Sprachliche Besonderheiten: So klingt NRW

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Aktuelle Stunde 14.09.2026 9 Min. 59 Sek. UT Verfügbar bis 14.09.2028 WDR Von Sascha Schwarz

Ein Duden für regionale Sprach-Feinheiten Knäppchen oder Krustchen?

Stand:

Wie heißt das Ende vom Brot? Kommt drauf an, wo man wohnt und isst. Ein buntes Buch vom Duden sammelt regionale Besonderheiten.

Für manchen ist das erste oder letzte Stück eines Brots das beste - anderen ist es zu hart oder zu trocken. Auch bei der Frage, wie das Ding eigentlich heißt, gibt es verschiedene Meinungen. Für Menschen aus dem Rheinland handelt es sich ganz klar um das "Knäppchen" - allerdings nur auf der rechten Rheinseite. Linksrheinisch sagt man "Krustchen".

Was wiederum in Trier kein Mensch verstehen würde - denn dort heißt das Ende vom Brot "Knäuschen". In Norddeutschland ist es der "Knust", in Sachsen in der Nähe von Leipzig sagt man "Ranft", Richtung Bautzen heißt es eher "Rämpfla".

Grafik: Dialekt in Deutschland

Knäppchen, Knerzel, Zipfel

Bildquelle: WDR

Duden als Coffee-Table-Book

Um solche sprachlichen Eigenheiten quer durch den deutschen Sprachraum geht es im neuen Duden. Allerdings kommt dieser Duden ungewohnt bunt daher: Der Verlag bewirbt das "Große Buch der deutschen Sprache" als so genanntes Coffee-Table-Book, das mit Bildern und Grafiken zum Durchblättern anregen soll.

Auf über 280 Seiten geht es um viele Aspekte rund um das Deutsch, das wir heute sprechen. Mit bunten Abbildungen auf jeder Seite geht es beispielsweise um Dialekte, um eingewanderte Worte, Entwicklung von Schreibweisen, um Siezen und Duzen und das Deutsch der DDR.

10:15 Uhr: "Viertel ab zehn"?

Auch bei der Uhrzeit scheiden sich je nach Region die Sprachgeister - mit echtem Potenzial für Missverständnisse: Während 10:15 Uhr in NRW "viertel nach zehn" heißt, sagen die Menschen in Ostdeutschland "viertel elf". In Süddeutschland heißt es "viertel ab zehn" und in Teilen Bayerns "viertel über zehn".

Grafik Dialekt

Zeitangaben: Missverständnis vorprogrammiert

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Der schwere "ch"-Laut

In zehn Kapiteln erklärt das Buch, wie die deutsche Sprache aufgebaut ist, wie sie geschrieben und ausgesprochen wird oder wie sie sich gesellschaftlich und literarisch entwickelt hat. Auch erfährt man, dass im nördlichen NRW immerhin noch 2,5 Millionen Menschen Niederdeutsch sprechen - eine von sechs sogenannten Minderheitensprachen, die als bedroht gelten.

Und dass der "ch"-Laut wie in "ich" für Nicht-Muttersprachler extrem schwer zu artikulieren ist. Da macht es sich der Rheinländer oft einfach: "ch" wird meist zu "sch".

Zum 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens hatte der WDR eine Umfrage zu Heimatdialekten gestartet. Heraus kam, dass das Kölsche mit Abstand der beliebteste Dialekt in NRW ist, gefolgt vom "Ruhrdeutsch".

Am Arbeitsplatz spricht man anders

"Die Sprache eines Menschen ist von vielen Faktoren abhängig", heißt es in dem Duden-Buch. Zum Beispiel von der regionalen Herkunft und der sozialen Gruppenzugehörigkeit. Sie ist aber auch situationsabhängig: Auf der Arbeit sprechen viele Menschen oft anders als innerhalb der Familie oder unter guten Freunden.

Sagt mancher am Arbeitsplatz zum Beispiel zur Chefin "ich denke, das wird funktionieren", lässt sich das zuhause gerne auf ein einfaches "passt schon" reduzieren. Oder es heißt, wie im Rheinland, "dat jeiht schon johd".

Ein eigenes Kapitel widmet sich auch dem österreichische Deutsch, dem in der Schweiz gesprochenen Hochdeutsch - das viele eigene Worte enthält - und dem richtigen Schwyzerdütsch.

Unsere Quellen:

  • "Das große Buch der deutschen Sprache"
  • WDR-Umfrage zu Heimatdialekten

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 14.09.2026, 18.45 Uhr

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