Tanjas und Andres zweite Chance auf Liebe

Bildquelle: WDR

WDR 1 Min. 56 Sek. Verfügbar bis 14.09.2028

Düsseldorfer Pärchen Tanjas und Andrés zweite Chance auf Liebe

Stand:

Mit 14 und 17 haben sich Tanja und André in der Schule kennengelernt, aber daraus wurde nicht mehr als ein flüchtiges Hallo. Erst Jahrzehnte später, über Facebook, entwickelze sich etwas Schicksalhaftes: Beim ersten Date im Ostpark hat es sofort gefunkt, mitten in schweren Trennungsphasen für beide. Eine Geschichte über zweite Chancen im Leben.

Von Juliette Nichols und Cindy Glasmacher

Wir sind in Tanja und Andrés Wohnung in Düsseldorf Oberbilk. Er ist 54 und sie 51 Jahre alt. Beide turteln und lachen miteinander, als hätten sie sich gestern erst ineinander verliebt. Dabei sind sie schon seit fünf Jahren verheiratet, heute ist passenderweise ihr fünfter Hochzeitstag. Eigentlich kennen sie sich aber schon fast ihr ganzes Leben.

Erzählt mal, wie habt ihr euch kennengelernt?

André: Also, das allererste Kennenlernen war in unserer Jugend, aber es war beiläufig, man ging auf die gleiche Schule und hat sich gesehen. Und das erste wirklich intensive Kennenlernen war vor etwas über elf Jahren. Wir haben über Facebook geschrieben und uns dann getroffen. Und wir haben uns Knall auf Fall ineinander verliebt.

Ein Foto im Rahmen, in dem sich das Paar küsst

Obwohl sie sich aus der Schule kannten, hat es erst viel später gefunkt.

Bildquelle: WDR

Tanja: Also beim ersten Date hatte ich wirklich Schmetterlinge im Bauch. Und dann wussten wir gar nicht, wie wir uns eigentlich begrüßen sollen: umarmt man sich oder nicht? Also wir waren wirklich wie Teenager.

André: Und wir waren in einem Supermarkt einkaufen. Meine Frau hat Ferrero-Küsschen gekauft.

Tanja: Ja, guten Freunden gibt man ein Küsschen.

André: Und wir sind dann zusammen in den Ostpark gegangen und haben uns auf die Bank gesetzt und dann überreichte sie mir die Schachtel Ferrero-Küsschen und sagt den Slogan: Guten Freunden gibt man ein Küsschen, und dann haben wir uns geküsst.

Dabei seid ihr beide in dem Moment durch keine sehr schöne Zeit gegangen.

Tanja: Meine Lebenssituation war zu dem Zeitpunkt schon schwierig. Ich war noch verheiratet, aber unglücklich verheiratet. Und da stand schon fest, dass wir uns trennen. Das war keine so schöne Zeit und es gab viele Schwierigkeiten. Er war alkoholsüchtig.

André: Ich war auch in einer sehr schlechten Phase. Meine Frau hatte sich gerade von mir getrennt und hat mich mit meiner Stieftochter verlassen. Ich war zu der Zeit depressiv. Und ja, wir haben den Versuch gestartet, uns gegenseitig zu retten und waren damit erfolgreich.

Und seitdem ihr zusammen seid, macht ihr auch ziemlich viel gemeinsam in eurer Freizeit.

Tanja: Also dadurch, dass wir ja wirklich gefühlt beide mit unseren Ex-Partnern sehr viel Lebenszeit verschwendet haben, haben wir unsere Interessen relativ zügig entdeckt: Wir wollten reisen, wir wollten auf Konzerte gehen.

Ein Mann und eine Frau stehen in einem Flur. An der Wand hängen Instrumente.

Fast jedes Wochenende sind sie unterwegs und verkaufen Merchandising-Produkte für Bands. 

Bildquelle: WDR

Tanja: Und irgendwie sind wir jetzt Teil der Düsseldorfer Musikszene geworden.

André: Ja, wir verkaufen Merchandise für einige lokale Bands und in einigen Locations hier in der Umgebung. Wir machen das ehrenamtlich, beziehungsweise unentgeltlich, einfach mit viel Freude, mit Herzblut.

Andre: Und wir machen das gemeinsam, weil wir einfach ein Team sind. Wir sind die Kromlis und uns trennt nichts.

Das müsst ihr erklären, was bedeutet Kromlis?

Tanja: Also der Begriff "die Kromlis" ist durch unsere Nachnamen entstanden. Ich heiße Holm, er hieß nur Krämer und dann haben wir irgendwie gedacht: Mensch, lass uns doch daraus irgendwie einen Wortwitz machen.

Tanja: Wir haben es tatsächlich auch als Tattoo machen lassen. Das war ein Hochzeitsgeschenk von unserem Stammtättowierer.

Die Partnertattoos von Andre und Tanja

Tanja und André haben sich "die Kromlis" als Partnertattoo stechen lassen.

Bildquelle: WDR

André: Ja, und ein Zeichen von unserer Verbundenheit.

Tanja: Und auch unserer Verrücktheit. Wir leben im Hier und Jetzt, egal wie schrumpelig die Tattoos später aussehen.

André: Mittlerweile holen wir uns von nahezu jedem Urlaub, von jeder Städtereise ein Tattoo.

Tanja: Souvenirs halt. Der Andre hat mich auf jeden Fall mit dem Tattoo-Wahnsinn angesteckt. (lacht)

André: Und ich beneide sie auch ein bisschen, dass sie noch so viel Platz hat.

Wie würdet ihr denn eure Beziehung beschreiben?

Tanja: Wir haben einen Knall. Wir sind irgendwie verrückt.

André: Fast alles, was wir machen, machen wir zusammen und das gefällt uns und das soll auch genau so sein. Das sind die Konzerte, zu denen wir gehen oder die Sportveranstaltungen oder das gemeinsame Merchandise-Verkaufen, das gemeinsame Verreisen.

Tanja: Er ist nach außen hin immer sehr der Starke, der alles im Griff hat. Aber der hat einen weichen Kern. Und ich liebe alles an ihm.

André: Ich liebe dich auch.

Unsere Quellen:

  • Gespräch der WDR-Reporter mit Andre Holm-Krämer und Tanja Holm

Sendung: WDR.de, Tanja und Andres zweite Chance auf Liebe, 14.09.2026, 17:55

Weitere Beiträge aus Düsseldorf

1 / 2