Razzien wegen Verdacht auf Drogenlabore | Video
WDR. 00:44 Min.. Verfügbar bis 15.07.2028.
Es war eine groß angelegte Aktion: Europol-Ermittler, Polizisten aus NRW, polnische und niederländische Beamte durchsuchten am vergangenen Mittwoch Lagerhallen und Wohnungen in der Region. Dabei gab es mehrere Festnahmen. Schusswaffen, Bargeld und Drogen wurden als Beweismittel sichergestellt. Nun hat die Polizei neue Details zu dem Fall veröffentlicht.
Am Niederrhein hat die Polizei ein Drogenlabor entdeckt.
Durchsuchungen in Kaldenkirchen und Niederkrüchten
Bei den Durchsuchungen ging es sowohl um die Produktion von Drogen, als auch um den Handel. Dazu kontrollierten die Einsatzkräfte nach Angaben der Polizei eine Anschrift in Mönchengladbach, zwei im Kreis Viersen und sieben im Kreis Heinsberg. Zu den mutmaßlichen Produktionsstätten gehören zwei Lagerhallen in Kaldenkirchen und Niederkrüchten. Beim Objekt in Niederkrüchten handelte es sich tatsächlich um ein Drogenlabor, wie die Polizei Mönchengladbach jetzt mitteilt. Auch die Wohnungen der Verdächtigen wurden untersucht.
Vor der Durchsuchung gab es den Verdacht, dass einzelne Verdächtige bewaffnet sein könnten, sagte die Polizei. Deshalb seien Spezialeinsatzkräfte am Einsatz beteiligt gewesen. Nun teilte die Polizei Mönchengladbach mit, dass mehrere Schusswaffen - darunter eine Maschinenpistole - sichergestellt wurden. Auch eine fünfstellige Summe Bargeld, Cannabis im Kilogrammbereich und mehrere Produktions- und Abfallstoffe in den durchsuchten Lagerhallen wurden als Beweismittel gesichert.
Niederkrüchten: Waffe in Lagerhalle sichergestellt
Vier Verdächtige in Untersuchungshaft
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Krefeld, Polizei Mönchengladbach und Europol ist die Rede von insgesamt neun Verdächtigen aus NRW und den Niederlanden. Die Verdächtigen, die in den Niederlanden festgenommen wurden, stammen aus Roermond, teilte die Staatsanwaltschaft der niederländischen Provinz Limburg mit.
Gegen drei Personen hatte die Staatsanwaltschaft Krefeld bereits vor den Durchsuchungen Haftbefehle erwirkt. Alle drei befinden sich nun in Untersuchungshaft - zwei in Deutschland, eine in den Niederlanden.
Drei weitere Männer nahmen die Einsatzkräfte in NRW vorläufig fest, heißt es von der Polizei Mönchengladbach. Nach Prüfung der Haftgründe wurden zwei von ihnen inzwischen entlassen. Den dritten Verdächtigen führten die Ermittler am Donnerstag, 16. Juli, einem Haftrichter in Krefeld vor. Der ordnete Untersuchungshaft für den Verdächtigen an.
Beamte von unterschiedlichen Behörden waren im Einsatz.
Verdacht: Tonnenweise Grundstoffe für Amphetamin-Herstellung
Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, seit 2025 tonnenweise Grundstoffe für die illegale Herstellung von Amphetaminen beschafft und mehrere Amphetaminlabore betrieben zu haben. Zum Umfang der illegalen Produktion der synthetischen Drogen könnten derzeit keine näheren Angaben gemacht werden, heißt es von der Polizei Mönchengladbach. Die wissenschaftliche Bewertung der Funde dauere an.
Drogenlabore: Problem in der Region
In der Grenzregion zwischen den Niederlanden, dem Kreis Heinsberg und der Städteregion Aachen gibt es immer wieder Fälle von illegalen Drogenlaboren und der illegalen Beschaffung von Material zur Drogenherstellung.
In diesem Bereich an der Gerderather Landstraße in Erkelenz vermutet die Polizei ein Drogenlabor.
Gefährliche Gase: Einsatzkräfte mit Schutzanzügen
Neben der Polizei ware auch die Feuerwehr vor Ort. Außerdem waren Einsatzkräfte mit Schutzanzügen dabei - eine Sicherheitsmaßnahme, erklärte Polizeisprecher Eric Theißen.
Wir mussten davon ausgehen, Stoffe vorzufinden, die möglicherweise gesundheitssschädlich beziehungsweise giftig sind. Dementsprechend wurden neben unserer eigenen Spurensicherung auch Experten des Landeskriminalamtes hinzugezogen sowie von Europol. Polizeisprecher Eric Theißen
Die Polizei wurde von Europol und dem LKA unterstützt.
Ermittler der polnischen Polizei nahmen ebenfalls an dem Einsatz teil, da auch Herkunft und Beschaffung der Grundstoffe für die illegale Produktion Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind.
Amphetamin - was ist das?
Amphetamin ist ein synthetisch hergestelltes Rauschmittel, das in verschiedenen Mischungen verwendet wird. Meistens sei es unter Namen wie Speed oder Pep vorrangig als illegale Droge im Umlauf, erklärt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
Unsere Quellen:
- Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Krefeld, Polizei Mönchengladbach & Europol
- Gespräch unseres Reporters mit der Polizei Mönchengladbach
- Pressemitteilung der Polizei Mönchengladbach (17.07.2026, 12:40 Uhr)
- Staatsanwaltschaft Provinz Limburg
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Amphetamin
Sendung: WDR.de, Razzien wegen Verdacht auf Drogenlabore, 15.07.2026, 13:35 Uhr