Privater Sicherheitsdienst geht in Kö gegen bettelnde Menschen vor
Lokalzeit aus Düsseldorf. 18.08.2025. 02:29 Min.. Verfügbar bis 18.08.2027. WDR. Von Markus Gröters.
Luxusgeschäfte engagieren privaten Sicherheitsdienst gegen Bettler
Stand:
Geschäfte an der Düsseldorfer Kö gehen mit einem privatem Sicherheitsdienst gegen Bettler vor. Die Obdachlosen-Hilfe übt Kritik.
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Jetzt mitdiskutierenDie Interessengemeinschaft Königsallee, ein Zusammenschluss der Geschäfte auf Düsseldorfs Nobelmeile, will gegen Bettler vor den Ladenlokalen vorgehen - und zwar mit einem privaten Sicherheitsdienst. Mit einem monatlichen Betrag von 100 Euro können sich die Kö-Läden daran beteiligen. Die "Rheinische Post" hatte darüber zuerst berichtet.
Konsequente Sicherheits-Präsenz soll Bettler verdrängen
Das Betteln auf der Königsallee habe zuletzt deutlich zugenommen, argumentieren die Ladenbesitzer. Und das wirke sich auf das Sicherheitsgefühl vor Ort aus. Ziel sei es, durch die konsequente Präsenz des Dienstes die Bettler zu verdrängen. Die Stadt tue zu wenig zum Schutz des Erscheinungsbildes der Kö, heißt es in der Begründung.
Gegen diesen Vorwurf der Geschäfte wehrt sich die Stadtverwaltung: Mehrmals täglich patrouillierten dort Streifen des Ordnungsamtes und stellten wahrgenommene Störungen ab, so ein Stadtsprecher. Meistens durch Platzverweise.
Stadt Düsseldorf: Nur aggressives Betteln ist verboten
Außerdem handele man nach Recht und Gesetz. In der Düsseldorfer Straßenordnung heißt es in Paragraph 6: "Auf Straßen und in Anlagen ist aggressives Betteln durch unmittelbares Einwirken auf Passanten durch In-den-Weg-Stellen, Verfolgen oder Anfassen untersagt." Stilles Betteln sei hingegen erlaubt, so die Stadt - auch auf der Königsallee.
Die Obdachlosen-Initiative Fiftyfifty kritisiert die private Sicherheitsaktion der IG Königsallee scharf: Dass die Reichsten der Reichen gegen die Bettler vorgehen, sei beschämend, sagte Initiativen-Sprecher Oliver Onagro. Abgesehen davon sei die Aktion am Rande der Legalität. Denn die Geschäftsinhaber hätten nur eineinhalb Meter vor ihren Läden Hausrecht. Alles, was darüber hinaus gehe, sei öffentlichen Straßenraum.
OB Keller will Obdachlosigkeit in Düsseldorf beenden
Außerdem passe die Maßnahme auch nicht zur derzeitigen Düsseldorfer Sozialpolitik, findet Fiftyfifty-Sprecher Ongaro. Noch vor kurzem hatte Oberbürgermeister Stephan Keller der Obdachlosigkeit in der Stadt den Kampf angesagt: Dafür will er 500 neue Wohnungen für Obdachlose schaffen.
Antwort auf private Sicherheits-Aktion: Obdachlose kehren Kö sauber
Als Antwort auf den privaten Security-Dienst auf der Kö veranstaltet Fiftyfifty am Donnerstag eine eigene „Besen-Aktion“: Obdachlose kehren dann – angefangen vom Corneliusplatz - die Prachtmeile sauber. Fiftyfifty regt darüber hinaus ein Gespräch mit der Interessengemeinschaft Königsallee an: „Am besten ist es, wenn man miteinander redet“, so Ongaro, „denn dann können vielleicht schon viele Missverständnisse ausgeräumt werden.“
Unsere Quellen:
- IG Königsallee
- Stadt Düsseldorf
- Obdachlosen-Initiative Fiftyfifty

16 Kommentare
Kommentar 16: Ehemaliger Obdachloser schreibt am 20.08.2025, 00:02 Uhr :
Ich weiß dass man genug vom Amt bekommen könnte, aber viele wollen nicht. Und wenn Drogensucht dazukommt brauchen die Bettler 70-100€ AM TAG, dann muss man aggressiv betteln. Ich habe nur gebettelt und mir Arbeit/Wohnung gesucht und war beim Jobcenter gemeldet. Wer will der kann, nur viele bleiben gerne frei. Müssen aber dann die unfreien arbeitenden Menschen nerven damit sie ihr Auskommen haben. Ich weiß wovon ich rede, und ich bin gegen die Bettler, weil in Deutschland entscheidet man ob oder ob nicht selbst
Kommentar 15: Franziska 1 schreibt am 19.08.2025, 20:05 Uhr :
Wenn ein Bettler ständig die Straße auf und ab läuft und Leute anspricht, womöglich noch einen großen Zettel zum lesen in Deutsch in die Hand drückt, derjenige ist meistens ein Teil einer Familienbande. Sie sind hartnäckig und werden frech. Darunter leiden leider unsere armen Menschen auf der Straße, die wirklich von der Hand in den Mund leben müssen, jeden Tag ohne zu wissen wo darf ich noch sitzen, stehen und liegen ohne das man mich verscheucht? Es gibt natürlich auch Bettler die professionell betteln und um die Ecke haben sie ihr Auto stehen. Diese Story ist echt und in München vor Jahren gesehen. Es gibt alle Varianten vom Obdachlose und Bettler. Es ist schwer den Unterschied zu erkennen, wer ist wirklich immer auf der Straße, wer nicht. Ein aggressives betteln ist auf keinen Fall zu unterstützen, man sollte die Polizei anrufen vor Ort. Das arme Bettler in der Kö hoffen, Geld zu bekommen, ist klar. Bei Luxus- Leben stört immer die Armut! Oder ist es das Gewissen der Läden?
Kommentar 14: "Wahrnehmung" schreibt am 19.08.2025, 15:52 Uhr :
Wir haben Sommer und da nimmt in den Städten das Betteln zu, aber auch das "aggressive Betteln," egal in welche Stadt man kommt, die Bettler*innen werden immer mehr, nicht nur gefühlt und man geht, wenn man nichts geben möchte, am besten aus den Weg, bis zur nächsten Ecke, das gleiche Spiel, das kann einen manchmal auch das Shoppen vermiesen, weil dabei auch Strategen sind, wo nicht sauber, schon stark übertrieben ausgedrückt ist, wir sind halt ein reiches Land, wenn man sieht wohin die Mrd. Euro so in der Welt verteilt werden.
Kommentar 13: Dirk schreibt am 19.08.2025, 12:13 Uhr :
Die Geschäfte sind nicht für die Versäumnisse / Ursachen Obdachlosigkeit, Wohbzngsmangel usw. zuständig. Ohne Umsatz können die Geschäfte nicht die vom Staat verlangen Steiuern jegl. Art , nicht die Löhne der Angestellten, nicht die Waren bezahlen. 1000 Euro für Sicherheit zu zahlen ist ok, 1000 Euro Spendem für ein Wohbubgsbau sind etwas zu wenig. Einige Obdachlose sehen sehr jung aus,also man könnte auch sicherlich einen 8 Std Job finden
Antwort von Paul S. , geschrieben am 19.08.2025, 13:18 Uhr :
Einige Bürgergeldempfänger sehen nicht jung aus, wo man annehmen könnte, eine Tagarbeit zu finden? Die Kampagne jetzt pauschal gegen Obdachlose die betteln, ist so armselig und schamlos von Menschen, denen es gut geht. Wer hat das Recht über sie zu richten? Die Wirtschaft stellt kaum einen Obdachlosen ein, ohne Wohnsitz keine Arbeit, ohne Arbeit kein zuhause. Diesen Teufelskreis lässt die Politik gewohnt kreisen.
Kommentar 12: Brigitta S. schreibt am 19.08.2025, 11:31 Uhr :
Zur Bekämpfung von kriminellen Banden bei der Bettelei ist die Kommune, die Politik zuständig. Überall sind die Bettler vorhanden, man fühlt sich bedrängt, behelligt und genervt??Wenn man sich bedrängt fühlt geht man einfach schweigend seinen Weg. Man klappt die Ohren zu und ein deutliches NEIN genügt und geht weiter, dann wird man kaum belästigt. Viele Obdachlose sind darunter die nur still betteln und keinen Bock haben von angeblichen Reichen und genervten Passanten wie Affen im Zoo angesehen zu werden. Viele haben ein trauriges Schicksal erlebt, was sie zum Betteln brachte. Der Staat lässt ihnen nur das zu, was sie gerade noch am Leben lässt. Es ist überhaupt eine Schande, dass Politiker nicht fähig sind, Mal ein großes Treffen mit den Obdachlosen in der Stadt organisiert und ihre Probleme anhört. Ehrenamtliche sollen sich kümmern? Da schleicht sich die Politik aus der Verantwortung. „Wir lassen niemanden allein“, sagte EX- Kanzler. Ja, wo der Luxus ist nicht, bei Bettler schon!
Kommentar 11: Peter Schmidt schreibt am 19.08.2025, 11:11 Uhr :
Es ist wirklich Lachhaft, dass es in D für alles und jeden einen Verein, Verband oder sonstiges gibt. Wenn ich durch Düsseldorf gehe, möchte ich auch nicht ständig angebettelt werden, finde das vollkommen okay.
Kommentar 10: Marc schreibt am 19.08.2025, 08:53 Uhr :
Da muss man sich wirklich fragen wer hier wirklich asozial ist. Anscheinend nicht die Obdachlosen. Die läden an der Kö könnten die 100€ im Monat besser investieren in dem sie den Obdachlosen helfen. Und eine ganz klare Meinung zum "Sicherheitsdienst" wer Menschen aus rechtswidrigen Grund zum gehen drängt sollte von Passanten die noch ein gewissen haben angesprochen werden und darauf aufmerksam gemacht werden das man die Polizei holt da ein Sicherheitsdienst im öffentlichen Raum sowas nicht durchsetzen kann. Aso kann man den wirklich hilfsbedürftigen helfen indem man sie vor diesen widerlichen Übergriffen schützt
Kommentar 9: NichtmehrMeineStadt schreibt am 19.08.2025, 06:46 Uhr :
Widerlich mit Prädikat. Ich schäme zum hunderttausendsten mal wie erbärmlich selbstherrlich und vermessen meine Geburtsstadt schon immer war und immer sein wird solange wir diese bemitleidenswerten Reichen auf den Straßen ertragen müssen. Taschen voll leere Herzen leere Hirne.
Kommentar 8: Georg schreibt am 19.08.2025, 06:45 Uhr :
Vollstes Verständnis. Es geht mir hier nicht um die stillen Bettler, die wirklich Bedürftigen. Was unheimlich zugenommen hat, ist das aggressive Betteln, in den Weg stellen, direkt ansprechen, teilweise auch anfassen, an der Kleidung zupfen. Nicht nur auf der Kö, auch anderswo, auch hier in Köln. Immer öfter in den Straßenbahnen, wo keine Ausweichmöglichkeit besteht. Letztens Straßenbahnfahrt von knapp 30 Minuten, drei mal angesprochen worden. Ein höfliches "Nein, sorry." reicht bei einigen mittlerweile nicht mehr. Und wenn es jetzt heißt "Dann gibt doch einfach was." - ich kann nicht jedem etwas geben, aktuell ist es bei auch bei mir finanziell eng, warum muß ich mich dann dafür rechtfertigen? Daß einige da keine Lust mehr drauf haben, verstehe ich. Daß die damit anfangen, die das Geld dafür haben, ist nur nachvollziehbar.
Kommentar 7: Mario schreibt am 19.08.2025, 06:17 Uhr :
Was haben die Reichen denn gewählt??? 😀
Kommentar 6: Franziska 1 schreibt am 18.08.2025, 23:00 Uhr :
Es ist eine Schande, dass die Reichen der Reichen sich zusammenschließen für den privaten Sicherheitsdienst. Was sagt es aus: Selbst-Justiz! Ist das lt.Gesetz in DE erlaubt bei offener Straße außerhalb ihrer Luxusläden? Luxus gegen Bettler in eigener Regie? Ich sah viele Bettler in Kenia. Deutsche haben ihre Häuser gegen Kriminelle mit Privat-Security abgesichert, aber wenn Bettler vor dem Tor läuten, dann wird ihnen entweder Essen gebracht oder ein paar Shillinge gegeben. So wird in Kenia mit Bettler meistens vorgegangen in Wohnviertel wo Deutsche überwintern. Die Kö fürchtet um ihr Image der Luxusgeschäfte? Sorry, dann sollten sie dahin umziehen wo keine Bettler sind. Sie werden keine Stadt, kein Land auf der Welt finden wo keine lästigen oder stille Bettler sind. Nicht nur von Reich zu Reich reden, ein humaner, freundlicher kleiner Talk mit Obdachlose, mit Bettler wäre damit mehr gewonnen als sie zu Diskrimieren. Nicht jeder Bettler ist als Bettler geboren. Es hat oft tiefe Gründe.