Zehn Tage lief die Rheinkirmes in Düsseldorf
Besucher, Polizeieinsätze, Feuerwerk : So lief die Rheinkirmes in Düsseldorf
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Am Sonntag drehen Riesenrad und Achterbahn auf der Rheinkirmes ihre letzten Runden, das letzte Lebkuchenherz geht über den Tresen. Nach zehn Tagen Kirmes am Düsseldorfer Rheinufer ist Schluss. Das sagen Veranstalter, Polizei und Schausteller.
"Das ist die letzte Runde", schallt es aus den Lautsprechern der Raupenbahn. Das gilt zunächst nur für die lachenden Kirmesbesucher, über denen sich gerade das Verdeck des Fahrgeschäfts schließt. In wenigen Stunden aber dreht die Raupe wirklich ihre letzte Runde auf der 125. Düsseldorfer Rheinkirmes. Dann heißt es für Peter Buchholz: Abbauen, zusammenpacken und weiter zur nächsten Kirmes.
Schausteller sind müde, aber glücklich
Peter Buchholz feiert mit seiner Raupenbahn 100-jähriges Jubiläum, auch die Musik ist hier Retro.
Seit 2005 ist Buchholz mit der Raupenbahn auf dem Volksfest auf den Oberkasseler Rheinwiesen dabei, die Bahn selbst feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Nach zehn Tagen Kirmesbetrieb fühle sich der Schausteller vor allem eines: gerädert. Aber auch glücklich. "Lachende Kinder, auch Erwachsene, die sich bedanken, dass es uns noch gibt, das ist besonders nett. Und das zeigt mir, dass ich alles richtig gemacht habe." Er sei insgesamt zufrieden mit der diesjährigen Rheinkirmes.
So geht es nicht nur ihm. Auch der Veranstalter der Rheinkirmes, der St. Sebastianus Schützenverein, zieht ein positives Fazit. Mit 4,1 Millionen Besuchern seien so viele Menschen über die Kirmes geschlendert wie selten zuvor. "Eine Zahl, von der wir vorher nur träumen konnten", sagt Schützenverein-Chef Andreas-Paul Stieber. Gründe für die leicht höheren Besucherzahlen seien vor allem das milde und trockene Wetter sowie die Kirmeskonzerte, Drohnenshows und das Höhenfeuerwerk am Freitagabend.
Rheinkirmes-Feuerwerk verlief ohne Zwischenfälle
Insbesondere das Feuerwerk hatte den Schützen nach dem Unglück mit 19 verletzten Menschen im Vorjahr Sorgen bereitet. Aber mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen verlief in diesem Jahr alles ohne Zwischenfälle.
Die Polizei zieht ein positives Fazit nach der Rheinkirmes
Auch sonst verlief die Rheinkirmes laut der Düsseldorfer Polizei weitgehend ruhig. "Polizeilich gesehen war es wieder mal ein voller Erfolg", sagt Oliver Strudthoff am Sonntagmittag. Die Zahl der Straftaten sei niedrig, nur die Zahl der Körperverletzungen sei leicht gestiegen. "Es ging ein bisschen rauer zu." Im Verhältnis zur Besucherzahl sei das aber weiterhin wenig.
Die Zahl der Menschen, die vom Sanitätsdienst behandelt werden mussten, ist im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gesunken. Der Rettungsdienst musste bis Freitagabend zu 70 Einsätzen auf dem Kirmesgelände ausrücken, 2025 waren es 68.
Lärmmessungen während der Rheinkirmes
Im Vorfeld der Rheinkirmes beschwerten sich Anwohner über die Öffnungszeiten und forderten mehr Ruhe, das Thema wurde auch im Beschwerdeausschuss der Stadt diskutiert. Sowohl Veranstalter als auch Ordnungsamt führten deshalb mehrfach täglich, hauptsächlich während der Abendstunden, Lärmmessungen auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring in Oberkassel durch.
4,1 Millionen Besucher kamen laut Veranstaltern zur Rheinkirmes
Lediglich am späten Freitag- und Samstagabend seien die Grenzwerte dabei kurzzeitig überschritten worden. In einer Whatsapp-Gruppe mit allen Schaustellern habe man sofort darauf aufmerksam gemacht. "Schon fünf Minuten später nahm man auf dem Kirmesplatz merklich wahr, wie es leiser wurde", sagt Sven Gerling, Geschäftsführer der Veranstaltungs-GmbH der Schützen. Das bestätigt auch ein Sprecher des Ordnungsamts.
Die Kirmesbesucher scheinen zufrieden. Der einzige Kritikpunkt, der häufiger fällt, sind die Preise. "Acht Euro für eine Fahrt mit der Wasserbahn? Wie soll man das als Familie mit mehreren Kindern machen?", sagt eine Frau im Gespräch mit dem WDR. Eine andere Kirmesbesucherin sagt, sie suche sich mit ihrem Sohn und ihrem Mann dann eben nur zwei bis drei Attraktionen raus, so gehe es schon.
Schausteller auf der Rheinkirmes sind zufrieden
Selbst wenn die Preise nun den einen oder anderen Kirmesbesucher abgeschreckt haben mögen, die Schausteller sind insgesamt zufrieden. Oliver Wilmering, Vorsitzender des Düsseldorfer Schaustellerverbands, sagt: "Es war schon eine sehr erfolgreiche Rheinkirmes dieses Jahr."
Carsten Cremanns von der "Süßen Oase" drückt sich da etwas zurückhaltender aus und spricht von einer "normalen Rheinkirmes". Er sei aber zufrieden, gerade weil er in diesem Jahr mit extremer Hitze "schon Schlimmeres erlebt" habe. Bei 40 Grad haben die wenigsten Menschen Lust auf gebrannte Mandeln und Zuckerwatte.
Seit 31 Jahren können Kinder bei Konstanze Schmelter auf der Rheinkirmes Entchen angeln
Auch Konstanze Schmelter blickt zufrieden auf die vergangenen zehn Tage. "Von der Besucherzahl sind wir angenehm überrascht. Es ist für mich persönlich sowieso die größte und schönste Kirmes überhaupt." Schmelter steht seit 31 Jahren mit ihrem Entenangeln auf der Rheinkirmes.
Christopher Zettl ist "überwältigt" von der Rheinkirmes
Ganz neu dabei war in diesem Jahr das Fahrgeschäft "Rund um den Tegernsee". Für Christopher Zettl ging damit ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. "Wir sind überwältigt", sagt er am letzten Kirmestag. Für ihn geht’s jetzt weiter zum Oktoberfest nach München. Er hoffe aber, dass er nächstes Jahr wiederkommen darf, wenn vom 16. bis 25. Juli 2027 die Rheinwiesen wieder zur Kirmesstadt werden.
Unsere Quellen:
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- Polizei Düsseldorf
- St. Sebastianus-Schützen, Kirmes-Veranstalter
- Gespräche mit Schaustellern
Sendung: WDR 2, WDR Aktuell, 26.07.2026, 13:00 Uhr