Rund sieben Monate ist der Messerangriff an einem Essener Berufskolleg her. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den 17-jährigen Verdächtigen erhoben. Ihm wird vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf unter anderem dreifacher versuchter Mord vorgeworfen.
Neben seiner Lehrerin soll der ehemalige Schüler auch einen Hausmeister an einer Grundschule und einen fremden Mann auf der Straße angegriffen haben. Dabei sei der zur Tatzeit 17-Jährige einer "islamistisch-dschihadistischen Ideologie" gefolgt, teilte die Bundesanwaltschaft mit.
Messerangriff an Berufskolleg: 17-Jähriger verletzte Lehrerin schwer
Der Jugendliche soll am 5. September 2025 zuerst in eine Grundschule und dann in ein Berufskolleg in Essen gelaufen sein. Dort soll er auf die damals 45 Jahre alte Lehrerin eingestochen haben. Sie erlitt schwere Verletzungen am Oberkörper. Eine Schülerin und ein Schüler leisteten noch auf dem Flur erste Hilfe. Sie wurden vergangene Woche vom Essener Polizeipräsidenten für ihre Zivilcourage ausgezeichnet.
Nach der Attacke auf die Lehrerin soll der 17 Jahre alte Kosovare in der Nähe der Alten Synagoge Ausschau nach weiteren Opfern gehalten haben. Dabei hat er nach Angaben der Bundesanwaltschaft gezielt nach Menschen jüdischen Glaubens gesucht. Sein Ziel sei es gewesen "selbst in den Dschihad gegen vermeintlich Ungläubige zu ziehen", so die Anklage.
Als er anschließend von der Polizei gestellt worden sei, soll er mit gezogenem Messer auf die Einsatzkräfte zugelaufen sein. Der Jugendliche wurde durch einen Schuss im Gesicht verletzt und festgenommen.
Ihm wird unter anderem dreifacher versuchter Mord sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Jetzt muss der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf entscheiden, ob er die Anklage zulässt und wann der Prozess starten soll.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Nachrichtenagentur AFP
- Vorherige WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 20.04.2026, 13:31 Uhr