespannt, ob sich nun etwas ändert. Besonders optimistisch ist er nicht. "Die Situation wird nicht verschwinden, das ist klar. Es geht um ein funktionierendes Miteinander", sagt Hein, damit Besucher langfristig wieder gerne in die Dortmunder Innenstadt kommen.

Dortmunder Polizei will gegen Bettler und Drogenabhängige durchgreifen

WDR Studios NRW 29.10.2025 00:46 Min. Verfügbar bis 29.10.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Polizei Dortmund
  • Café Strickmann
  • bodo e.V.

Weitere Beiträge aus Dortmund

1 / 2