Die Synagoge in Duisburg mit dem Garten der Erinnerung
Bildquelle: imago images/Jochen TackErneut ermittelt der Staatsschutz nach einem mutmaßlich antisemitischen Vorfall rund um die Duisburger Synagoge am Innenhafen. Unbekannte haben am Wochenende Zelte und Anhänger eines Kinderfestes beschmiert. Nach Angaben der Polizei fanden die Ermittler unter anderem Hakenkreuze, beleidigende Äußerungen und ein männliches Geschlechtsteil sowie weitere antisemitische Schmierereien. Zwei Jugendliche waren zuvor von Sicherheitsmitarbeitern auf dem Gelände entdeckt worden und geflüchtet.
Für die jüdische Gemeinde ist der Vorfall erneut belastend. "Eine gewisse Idiotie muss man wohl immer wieder akzeptieren", ärgert sich Alexander Drehmann, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Duisburg. Ziel der Schmierereien waren Bereiche, die zu einem Kinderfest gehörten. Die Ermittler prüfen nun, wer für die Taten verantwortlich ist und ob es mögliche Zeugen gibt.
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Der Staatsschutz hat die Untersuchungen übernommen. "Zum Glück haben wir dafür den Staatsanwalt. Und wenn wir uns alle mal an Gesetze halten würden, die da sind, hätten wir weniger Probleme", sagt Gemeindevertreter Alexander Drehmann.
Eine Serie von Vorfällen
Der aktuelle Fall ist nicht der erste Vorfall rund um die jüdische Gemeinde. Erst Anfang September wurden an einem Gemeindegebäude am Springwall Schieferplatten an der Fassade beschädigt. Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen drei Personen zu sehen sein. Auch damals übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen.
Bereits im Juli waren in Duisburg Hakenkreuze an einem Mahnmal entdeckt worden. Schon 2025 hatte der Staatsschutz nach rechtsextremen Schmierereien mit Hakenkreuzen im Stadtteil Wedau ermittelt.
Synagoge steht für jüdisches Leben in der Region
Die Synagoge am Innenhafen ist das religiöse und kulturelle Zentrum der jüdischen Gemeinde für Duisburg, Mülheim und Oberhausen. Trotz der jüngsten Vorfälle wolle man sich nicht einschüchtern lassen. "Dadurch wird die Laune nicht besser, aber wir vertrauen und danken der Polizei Duisburg sehr", so Drehmann.
"Ob die aktuellen Schmierereien mit den weiteren Vorfällen der vergangenen Monate in Verbindung stehen, ist bislang unklar", so eine Sprecherin der Polizei Duisburg. "Die Ermittlungen dauern an." Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zu der Tat oder den Tätern machen können, werden gebeten, sich bei den Ermittlern unter der Rufnummer 0203 2800 zu melden.
Unsere Quellen:
- Pressestelle der Polizei Duisburg
- Alexander Drehmann, Geschäftsführer Jüdischen Gemeinde Duisburg -Mülheim/Ruhr - Oberhausen
Sendung: WDR.de, Schmierereien an Duisburger Synagoge, 22.09.2026, 17:29 Uhr
